Kieferchirurgie Kieferbruch. Jemand Erfahrung?

3 Antworten

Die Krankenkasse zahlt bei Patienten über 18, wenn eine kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombibehandlung nötig ist. Die wenigstens Kieferorthopäden empfehlen so was aus rein ästhetischen Gründen. Einer der Kieferorthopäden muss einen Antrag auf Kostenübernahme stellen, dann erfährst du's sicher.

Einfach aus Spass ist so ein Eingriff natürlich nicht zu empfehlen. Die Schmerzen sind schon ordentlich (auch mit Schmerzmitteln), ausserdem kann man je nach genauem Eingriff während Wochen nicht richtig essen/sprechen/zähneputzen und es kann auch Diverses schief laufen. Besprich die Details mit dem behandelnden Arzt.

Was die Kosten betrifft, bist du völlig falsch informiert. Es ist KEIN ästhetischer Eingriff. Ist der Chirurg Angestellter eines Krankenhauses, zahlst du für die OP nichts. Ist es ein Belegarzt, kommen Kosten auf dich zu, über die du aber vorher aufgeklärt wirst. Für die nötige Kieferorthopädie wird nach wie vor vom Kieferorthopäden ein Antrag gestellt.

Der Kiefer wird nicht gebrochen. Es macht einen Unterschied, welcher Kiefer versetzt werden soll oder ob beide simultan versetzt werden sollen. Ich erkläre jetzt mal nicht einfach drauf los, denn dafür reichen die Zeichen nicht ;)

Die Schmerzen nach einer solchen OP sind verhältnismäßig schwach, da nämlich erst mal alles taub ist. Im Oberkiefer liegt das an der Schnittführung, im Unterkiefer daran, dass man den Unterkiefernerv ärgern muss. Das heißt, man hält ihn zur Seite, drückt ihn dabei, weswegen er dann seine Reizleitergeschwindigkeit stark vermindert. Nach ein paar Wochen verschwindet das dann wieder.

Man kann danach den Mund nicht gut öffnen und muss daher bald mit Übungen anfangen. Außerdem muss man Gummizüge hängen, die dafür sorgen, dass der Unterkiefer bleibt, wo er hingesetzt wurde. Die Muskulatur arbeitet nämlich dagegen. 6 Wochen lang darf man nur sehr weiche bzw. flüssige Kost zu sich nehmen. Sportverbot herrscht natürlich auch. Es dauert leider auch sehr lange, bis die Schwellung zurückgeht.

Da du jetzt schon von Knacken im Kiefergelenk schreibst, solltest du dich vielleicht für die OP entscheiden, wenn so viele schon dazu geraten haben. Das Knacken wird nicht verschwinden, aber die Chancen stehen gut, dass du danach keine oder weniger Probleme haben wirst. Leider kann man das aber nicht garantieren. Überbiss-Patienten bekommen spätestens ab dem 40. Lebensjahr fast immer Beschwerden mit den Kiefergelenken, werden oft zu Dauer-Schienen-Trägern.

Risiken: Wird der Oberkiefer operiert, kann es mal bluten, weswegen der Eingriff nur stationär durchgeführt werden sollte. Im Unterkiefer kann eigentlich nichts passieren. Um den Nerv zu verletzen, müsste man sich schon ziemlich blöde anstellen, da man ihn bei der Verlagerung sehr gut sehen kann. Das Risiko des Rezidivs besteht, weil die Muskulatur gegen den Chirurg arbeitet. Ansonsten hat man die üblichen Risiken, wie bei jeder anderen OP unter Vollnarkose auch.

Lasse dich von einem routinierten MKG-Chirurg eingehend beraten (Vorsicht, das sind wenige!) Und entscheide dann in aller Ruhe, was du möchtest. Ich kann dir nur sagen, dass ich schon einige hundert Dysgnathie-Patienten begleitet habe, und bei keinem gab es je Probleme (Außer in dem einen Fall, als der Patient nach der OP Kaugummi kaute) Aber ein Spaziergang wird es leider nicht.

Nach der OP wirst du Schmerzmitteln bekommen, so stark sollten die Schmerzen also nicht sein. Ob deine Krankenkasse die OP bezahlt musst du dort erfragen, hier weiß ja niemand bei welcher KK du bist.

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