Ärztlich bescheinigte Logophobie - kann ein Attest ausgestellt werden, damit ich an der Uni keine Präsentationen halten muss?

5 Antworten

Ich konnte für einige Fächer (auch aufgrund attestierter und bestehender Erkrankung) Ersatzleistungen in anderer Form (zb. Semesterarbeit statt Klausur - das halst sich ja keiner Freiwillig auf) erbringen. In Absprache mit dem Dekan und jeweiligen Professor.

Ging aber leider nicht in allen Fächern, allerdings mit ner Begründung die an ner anderen Uni vielleicht anders ausgefallen wäre.

Ich behaupte dass wird sehr schwierig.... :( Extrawürste mit Attest werden an der Uni (zumindest meiner Erfahrung nach) nicht oder nur kaum akzeptiert. Ich habe zum Beispiel eine Hörschwäche (schon seit Geburt), bei der ich ähnlich klingende Laute nicht von einander unterscheiden kann und konnte deswegen diverse Vorgaben in Phonetik nicht erfüllen 

Leider war mein Kurs aber halt leider für den Studienabschluss belegungspflichtig (wenn auch für den Endabschluss vom Berufsbild her nicht relevant!) Ich habe zahlreiche Atteste vorgelegt, wurde sogar vom Amtsarzt bescheinigt dass ich diese Unterschiede nicht hören kann (also entsprechend auch die spezifischen Laut-unterschiede nicht transkripiert zu Papier bringen kann), auch wenn die Aussprache perfekt ist aufgrund Lautsimulation.

Alles hat nichts geholfen. Ich musste abbrechen  Ich hoffe natürlich bei dir geht es anders aus

Vielen Dank für deine hilfreiche und offene Antwort. Ich hoffe, dass du etwas anderes gefunden hast, was dich erfüllt. Alles alles Gutes für deinen weiteren Weg! 

Sprich mit den Dozenten / Dekanat und ggf. Prüfungsausschuß. Man wird dich da sicher nicht unnötig ausschließen wollen, aber in vielen Fächern gehört es nun mal zum Handwerkszeug, seine Forschung/Daten/Inhalte auch mündlich präsentieren zu lernen........

Das muss die Universität entscheiden.

Das tut mir sehr leid für dich, ich kann es dir gut nachempfinden.

Ich befürchte allerdings, dass sie keine Ausnahme machen, denn das würde eine Kettenreaktion nach sich ziehen und in vielen Berufen gehört öffenliches Reden vor Gruppen zum Berufsbild dazu. Das würde bedeuten, dass du deinen Beruf dann auch nicht ausüben könntest.


Vielen Dank für deine Antwort, dann warte ich jetzt erstmal die Antwort der Uni ab :)

Keine Chance. Entweder Du schaffst das oder Du kannst Dein Studium knicken. Geforderte Leistungen müssen erbracht werden.  

Danke für die Antwort. Kann man die Leistung auch auf eine andere Weise erbringen? Zum Beispiel mit einer Hausarbeit? 

@Waldies

nein, in aller Regel nicht

@Waldies

Das ist grundsätzlich vom Dozent abhängig ob er eine Alternative akzeptiert oder nicht. Tut er dies nicht musst du "eine Instanz" höher gehen und dein Anliegen dort vortragen und hoffen dass es akzeptiert wird. Das Problem ist halt dass es nicht das letzte Mal in deinem Leben sein wird dass du vor Leuten sprechen können MUSST... :/ Unter dem Gesichtspunkt können Sie dir auch sagen: Du bist in dem Studium falsch wenn du das nicht hinbekommst (weiß ja nicht was du genau machst, ich gehe nur gerade davon aus dass es nicht das einzige Referat/die einzige Präsentation in dem gesamten Studienzeitraum sein wird, geschweige denn in deinem Berufsleben. Später kannst du dir für sowas keine Atteste geben lassen, da heißt es mach die Präsentation oder pack die Koffer

@Kirschkerze

Ich studiere klassische Archäologie - ich dachte, dass in diesem Fach für den Beruf das mündliche Vortragen nicht primär wichtig ist :( 

@Waldies

Ich fürchte da irrst du. Woher bekommt man in diesem Bereich die Gelder um überhaupt buddeln zu können? Wie finanzierst du die Geräte die du brauchst, Transporte, etc. Über Geldgeber die erst überzeugt werden müssen. Das heißt Vorträge halten, Menschen faszinieren und fachlich überzeugen.

Du bist echt lustig. Klassische Archäologie besteht doch hauptsächlich aus dem Vortragen von Ergebnissen etc. vor Leuten. Wie willst du deine neuen Erkenntnisse denn bekannt machen, ohne diese vorzustellen? Du kannst das Spektrum von BWL bis Latinistik durchwühlen und wirst kein Fach finden, in dem Präsentationen nicht gefordert sind. Wie hast du es denn durch die Kollegstufe geschafft? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Da musst Du auch Museumsführungen machen. Und im Studium hast Du ständig wechselnde Professoren, Dozenten, Assistenten, studentische Hilfskräfte. Und denen willst Du jedes Mal erklären, daß Du eine Psycho bist?

Na gut, der Archäologenberuf besteht nicht aus dem, was die landläufige Meinung aussagt. Du bist nicht jeden Tag an den aufregendsten Orten und findest jahrtausendalte Artefakte. Den Großteil der Zeit verbringt man - v.a. in der klassischen Archäologie - mit Theorie und Selbststudium, besser gesagt aus Lesen, Lesen und noch mehr Lesen.

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