Wie lange dauert eine Verhaltenstherapie?

10 Antworten

Ich mache zur Zeit eine Verhaltenstherapie (leide auch an sozialer Angst) und bin jetzt bei 35 Sitzungen. Ich kann ja mal schreiben, wie dies bei mir ablief/abläuft. Wie hier schon beschrieben, gibt es die 5 Probesitzungen, die kostenlos sind. Dann folgen 20 Sitzungen à 45 Minuten. Danach müssen wieder 20 Sitzungen beantragt und genehmigt werden, die aber der Therapeut bei der Krankenkasse beantragt. Mehr als 80 Sitzungen wird man aber bei dem Therapeuten nicht bekommen. Dann muss man für 2 Jahre aussetzen, unabhängig vom Zustand. Aber, falls erforderlich, kann man sich an bestimmte Stellen, wie die Caritas oder Diakonie, wenden, die Unterstützung bieten. Auch zu einem Facharzt für Psychiatrie kann man gehen, wobei die Termine jedoch wenig und kurz sein sollen (unabhängig vom Zustand. Wie das genau aussieht, weiß ich allerdings nicht). All das, was beantragt worden ist (bis 80 Sitzungen), wird in der Regel auch genehmigt und bedeutet, von der Krankenkasse bezahlt. Die Krankenkasse bezahlt allerdings nur kassenzugelassene Therapeuten (auch approbierte Therapeuten genannt). Nur kassenzuglassene Therapeuten dürfen den Namen "Psychologischer Psychotherapeut" tragen. Darauf muss man achten, wenn man sich einen Therapeuten nimmt. Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach der Besserung des Zustandes und auch die Abstände der Sitzungen.

woher weiß ich, ob der therapeut zugelassen ist oder nicht? bekommt man denn ein schreiben von der krankenkasse ob es genehmigt wird oder nicht? oder schreiben die nur an den therapeuten?

wie oft muss man hin? jeden tag, einmal in der woche?

Antwort auf den Kommentar zu meiner gegebenen Antwort: - Ob ein Therapeut von der Krankenkasse zugelassen ist oder nicht, kannst du sicher bei deiner Krankenkasse am besten erfragen. Wie oft du zuerst kommen musst, entscheidet der Therapeut (also abhängig vom Zustand). Ich würde von 2 x in der Woche ausgehen, so war es jedenfalls bei mir. Danach werden die Abstände länger. Mittlerweile (jetzt nach 35 Stunden) sind es bei mir alle 8-10 Wochen. In der Regel bekommt nur der Therapeut ein Schreiben über die Genehmigung der weiteren 20 Sitzungen.

kann man das auch den psychologen selbst fragen? ob er kassenzugelassen ist oder nicht? bei dem stand nämlich dass er psychotherapien durchführt. kann dir auch den genauen link schicken wenn du magst.

kann man das auch den psychologen selbst fragen? ob er kassenzugelassen ist oder nicht? bei dem stand nämlich dass er psychotherapien durchführt. kann dir auch den genauen link schicken wenn du magst.

@xxLiLKira

Ja, das kannst du ihn auch selber fragen. (Die meisten sind kassenzugelassen.)

Die Krankenkasse zahlt nicht nur die Verhaltenstherapie, sondern auch andere Therapieformen.

Die 5 probatorische Sitzungen sind nicht umsonst, sondern werden ohne Gutachten von der Krankenkasse bezahlt.

Dies hat den Grund, dass Therapeut und Klient sich zum einen kennen lernen sollen, zum anderen muß der Therapeut aber, nach diesen Sitzungen (wenn die Beiden weiterhin therapeutisch arbeiten wollen) ein Gutachten für die Krankenkassen schreiben.

In diesen 5Stunden wird also nicht primär therapeutisch gearbeitet, sondern die Anamnese erstellt und die Biografie erarbeitet.

Außerdem werden Therapieziele festgelegt.

Mit diesem stellt er den Antrag auf Kosten übernehme für deine Therapie und begründet diese auf eine Diagnose und fordert ein bestimmtes Stundenkontinent an.

Die Krankenkassen genehmigen dieses dann oder halt nicht.

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Heilung wirst Du mit einer Therapie nicht bekommen, du lernst lediglich mit deinen pathologischen Verhaltensweisen umzugehen.

