Die Leber schüttet nicht wirklich zu viel Zucker aus - deine Leber geht einfach davon aus, das dein Körper genügend Insulin zur Verfügung hat, um deine Körperfunktionen über Nacht aufrecht zu erhalten. Und dazu wird der Zucker benötigt. Da dein Körper aber das erforderliche Insulin nicht zur Verfügung stellen kann und du dieses fehlende Insulin anscheinend auch nicht durch eine gesprtitzte Insulindosis ersetzt, steigt dein Blutzucker über Nacht an. Dadurch gerät dein Stoffwechsel regelmäßig nachts in eine ziemliche Notlage: deine Muskelzellen benötigen Energie, damit zum Beispiel dein Herzmuskel weiter Blut durch deinen Körper pumpt und deine Atemmuskulatur dafür sorgt, dass du nicht im Schlaf erstickst und weiteres. Den im Blut vorhandenen Zucker können die Zellen wegen des Insulinmangels aber nicht nur nicht verwerten, sondern sie können diesen Zucker noch nicht einmal finden - daher melden die Zellen an die Leber: wir brauchen Zucker! Die Leber schüttet brav Zucker aus. Aber da die Zellen des Körpers den Zucker immer noch nicht finden können, fordern sie immer weiter Zucker von der Leber an und der Blutzuckerspiegel steigt weiter. Er steigt zusätzlich auch deshalb noch weiter an, weil die hungernden Körperzellen unter starkem Stress stehen und der Pegel der Stresshormone ebenfalls steigt und die Insulinwirkung dadurch noch zusätzlich reduziert wird. Erst dann, wenn der erhöhte Insulinbedarf berücksichtigt wird und dem Körper das Insulin zur richtigen Zeit zur Verfügung gestellt wird, kann sich der Blutzuckerspiegel normalisieren und der nächtliche Stress für deinen Körper findet ein Ende.

Fazit: Du musst einen Weg finden, deinem Körper nachts (wahrscheinlich in den frühen Morgenstunden zwischen 3 und 6 Uhr) mehr Insulin zur Verfügung zu stellen, ohne in der frühen Nacht durch zu viel Insulin zu unterzuckern. Es kann sein, dass du das durch eine Erhöhung des Basalinsulins erreichen kannst, es ist aber auch möglich, dass du ein anderes Basalinsulin brauchst als du bisher verwendest oder auch dass der Zeitpunkt der Basalspritze verschoben werden muss. Wenn diese Versuche keine Abhilfe schaffen, solltest du über eine Umstellung auf Insulinpumpentherapie nachdenken. Die hohen Werte in der Nacht solltest du jedenfalls auf keinen Fall einfach hinnehmen - denn gerade darunter leiden deine Organe (vor allem das Herz und die Leber) sehr und Folgeschäden werden provoziert.

Ich wünsche dir, dass du diese Schwierigkeiten möglichst schnell in den Griff bekommst!

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Prädiabetes ist eine Vorstufe des Diabetes. Solange du keine allzugroßen Kohlenhydratmengen (nicht nur Zuckermengen, sondern auch die Kohlenhydrate aus Brot, Kartoffeln, Reis, Obst usw.) auf einmal zu dir nimmst, wird der Körper damit noch ganz gut fertig - aber zu viel Kohlenhydrate bei einer Mahlzeit überfordern deine Bauchspeicheldrüse. Es ist zu empfehlen, dass du an einer Ernährungsberatung teilnimmst und dich an die entsprechenden Empfehlungen hältst, dass du möglichst nach den Mahlzeiten einen kleinen Spaziergang machst, dass du versuchst, Übergewicht abzubauen und allzu großen Stress zu vermeiden - dann kann es sein, dass aus dem Prädiabetes erst gar kein Diabetes wird. Wenn du gedankenlos große Mengen Süßes in dich hineinstopfst, vielleicht noch an Gewicht zunimmst und dich wenig bewegst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in Kürze Typ-2-Diabetiker wirst, ziemlich groß.

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Unterzuckerungen sind NIEMALS Hinweise auf einen unerkannten Diabetes - denn ein Diabetiker kann nur dann unterzuckern, wenn der Diabetes bereits behandelt wird.

Es wäre möglich, dass deine Nichte eine Stoffwechselstörung hat, die sich "Hyperinsulinismus" nennt und sehr unterschiedliche Ursachen (und daher genauso unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten) hat - aber wenn deine Nichte aufgrund ihrer Ohnmacht in einem Krankenhaus war, dann haben die dort sicher die entsprechenden Untersuchungen schon gemacht bzw. im Arztbrief an den Hausarzt entsprechende Hinweise und Empfehlungen eingetragen.

