Welche Verletzungen drohen durch den Airbag?

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In einer retrospektiven Studie haben die Würzburger Wissenschaftler über 350 Unfälle analysiert und herausgefunden, dass alleine durch das Auslösen des Airbags Verletzungen auftreten können.

Dabei handelte es sich in der Studie vor allem um okkulte (d.h.nicht-sichtbare) Verletzungen der Körperhöhlen. Für diese Verletzungen gibt es keine Grenzgeschwindigkeit, da sie ausschließlich durch den Airbag verursacht werden.

Besonders schwierig wird es für den Notarzt vor Ort, der die Schädigungen mit den begrenzten Mitteln des Rettungsdienstes erkennen muss. Denn bei den Verletzungen der Körperhöhlen gab es häufig keine äußeren Erkennungszeichen. Am häufigsten traten Schädigungen des Thorax auf, gefolgt von abdominalen Verletzungen. Weiterhin ergab die Studie, dass Frauen unter 35 Jahren besonders gefährdet sind, ein solches Trauma davon zu tragen.

(Aus: Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie 2004; 39:662-667)

Um beim Auslösen des Airbags unnötige, womöglich schwere und zum Teil tödliche Verletzungen zu vermeiden,

  • dürfen Körperteile oder Gegenstände nie auf der Airbageinheit oder in deren unmittelbarer Nähe platziert werden

  • muss der Abstand zwischen Oberkörper und Airbag mindestens 25 Zentimeter betragen, was besonders für kleine Fahrer von Bedeutung ist und

  • dürfen Kinder nie auf dem Beifahrersitz in einem nicht für das Auto zugelassenen Kindersitz mitfahren.

Nur bei einem richtigen Verhalten der Fahrzeuginsassen, so der Allianz Unfallforscher, kann die wichtige Schutzwirkung von Gurt und Airbag voll zum Tragen kommen.

Habe der Beifahrer während der Fahrt die Rückenlehne seines Sitzes zurückgeklappt, geht bei einem Unfall der ausgelöste Airbag ins Leere und der Gurt dringt tief in die Weichteile des Bauches ein. Durch dieses so genannte "Submarining" entstehen schwere innere Verletzungen, die schon bei mittleren Kollisionen tödlich sein könnten.

Wer zu nahe am Airbag sitzt, wird von diesem im Auslösefall mit großer Wucht nach hinten geschleudert und verletzt.

Deshalb empfehlen die Experten des Allianz Zentrum für Technik einen Mindestabstand zwischen Oberkörper und Airbag von 25 Zentimetern - für den Fahrer, aber natürlich auch für einen Beifahrer, der sich also während der Fahrt nicht weit nach vorne beugen sollte.

(ausführlich s.: http://www.allianz-autowelt.de/magazin/presse_archiv/artikelliste-2004/airbags-sicherer-schutz-mit-risiko.html)

super Antwort !

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@JinShin

Vielen Dank! Das hat mir weiter geholfen!

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