L-Tyroxin statt Thyronajod?

5 Antworten

Kenne mich mit Schilddrüsen nicht aus. Die Medikamente sind so unterschiedlich nicht.

Tyronajod hat die Wirkstoffe Levothyroxin und Kaliumiodid; L-Tyroxin nur den Wirkstoff Levothyroxin. Die Aussage der Apothekerin ist zwar etwas unscharf aber grundsätzlich richtig.

Die zusätzliche Iod-Gabe in Tyronajod ist normalerweise wohl unnötig (ich beziehe mich auf den Beipackzettel dieses Medikaments, die Iod-Gabe ist nur bei Unterversorgung und/oder nach einer Radioiodid-Behandlung wirklich sinnvoll). Die Dosen der Medikamente sind auch gleich.

Grundsätzlich denke ich anhand deiner Beschreibung, dass du ohne Probleme L-Tyroxin statt Tyronajod einsetzen kannst, ausser du wurdest explizit auf einen Iod-Mangel hingewiesen (eher ungewöhnlich aufgrund iodierdung von Speisesalz fast überall).


Die Wirkstoffkombination Levothyroxin und Kaliumiodid wird angewendet

  • zur Behandlung des einfachen Kropfes ohne gleichzeitige Funktionsstörung und ohne tastbaren Knoten, wenn aus ärztlicher Sicht neben Schilddrüsenhormon eine zusätzliche Iodgabe angezeigt ist,
  • zur Vorbeugung eines erneuten Kropfwachstums nach operierter oder mit Radioiod behandelter Schilddrüse.

1.3 Levothyroxin wird angewendet als Tabletten mit 25/50/75/100/125/150/175/200 mcg bei

  • Ersatz (Substitution) des fehlenden Hormons bei jeder Form einer Schilddrüsenunterfunktion,
  • Verhütung erneuter Kropfbildung nach Kropfoperation bei normaler Schilddrüsenfunktion,
  • Therapie des gutartigen Kropfes (benigne Struma) bei normaler Schilddrüsenfunktion.

Ein Struma oder Knoten sind meist nur operabel zu beseitigen. Wichtiger ist die Zufuhr von Medikamenten, die die Schildrüsenfunktion ins Gleichgewicht bringen. Bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyriose) , die vermutlich bei dir vorliegt, ist das Mittel der Wahl immer: L-Thyroxin oder mit anderem Namen: Thyronajod, beide Medikamente enthalten den gleichen Wirkstoff: Levothyroxin-Nartium. Es ist also egal, welches der beiden Mittel du einnimmst.

Bei mir ist das umgekehrt. Ich hatte Jahrelang Tyronajod genommen. Dann meinte eine andere Ärztin, das wäre falsch, und ich solle Tyroxin nehmen. Aber warum, das wollte sie mir nicht sagen. :|

Geh mal lieber zum Nuklearmediziner und lass das checken.

Ich habe im Nov. einen Termin beim Nuk. Habe jetzt eben nur Angst das ich jetzt so lange das falsche genommen habe da der Arzt ja Tyronajod verschrieben hatte :/

Falls du einen Schulddrüsenentzündung (Hashimoto) hast, kannst du froh sein, dass du L-Thyroxin statt Thyranojod genommen hast.

Zusätzliches Jod wie in Thyranojod heizt die Entzündung an und ist deshalb nicht gut.

Guter Link. Da ist auch die Präparatekombination bei Behandlung eines Kropfes beschrieben: http://www.forum-schilddruese.de/Erkrankungen/Behandlung-von-Schilddruesenerkrankungen.htm?ID=109

zur Behandlung eines Jodmangelkropfes können Jodtabletten, Schilddrüsenhormon-Tabletten (L-Thyroxin) — in den meisten Fällen auch effektiver — die Kombination beider Bestandteile eingesetzt werden. Je jünger die Patienten sind und je früher die Behandlung beginnt, umso besser sind die Resultate. Eine Verkleinerung der Schilddrüse wird innerhalb von sechs bis zwölf Monaten erreicht. Danach ist die weitere Therapie zur Erhaltung der Wirkung erforderlich. Bei sehr großen Kröpfen, bei knotigen Veränderungen und bei älteren Patienten kann mit Medikamenten oft kein befriedigendes Resultat erzielt werden, so dass eine Operation infrage kommt. In manchen Fällen kann auch durch eine Radiojodtherapie eine Strumaverkleinerung erreicht werden.

@eluutz

Ich habe ja kein Kropf. Vor 4 Jahren wurde in meiner von Geburt an 7 ml Schilddlrüse ein 4 mm knoten/zyste ähnliches gesehen :(

@Nise1985

Wie schon beschrieben (unten) sind die Medikamente sehr ähnlich. Dein Arzt geht anscheinend bei dir von einer Schilddrüsen-Unterfunktion aus. Wie die Anamnese durchgeführt wurde, weiss ich nicht, du hast zumindes im November einen weiteren Termin.

Ob die zusätzliche Iod-Gabe in dem Medikament Tyronajod in deinem Fall sinnvoll ist, weiss ich nicht. Zumindest aber die der Einsatz von L-Tyroxin nicht schädlich, weil in diesem Medikament der gleiche Hauptbestandteil, Levothyroxin, enthalten ist, das ist ein Schilddrüsenhormon (siehe hier: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Levothyroxin).

Dein Krankheitsbild hast du mit verwendeten Medikament zumindest nicht verschlechtert, wie du in deinem Eingangspost befürchtet hast. Ich empfehle, das mit dem behandelnden Arzt im November zu besprechen. Falls du bist dahin eine neue Medikamentendosis benötigst, kannst du auf das verschriebene Präparat umsteigen.

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