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Es ist nicht etwa so, dass die Haut eines Diabetikers zwangläufig immer juckt - aber WENN die Haut eines Diabetikers juckt, dann KANN der Diabetes die Ursache dafür sein. Und das aus folgenden Gründen:

Der Stoffwechsel eines Diabetikers ist nicht stabil - auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt, man wird es niemals schaffen, die Werte so konstant hinzukriegen wie ein gesunder Körper das kann. Dadurch kommt es auch zu teils heftigen Schwankungen im Wasserhaushalt des Körpers, die zu einer Austrocknung der Haut führen können - und eine so trockene Haut juckt. Darüberhinaus können auch Durchblutungsstörungen dafür sorgen, dass auch bei ausgeglichenem Wasserhaushalt die Haut möglicherweise nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Und zuletzt können auch noch Nervenschädigungen dafür verantwortlich sein - geschädigte Nervenzellen können ein Jucken oder auch Schmerzen melden, für die es keine körperliche Ursache gibt.

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Der Korrekturfaktor ist genau wie der BE-Faktor ein absolut persönlicher Wert. Da kannst du dich nur vorsichtig herantasten, indem du bei einem erhöhten Wert eine vorsichtig geschätzte Dosis Insulin spritzt und nach ca. drei Stunden deinen Zuckerspiegel kontrollierst. Diesen Test musst du sicherheitshalber mehrfach wiederholen, bis du deinen persönlichen Korrekturfaktor für jede Tageszeit herausgefunden hast. Viel Erfolg!

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Sowohl Hypoglykämie als auch Hyperglykämie sind gefährlich - jedes auf seine Art.

Bei der Hypoglykämie geht alles sehr schnell und kann in unterschiedlichen Ausgangssituationen schnell lebensgefährlich werden. Eine Hypoglykämie, die nicht rechtzeitig bemerkt wird, kann zu plötzlichem Bewusstseinsverlust führen, was beispielsweise während einer Autofahrt auch mehrere Menschen das Leben kosten kann. Bei jeder schweren Hypoglykämie sterben auch einige Hirnzellen ab (zwar weit weniger Hirnzellen als bei jedem ganz »normalen« Alkoholrausch, aber immerhin!). Das ist natürlich auf Dauer auch nicht gerade gesund.

Bei einer Hyperglykämie liegen die Gefahren zum größten Teil darin, dass diese hohen Zuckerwerte für die ganzen diabetischen Spätschäden verantwortlich sind. Wer oft zu hohe Werte hat, der muss damit rechnen, dass die Blutgefäße und Nerven Schaden nehmen, was zu Nierenversagen, Erblindung oder Beinamputationen führen kann - wenn der hohe Zuckerspiegel überhaupt nicht behandelt wird, führt er oft innerhalb weniger Monate zu einem qualvollen Tod. AKUT besteht bei einem zu hohen Blutzucker auch die Gefahr, dass sich eine sogenannte Ketoazidose entwickelt, die zu einem diabetischen Koma führen kann. Ein solches diabetischen Koma kann tödlich enden oder dazu führen, dass man auf Dauer zu einem Pflegefall wird - aber dieses Koma entsteht lange nicht so schnell wie eine Bewusstlosigkeit aufgrund einer Unterzuckerung. Aber die AKUTE Gefahr ist bei einem hohen Blutzucker lange nicht so groß wie die AKUTE Gefahr bei einer Unterzuckerung - daher im Zweifel einem Diabetiker was Süßes geben. Denn wenn der Verwirrtheitszustand eines Diabetikers wirklich an zu hohem Blutzucker liegt, dann macht es keinen wirklich großen Unterschied, ob der Wert jetzt bei 400 mg% (22,2 mmol/L) liegt oder bei 430 mg% (23,9 mmol/L). Aber ob der Zuckerwert bei 40 mg% (2,2 mmol/L) oder bei 70 mg% (3,9 mmol/L) liegt, kann den Unterschied zwischen Leben und Sterben bedeuten!

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Wie kommst du darauf, dass du an jedem Finger einen anderen Blutzuckerwert hast? Kann es sein, dass du unmittelbar hintereinander an verschiedenen Fingern gemessen hast und die Werte nicht exakt gleich waren? Einen Unterschied von bis zu 20 mg/dl bzw. 1,1 mmol/L bekommst du unter Umständen schon, wenn du mit demselben Messgerät zweimal hintereinander aus dem selben Finger misst - das ist die ganz normale Abweichung der Geräte. Die Messgeräte vermitteln zwar durch die Zahlenangaben den Eindruck, einen genauen Messwert zu liefern - aber ein Wert von zum Beispiel 127 mg/dl bedeutet eigentlich nur, dass der Zuckergehalt des verwendeten Kapillarblutes irgendwo zwischen 120 und 135 mg/dl liegt. Außerdem wird auch das Kapillarblut in den Fingern am schnellsten ausgetauscht - dadurch zeigen sich die tatsächlichen Schwankungen des Zuckergehalts bei Messung aus den Fingerkuppen schneller, als wenn zum Beispiel ein Blutstropfen aus dem Unterarm für die Messung verwendet werden würde. Wenn man also alle Faktoren zusammenfügt, die den unterschiedlichen Werten zugrundeliegen können, dann können die gemessenen Werte schon ziemlich unterschiedlich aussehen, ohne dass einer dieser Werte falsch wäre...

