Hat jemand Erfahrung über den Schwerbehindertengrad bei einer Schilddrüsenentfernung?

5 Antworten

Meine Frau hat auch die Schilddrüse wegen Schilddrüsenkarzinom entfernt bekommen, versehentlich sind dabei auch die Nebenschilddrüsen zerstört worden. Ihre Anfrage ergab: 10 %. Bringt einem zwar zunächst überhaupt nichts - aber wer weiss, was das Leben und die Gesundheit einem noch beschert. Und dann wird ggf. addiert und Du erhältst einen Nachteilsausgleich (wenn bis dahin vom Staat nicht noch mehr gestrichen ist)

Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist durch die Schilddrüsenentfernung nicht zu erwarten. Die OP ist harmloser und schneller als man denkt - MandelOP ist kritischer und schmerzhafter.

Wenn die Schilddrüse entfernt worden ist und Deine Hormonzufuhr eingestellt ist, wende Dich an Deine Krankenkasse - die zeigen Dir den Weg auf.

Ich habe meine Schilddrüse noch, die Frage stellte ich für jemand anderen. Aber die Mandeln fehlen mir;o). Allerdings meinte die Person (der auch schon die Mandeln entfernt wurden und dies die 2. OP an der Schilddrüse war), dass die Mandel-OP und die Schilddrüsenentfernung in etwa schmerzlich gleich seien. Ist wohl auch von Mensch zu Mensch verschieden.

@justika

Nachtrag: Meine Frau hatte letztes Jahr (es waren 9 Jahre nach der Entfernung) nochmals nachgehackt: '... keine dauernde Beeinträchtigung und ohne Probleme medikamentös zu behandeln ...' Ist also nicht ganz so einfach, aber sie soll es doch einfach mal probieren. Kostet ja nichts.

Bei einem Karzinom wird grundsätzlich für fünf Jahren eine Schwerbehinderung von 50 Prozent ausgeschrieben. Da hat man in deinem Fall falsch gehandelt.

@wj2000

Stimmt, WJ, aber ich bezog mich ja auf die Zeit danach, also nach der Zeit der Heilungsbewährung (bei Krebs 5 Jahre). Sind davor aber - je nach Krebsart - 50 - 80 %.

Hier scheinen einige den Unterschied zwischen einer SD-Entfernung und SD-Krebs nicht wahrnehmen zu wollen. Krebs ist Krebs und dafür gibt es die Heilungsgewährung. Die hormonelle Einstellung gestaltet sich aber ohnehin auch bei einigen Menschen recht schwierig, so dass die Situation nicht als einfach abgetan werden darf. SD-Krebs mit einer Mandelentfernung gleichzusetzen klingt leider für Betroffene sehr hönisch.

Schwerbehinderung hat man erst ab 50 %, davor ist man erst behindert. Einen Schwerbehindertenausweis bekommt man vom Versorgungsamt. Dort muss er beantragt werden, aber wie gesagt erst ab 50 Prozent.

Eine Schilddrüsenentfernung ist angegeben mit einem Grad von 50 %.

@justika

Dann lkannst du beim Versorgungsamt den Ausweis beantragen. Da gibt es ein Formular das du mit den Auskünften von deinen Ärzten einreichen mußt.

@wj2000

Ich kann leider nur einen Daumen für die korrekten Antworten verteilen. Ich habe eine Frage gestellt und die wollte ich beantwortet haben - eigentlich auch ohne komische Kommentare -. Das ist Dir sehr gelungen, danke.

Nach Entfernung eines malignen Schilddrüsentumor ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdB/MdEGrad während dieser Zeit -nach Entfernung eines papillären oder follikulären Tumors ohne Lymphknotenbefall 50 GdB/MdE, sonst 80 GdB/MdE. Justika, wenn ich jetzt die Krankengeschichte kennen würde, wäre ich in der Lage, Dir bei der Beantragung/Ablauf zu helfen.

Adressen der Versorgungsämter findest Du hier. http://www.versorgungsaemter.de/Versorgungsaemter_index.htm

Vielen Dank für Dein Angebot, vielleicht komm ich nochmal darauf zurück. Muss erst mit der Betreffenden darüber sprechen. Ansonsten tolle Antwort.

Ich hatte vor 12 Jahren eine Nephretomie re., danach ebenfalls re Entferrnung der SD. Für beides zusammen 70 %, bin aber voll arbeitsfähig, das eine hat mit dem anderen auch nichts zu tun und wieso sollte man sich da lächerlich vorkommen? 5 Tage mehr Urlaub, 980 € Steuerfrei, JEDEN km beim Dienstweg nicht nur die einfache Strecke). Und der Staat wird nicht pleite durch jemanden, der einen Grad der Schwerbehinderung hat!

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