Brennstäbe mit bloßer Hand anfassen.

5 Antworten

Deine Hand würde sofort brennen da die Brennstäbe mehrere hundert Grad heiß sind und du wärst in einer Minute Tod, weil Strahlendosen von 20-50 Sievert deine Zellen (inkl. Gehirnzellen) abtöten. In Wirklichkeit würde man wahrscheinlich aufgrund dieser hohen Strahlung gar nicht dazu kommen den Brennstab anzufassen, weil man schon vorher innerhalb von Sekunden ohnmächtig zusammenbricht.

Schwer zu sagen, müsstest du erstmal rankommen. Ansonsten wäre er so heiß, dass du dir die Finger verbrennen würdest (ich schätz mal so 400°C, eher mehr) und die Strahlung dein geringstes Problem wäre. Dein nächstes Problem ist die Chemie dahinter, das UF6 ist hochreaktiv und würde mit mit großer Sicherheit in Bruchteilen von Sekunden alles wegätzen. Sehen wir von diesen beiden Punkten mal ab solltest du von der Strahlendosis her kein Problem haben (kommt natürlich auch auf die Dauer des Kontaktes an). Du wirst erstmal oberflächlich Verbrennungsähnliche Schäden bekommen (das liegt jetzt nicht an der Temperatur der Brennstäbe, sondern an der lokalen Temperatur deiner Haut, verursacht durch die Strahlung) und wenn du ein paar Jahre wartest, und noch lebst bekommst du, vielleicht(!), Krebs. Und wenn du das Glück hast noch Fruchtbar zu sein, steigt die Chance, dass dein Kind mit Missbildungen zur Welt kommt. Aber irgendwelche sofortigen Veränderungen äußerlicher Art werden akut nicht auftreten, das dauert alles mindestens ein paar Wochen/Monate/Jahre eh sich da was zeigt.

Also "äußerlicher Art..." da sollte natürlich noch ein "...bis auf die Verbrennungen" dahinter. Ich meinte da natürlich eher soetwas wie Tumorbeulen oder weiß der Geier, wie sie sich das vorstellt.

Wenn man ein Brennelement anfasst, dass frisch angeliefert wurde, passiert erst mal nichts. Wenn ich jetzt schon einige Antworten hier lese wird mir schlecht.

Die Tatsache, dass die Hüllrohre, in denen sich der Brennstoff befindet, eine Barriere gegen die Strahlung bieten ist das eine. Das andere ist, dass frischer Brennstoff kaum radioaktiv ist, wenn man U=2-Brennstoff nimmt und keinen plutoniumhaltigen Brennstoff. Normalerweise muss man diese auch anfassen. Allerdings werden dafür meist Baumwollhandschuhe benutzt, um das Brennelement nicht zu beschädigen. Irgendwie muss man das Brennelement wenn es beispielsweise an einem Kran hängt zum Einführen in die Lademaschine stabilisieren.

Ein abgebranntes Brennelement kann man dagegen nicht anfassen, da haben einige Elemente noch ene Temperatur von 500 °C, auch ein 5 Jahre abgeklungenes Brennelement hat noch rund 200 °C. Einerseits kann man diese bei diesen Temperaturen nicht anfassen, andererseits wurde das Hüllmaterial durch den betrieb im Reaktor aktiviert, bedeutet es ist jetzt auch radioaktiv. Immerhin bleibt solch ein Brennelement bis zu drei Jahre im Reaktor. Wenn man es kurz anfasst, verbrennt man sich nicht gleich die Hand, hinsichtlich Strahlenverbrennungen wohl gesagt.

Übrigens stellen die Kernkraftwerks-Infozentren in der Ukraine in ihren Infozentren echte Brennelemente aus, wer oder ob man das auch in Deutschland macht, weiß ich nicht. Soweit ich erkennen konnte, haben die alle nur Modelle.

Ja, in Deutschland sind das nur Modelle.

  1. Anfassen: Sofortige Verbrennung der Hand. Die Stäbe werden mehrere Hundert Grad heiß

  2. Strahlung: Das hängt von der Dosis ab. Das führt im Extremfall zum Tod in Sekunden. Die Ursache sind immer vernichtete Körperzellen. Mehr dazu zu "Strahlenkrankheit" bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkrankheit

Worauf beziehst Du Dich, auf frische Brennstäbe, oder auf abgebrannte/ bestrahlte Brennelemente?

Mal etwas zu Uran und Plutonium: Plutonium-293 oder Uran-235 sind alles andere als hochgradig radioaktiv! Plutonium-239 hat eine Halbwertszeit(Hwz) von 24000 Jahren, Uran-235 hat eine Hwz. Von 0,7 Mrd. Jahre und das Uran-238 hat eine Hwz. von 4,5 Mrd. Jahren.Warum also sollen diese Stoffe hochgradig radioaktiv sein? Das relativ gefährliche bei Uran/Plutonium sind die natürlichen Zerfallsprodukte wie Radium-223 (Hwz=11,4 Tage), das Edelgas Radon-219 (Hwz=4s), Polonium-215 (Hwz=1,8ms), Blei-211 (Hwz=36 min),... . All diese natürlichen Zerfallsprodukte, welche nebenbei auch in unserer natürlichen Umgebung anzutreffen sind (jedoch eher aus der U-238-Reihe), besitzen aufgrund ihrer geringeren Halbwertszeit (Hwz) eine dementsprechend viel höhere Radioaktivität als Plutonium-239 oder Uran-235. Wenn überhaupt zählt man Plutonium-239 zu den mittel-radioaktiven Radio-Nukliden. Uran-235 oder Uran-238 sind nun unumstritten weniger als schwach-radioaktiv. Leider wird dieser Umstand sehr oft vernachlässigt. Also nochmal, das relativ Gefährliche am Uranerz sind die natürlichen Zerfallsprodukte, nicht das Uran selbst. Eine Ausnahme gibt es jedoch, dass natürlich fast nicht vorkommende Uran-232 Isotop (Hwz=70 Jahre). 1kg natürliches Uranpecherz (Pechblende) hat eine 10 mal höhere Radioaketivität als 1kg frisch chemisch abgetrenntes Uran. Leider ist dieses Wissen, welches man eigentlich in der 10'ten Klasse erlernt, für die Presse oder die meisten Menschen einfach viel zu langweilig, als dass es sie interessieren könnte. Das würde ja bedeuten, dass gewisse Panikmache völlig unverhältnismäßig sind :-). Aber schau selbst. Du entnimmst die Daten, welche ich hier angeführt habe, einer Nuklid-Karte (z.Bs. Karlsruher Nuklidkarte).

Weiter folgt daraus, dass man z.B. frische Brennelemente völlig ohne Sorge anfassen kann. Das macht man natürlich auch. Schau dir mal Bilder aus der Brennelementfertigung an. Etwas anders steht es mit den Uran-Plutonium-Misch-Oxid-Brennelementen (MOX). Da Plutonium eine relativ höhere Radioaktivität als Uran besitzt (Radioaktivität ist anti-proportional zur Hwz), geht von frischen MOX-Brennelementen eine etwas höhere Radioaktivität aus, als von reinen Uran-Elementen. Weiter entsteht im zivilen Reaktor-Plutonium, welches sich ja in den MOX-Elementen befindet, durch die Spontane-Kernspaltung (hier von Pu-240) und durch mehrfachen Neutronen-Einfang im Plutonium-239 auch Americium-241, welches ein relativ starker Gamma-Strahler ist. Also, frische Uran-Brennelemente kann man sehr wohl völlig ohne Bedenken anfassen. Abgebrannte nicht!

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