Erst dann, wenn du wirklich dramatische Unterschiede bei diesen Messungen ermittelst und Bedienungsfehler wie vielleicht nicht ganz saubere Hände vollkommen ausschließen kannst, kannst du Rückschlüsse darauf ziehen, dass die unterschiedlichen Messwerte tatsächlich auf unterschiedliche Zuckerkonzentrationen in den verwendeten Blutstropfen zurückzuführen sind.

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Iss lieber Weißbrot als Honig - Honig gehört mit zu den Dingen, die den Blutzucker am allerschnellsten nach oben schießen lassen. Honig ist genauso schnell wie reiner Zucker - dagegen ist Weißbrot eher eine "lahme Ente"...

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Ich habe seit 1987 eine Insulinpumpe - und bei mir hat das Teil noch nie gestört, obwohl sie beim Sex meistens sogar angeschlossen bleibt. Ich habe sogar eine Zeitlang eine Beziehung gehabt, bei der immer gleich zwei Insulinpumpen mit dabei waren: auch mein Partner hatte eine Insulinpumpe, und keiner von uns beiden hat sie beim Sex abgelegt.

Ob das stört oder nicht, hängt einzig und allein davon ab, ob der jeweilige Partner die Insulinpumpe des anderen Partners akzeptiert. Wenn es mit angeschlossener Pumpe nicht funktioniert, kann man das Teil aber, wie anna61 und Sandy46 schon erwähnt haben, für diese Zeit ablegen - jedenfalls dann, wenn sich der Sex nur über maximal ein bis zwei Stunden hinzieht. Wenn man eine ganze Nacht lang Sex hat, wird das mit dem Ablegen schon schwieriger - dann fehlt dem Körper zu viel Insulin, und man müsste ständig unterbrechen, um den Blutzucker zu kontrollieren und ggf. mit dem Pen Insulin zu spritzen.

Mein Freund akzeptiert mich so, wie ich bin - und meine Insulinpumpe gehört für ihn einfach dazu.

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Das mit der Sahne ist richtig - sofern deine Freundin kein (starkes) Übergewicht hat, sorgt der Fettgehalt der Sahne dafür, dass der im Kuchen enthaltene Zucker nicht zu schnell ins Blut gelangt und der Körper besser damit fertig wird. Aber auch, wenn in diesem Punkt fetthaltige Nahrung besser ist als fettfreie oder fettarme, darf man insgesamt nicht zu viele Kalorien zu sich nehmen und zu stark an Gewicht zulegen! Aber man hat (vor allem in der Schwangerschaft) einfach schon mal Heißhunger auf was Süßes, und dann ist ein Stück Sahnetorte oder ein Eisbecher mit Sahne auf jeden Fall besser als eine Handvoll Gummibärchen oder so. Sahnetorte muss ja nicht jeden Tag sein, aber sich diesen Heißhunger ständig zu verkneifen ist nicht einfach und auch nicht wirklich gesund.

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Du musst SOFORT zu einem Arzt - besser noch in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Ein Nüchternwert von 322 mg% spricht dafür, dass dein Körper in einer Ketoazidose steckt - dabei vergiftet sich der Körper selbst, da die Stoffwechselabfallprodukte nicht mehr ausreichend aus dem Blut gefiltert werden können. Auch, wenn du dich momentan noch nicht »dramatisch« mies fühlst - du bist mit ziemlicher Sicherheit schwer krank!
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Vor wenigen Tagen war schon einmal fast die gleiche Frage bei gutefrage.net - der Fragesteller liegt seitdem im Krankenhaus, und das ist seine Rettung.
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Schau hier:
http://www.gutefrage.net/frage/ist-mein-zuckerwert-mit-292-mgdl-sehr-viel-zu-hoch#answer80639780

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Du sprichst von einem »Nachtinsulin«, das du in letzter Zeit immer wieder erhöht hast. Dazu möchte ich sagen, dass es sehr unterschiedliche Verzögerungsinsuline gibt, die sehr unterschiedliche Wirkprofile haben können. Vielleicht spritzt du ein Insulin, dessen Wirkprofil einfach nicht zu deinem Insulin-Bedarfsprofil passt? Das heißt, dass das Insulin nicht zu der Uhrzeit wirkt, wenn du es am meisten brauchst. Wenn das das Problem ist, könnte es je nach verwendeter Insulinart helfen, das Insulin abends später zu spritzen, oder auch auf ein anderes Insulinpräparat mit anderer Wirkungskurve umzusteigen. Das liegt nicht immer nur an der Dosis. Nach dem, was du zu deinen Werten geschrieben hast, könnte ich mir beispielsweise recht gut vorstellen, dass du abends Lantus spritzt, dass aber Levemir für dich besser wäre. Allerdings könnte es sein, dass deine Werte nach dem Frühstück allein schon dadurch besser werden, wenn du dein Brot mit Butter bestreichst - die Butter sorgt dafür, dass die Kohlenhydrate langsamer ins Blut gehen. Die richtige Therapie für einen bestimmten Diabetiker zu finden ist immer ein Geduldsspiel - und manchmal kann sich das eine ganze Weile hinziehen, bis man die richtigen Präparate, die richtigen dazu passenden Dosierungen und die richtigen Injektionszeiten endlich herausgefunden hat. Ich wünsche dir viel Glück!

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