Darf ein Arzt ausschließlich Privatpatienten behandeln? Und warum?

5 Antworten

Wenn ein Arzt nur Privatpatienten behandeln möchte, so muss er seine Kassenzulassung zurückgeben.

Es ist dem Arzt freigestellt, ob er Kassenpatienten behandeln möchte oder nur Privatpatienten.

Bei Privatpatienten hat der Arzt in Bezug auf sein Honorar viel mehr Spielraum.

Er muss sich also nicht den Zwängen einer Krankenkasse unterwerfen. Ist sein Jahresbudget bei der gesetzlichen Krankenkasse ausgeschöpft, so kann er weitere Behandlungen nicht mehr mit der Kasse abrechnen. So kommt es vor, dass man dem Patienten längere Wartezeiten zumutet, bis das neue Jahresbudget der Krankenkasse wieder in Anspruch genommen werden kann.

Es gibt inzwischen viele Praxen in denen mehrere Ärzte in der Gemeinschaftspraxis tätig sind. Da gilt dann für jeden Arzt ein separates Jahresbudget was auch kürzere Wartezeiten verspricht. Man kann sich dann innerhalb der Praxis auch mal von einem anderen Arzt untersuchen lassen.

Ein Arzt kann jederzeit seine Kassenzulassung zurück geben und ausschlireßlich privat behandeln. Das werden aber die wenigsten tun, weil von der Masse der Kassenpatienten lebt man eigentlich ganz gut. Eher passiert es, dass diese Zulassung entzogen wird.

Aus welchen Gründen kann sie entzogen werden?

@Genusssucht

Wenn der Arzt die Vertragsbedingungen nicht einhält zB. Oder bis vor kurzem wurde sie automatisch entzogen, wenn der Arzt das 68. lebensjahr erreichte (Rentenalter). Diese Altersregelung wurde nur aus einem einzigen grund gekippt: Es gibnt gerade im ländlichen Bereich immer weniger Allgemein-Praxen, weil die jetzigemn Ärzte alle fast im pensionsalter sin und sich keine Nachfolger für dei Praxen finden.

Liegt an der miesen Zahlung der kassen... da wird gespart ohne Ende und die Ärzte bekommen Probleme ihre Praxen zu finanzieren. Ist ja nicht nur die Arbeit selber, sondern auch zB die Miete der Räumlichkeiten, das gehalt der Arzthelferin, die medizinischen gerätschaften (allein der Unterhalt ist teuer, die Neuanschaffung teils exorbitant)... dazu dann die notwenidgen Weiterbildungen... all das lässt sich mit dem, was die Kassen pro Kassenpatient im Quartal zu zahlen "bereit" sind nicht mehr wirklich finanzieren. Ach ja, die Praxisgebühr kommt nicht (!) den Ärzten zu Gute, sondern geht 1:1 an die Kassen.

Der Arzt kann an Patienten nehmen was er will. Viele Ärzte nehmen gegen ende eines Jahres auch keine Kassenpatienten mehr, obwohl sie es sonst machen, einfach deshalb weil die gesetzlichen Kassen nur eine bestimmte Anzahl Besuche/Patienten zahlt....und dann sagt 'es gibt nichts mehr'. Man mags kaum glauben...ist aber so.

Wie ist denn das mit dem Hippokratischen Eid vereinbar?

Nein es gibt Ärzte die nur Privatpatienten behandeln. Das ist auch grundsätzlich erlaubt. In unserer Stadt gibt es mindestens 5 Ärztem angefangen vom Zahnarzt, die nur Privatpatienten behandeln. Ausserdem ist es gar nicht so einfach wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Dafür müssen trifftige Gründe vorliegen. Auch eine Arbeitslosigkeit heißt nicht, dass deine Freundin dann einfach so wieder in der gesetzlichen Krankenkasse ist. Weit gefehlt ! Nicht umsonst heißt es, einmal Privat immer Privat ! Und wenn deine Freundin je mal wieder gesetzlich ist, dann muss sie sich zwangsläufig einen anderen ARzt suchen. Das weiß ich ganz sicher ! Sie wird nicht rausgeschmissen, aber sie darf dann zu einem anderen Arzt gehen, weil ihre Ärztin keine Kassenzulassung hat und sie somit auch nicht behandeln kann. Sie muss nämlich ihre Kassenzulassung zurückgeben, wenn sie nur Privat behandelt.

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