Altruismus: wann ist es zu viel?

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ojeh, können Asperger überhaupt egoistisch sein ?? Ich kenne zwei Aspies (ich nenne sie jetzt mal so wie du ) ,die sehr egoistisch sind . Sie kriegen ja oft auch nicht die kleinen Nuacen in der Gefühlswelt mit und wirken deshalb oft erstmal egoistisch. hast du sie aber überzeugt von deiner Idee sind sie Feuer und Flamme dafür und lassen alles andere dafür stehen . ist schwierig eine globale Aussage machen zu können. Sind wie alle Menschen doch verschieden in ihrem Altruismus.

Leider attestieren mir meine Ärzte und auch andere Leute, die ich schon lang kenne, ein hohes Maß an Empathie. Trotzdem leide ich an Asperger-Syndrom.

@berlinerkind85

das eine schliesst das andere ja nun nicht unweigerlich aus . Ist es für dich ein gutes gefühl oder ein schlechtes ?? Empathie meine ich . Manchmal ist es eher ein Laster als eine gute Charaktereigenschaft . Du weißt doch sicher ,wo ein zu davorsteht ,ist immer schlecht zu-viel zu-gut zu-wenig zu egoistisch- zu weich- zu hart - zu altruistisch eben auch ...

@xeinefragenochx

Eben, ich kann es nicht beschreiben, ob es ein gutes oder ein schlechtes Gefühl ist. Ich würde selbst eher sagen, ein gutes....

@berlinerkind85

das Gefühl kennen "Normalos " jedenfalls auch . Man macht sich zuviele Gedanken über das Befinden anderer und vergisst dabei das eigene Gefühl. Als beispiel möchte ich eine häufige Situation anführen : Mein Hund möchte ständig raus und spazieren gehen ,rumschnüffeln und andere hunde begrüßen usw ....meistens gehe ich zweimal am Tag mit ihr eine große Runde spazieren ;manchmal habe ich keine Lust und mein Gewissen sagt mir ; nein das kannst du nicht machen ! Der arme H und usw" ...also gehe ich ein 3. mal mit ihr ,obwohl ich selbst noch ko bin vom Arbeiten oder anderes vorhabe. Das ist im Grunde fehlender Egoismus und ein ZUVIEL an Altruismus . Wichtig ist ,es zu erkennen ; wann tut es mir gut ? wann ist es ein Zuviel ? Muss ich das wirklich haben ? Muß ich mir das antun ??? usw ....Meist relativieren sich die inneren Gedanken damit , sich selbst zu hinterfragen und auch zu kritisieren . Dabei wünsche ich dir gutes Gelingen und eine gute Lösung .

Manche Autisten handeln altruistischer als üblich und lassen sich ausnutzen, dafür kann es aber mehrere Gründe geben. Zum Beispiel diese drei:

  1. Autisten finden selten Freunde. Um sich beliebt zu machen, helfen sie netten Menschen wo immer sie können. Sie hoffen, damit Freunde zu gewinnen und irgendwann selbst Hilfe zurück zu bekommen. Praktisch werden sie aber nur dreist ausgenutzt, denn Beliebtheit unter Nicht-Autisten kommt durch Schleimerei und Anpassung, aber fast nie durch echte Nützlichkeit.
  2. Autisten tun was sie für richtig halten, nicht was die Gesellschaft für angemessen hält. Deshalb überlegen sie sich manchmal auch die für alle beste Lösung, wo andere Leute es angemessen fänden, zuerst an sich selbst zu denken.
  3. Autisten können schwer abschätzen, wie viel Freundlichkeit normal ist. Wenn jemand sagt "Du musst mir aber helfen, sonst bist du gemein", dann glauben sie das wörtlich und nehme an, es gäbe tatsächlich eine soziale Verpflichtung stundenlang für den anderen zu ackern. Dabei hat der Nicht-Autist das nur gesagt, um zu drängeln.

Aus solchen Zwängen kommt man ganz einfach raus:
"Tut mir leid, aber ich hab keine Zeit dafür. Kann das nicht jemand anderes machen? Ich schaffe es garantiert nicht rechtzeitig."

Das ist wirklich wahr, was du da schreibst!

Autisten sind Menschen. Menschen sind Individuen und verschieden. Da gibt es keine Allgemeingültige Aussage. Es gibt aber Tendenzen.

Autisten TENDIEREN dazu, an Dinge zu denken die Anderen egal sind und sich um Prinzipien zu kümmern. Dem Autisten kann also das wohl der Gesellschaft oder von Menschen die er nicht kennt wichtiger sein als sein eigenes Wohl oder das von Menschen die ihm nahe stehen.

Autisten TENDIEREN dazu, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und Menschen, unabhängig von deren sozialen Stellung, gleich zu behandeln. Man könnte sagen sie tendieren zum Altruismus. Die Frage ist jetzt aber warum? Für meinen Teil, weil ich mir schon als Kind Werte gesucht habe die ich als wichtig empfinde, und diese Prinzipien mich leiten. Das führt zu sehr seltsamen Ereignissen, wo ich auf der einen Seite furchtbare Wutanfälle kriege wenn ich daran Denke wieviel Ungerechtigkeit auf der Welt herrscht und ich mich an veilen Baustellen für eine Besserung der Zustände einsetze, andererseits den Tod per se ganz locker sehe und da oft als eiskalt eingestuft werde. Beispiel: Grossvater stirbt. Und ich verstehe nicht warum alle traurig sind, er wurde alt, hatte n gutes Leben und starb bevor er geistig oder körperlich behindert wurde, also genau richtig. Ich empfinde das weder als Verlust noch als UNgerecht oder sonstwas, ist eher n Grund zum feiern. Wenn ein Kind stirbt ist meine emotionale Reaktion "Na und? Kind kaputt, das Leben geht weiter" gleichzeitig ist meine Reaktion auf die Umstände des Todes mitunter sehr emotional - ich bedauere also nicht den Tod des Menschen per se sondern die Umstände

Das halte ich für kein autistisches Symptom oder Problem, sondern schlicht für Charaktersache.
Meines Erachtens sind (Asperger-)Autisten dahingehend genauso verschieden wie Nicht-Autisten.

Weder noch. Aspies, die keineswegs unter ihrem Syndrom leiden müssen, neigen eher dazu das zu tun, was sinnvoll oder logisch ist, auch wenn dies ihren eigenen Interessen entgegen steht.

Diese Handlungsweise wird von NTs (Neurotypischen) oft (fälschlicherweise) als altruistisch angesehen, da NTs eher zu egoismus neigen und selbstlose Handlungen nicht oder nur schwer nachvollziehen können.

Hm... Ich fühle mich manchmal zu stark altruistisch, das ist mein Problem. Und ich kann leider nicht "Nein" sagen, das verschlimmert die Situation!

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