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Ob Du eine soziale Phobie hast, kann nur von einem Fachmann diagnostizieren.

Angst davor in der Öffentlichkeit zu sprechen, haben viele Menschen, nicht jeder von diesen hat eine soziale Phobie.

Als alternative zur Therapie kannst Du einen Rhetorikkurs machen oder vielleicht an einem sozialen Kompetzentraining teilnehmen.

ich hab das aber schon seit meiner kindheit und bin mittlerweile fast 20..

außerdem kosten rhetorikkurse was und da ich eh in nem dorf wohne, müsste ich erstmal zur landeshauptstadt fahren, wo es sowas gibt. (bin schüler, habe kein auto und kein geld um den kurs zu zahlen)

bin momentan in logopädischer behandlung. falls es sich nicht bessert, muss ich zum psychologen.

@xxLiLKira

achja und muss man eine praxisgebühr zahlen? kann man auch zum augenarzt gehen und denen sagen dass man eine überweisung fuer den psychologen braucht? oder muss man pro quartal je 10 euro fuer augenarzt und je 10 euro fuer psychologen zahlen?

Ja, die Krankenkassen übernehmen grundsätzlich die Kosten einer Verhaltenstherapie, auch die Kosten der 5 Probesitzungen (sogen. Probatorische Sitzungen). Während der Probatorischen Sitzungen wird die Diagnose erstellt, mit dir gemeinsam die Therapieziele festgelegt, der Behandlungsplan besprochen und der Therapieantrag für die Kostenübernahme gestellt (macht der/die Therapeut/in). Es kann zunächst ein Antrag auf Kurzzeittherapie (25 Sitzungen, KZT) oder Langzeittherapie (45 Sitzungen, LZT) gestellt werden. Unabhängig von der beantragten Therapie können Verlängerungsanträge gestellt werden: Nach 25 Sitzungen, Verlängerung um 20 Sitzungen; nach 45 Sitzungen, Verlängerung um 15 Sitzungen, nach 60 Sitzungen, Verlängerung um weitere 20 Sitzungen. Nach 80 Sitzungen ist keine Therapieverlängerung auf Kosten der Krankenkasse mehr möglich. Anspruch auf eine neue von der Krankenkasse finanzierte Psychotherapie hast du dann wieder nach 2 Jahren. Ein Therapieantrag, sowie die Verlängerungen müssen von der Krankenkasse bewilligt werden. Dies ist bei KZT oder LZT meist unproblematisch. Danach müssen schon triftige Gründe für die Notwendigkeit weiterer Sitzungen vorliegen.

Wie lange du benötigst, um dein Problem zu bewältigen, kann niemand sagen. Das ist individuell verschieden. Wenn du änderungsbereit bist, wirst du dein Problem auf jeden Fall sehr gut mit Hilfe der Verhaltenstherapie lösen können.

Alles Gute!

Hast du denn schon einen Termin beim Psychotherapeuten? Man steht in der Regel auf der Warteliste und das länger. Ich weiß von einer Zeit von ca. einem Jahr. Aber es gibt die Möglichkeit, in ein Krankenhaus zu gehen (Wartezeit ca. 3 Monate). Wenn man nach 3 Monaten noch keinen Termin bei einem Psychotherapeuten bekommen hat, kann man sich auch einen nicht kassenzugelassen Therapeuten nehmen. Das sollte man aber vorher der Krankenkasse mitteilen. Man muss auch dokumentieren, wo und wann man sich auf die einzelnen Wartelisten hat eintragen lassen. Ich habe hier einen, wie ich meine einen guten Link, (die Internetseite der bekannten Therapeutin Doris Wolf) über das Thema Psychotherapie und Angst: http://www.palverlag.de/Psychotherapie.html

Ich habe vergessen, hier eine weitere Möglichkeit zu nennen, wie man die Wartezeit gegebenenfalls verkürzen kann: Wenn man bei der Kassenärztlichen Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes nachfragt, ob Therapeuten im näheren Umkreis bekannt sind, die kurze Wartezeiten haben. In den meisten Fällen gibt es sie nicht. Ich hatte z. B. vor ca. 2 1/2 Jahren Glück und habe bei meinem Wechsel nur 3 Monate warten müssen. Versuchen kann man es ja!

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