kann ein mensch mit sozialer Phobie jemanden kennen lernen?

5 Antworten

Solche Leute finden nur sehr wenige ehrliche Freunde, da sie sich ja immer schnell wieder zurück ziehen und alleine mit sich klar kommen wollen und müssen. Meist lernen diese Leute nur neue Menschen kennen, die im direkten Umfeld sind, sprich am Arbeitsplatz. Denn meist sind sie auch nicht unternehmungslustig... Die sind kaum in einer Diskothek oder Cafe anzutreffen. Diese Leute bekommen schon den Mund auf, nur es kommt kaum eine Annäherung zustande, sie blocken schnell ab, sowie es ihnen zuviel wird. Eine Partnerschaft ist meist nur mit gleichgesinnten Persönlichkeiten sinnvoll, oder machbar.

Ich selber leide unter dieser Krankheit ! Habe auch eine Freundin ! Arbeite aber in einer behinderten Werkstatt. Da hab ich gute Kontakte was vor paar Jahren nicht so war ! Und ich panik bekommen habe mit den leuten in Kontakt zu treten !! Aber jetzt geht das in der Werkstatt ! Wo anders ist das nicht so gut ! Habe immer noch probleme jemanden richtig (wo anders Dorffest z.b) kennenzulernen ! Bin dann immer so aufgegt und muss zusetzlich ständig auf WC (kein scherz) Aber damit muss ich wohl leben ! In der Werkstatt ist es aber wieder gan anders !!!

Natürlich geht das ... wer für sich selbst erkennt, dass er eine soziale Phobie hat, hat schonmal einen ersten Schritt getan. Das Schlimmste, was man in so einem Fall tun kann, ist sich vor dem, wovor man sich fürchtet, in seiner Hütte zu verkriechen. Das nennt sich Vermeidungsverhalten und ist mehr als Kontraproduktiv, da die Ängste dadurch nur größer werden. Viel besser ist es, dagegen anzukämpfen, in kleinen Schritten ... man muss ja nicht gleich auf große Veranstaltungen gehen, wo hunderte oder tausende Leute herumlaufen ... aber man sollte halt immer wieder unter Menschen gehen, sich mit Leuten unterhalten, auch wenn es schwer fällt. Fortschritt gibt es zwar nur langsam, aber das ist wohl die einzige Möglichkeit, eine soziale Phobie zu bekämpfen ... und ab einen bestimmten Punkt fällt es einem dann auch immer leichter, Menschen kennenzulernen. Das ist übrigens bei fast allen Ängsten/Phobien so. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Ängste/Phobien sind nichts anderes als (schlechte) Gewohnheiten. Man kann sie sich aber auch wieder abgewöhnen und das ist das gute daran.

Wolpertinger hat meiner Ansicht nach diese Diskussion sehr schön auf den Punkt getroffen- es ist zwar möglich, über alle Menschen EIN Urteil abzugeben, aber ich denke es wird dem Einzelnen nicht gerecht.

Ersteinmal zur "Charakterisierung" von psychischen Störungen: Ein seelischer Konflikt äußert sich durch Symptome. Die Symptome, die auf einen Konflikt bzw. eine Störung des seelischen Flusses schließen lassen, sind ganz individuell. Niemand ist ein Prototyp eines Störungsbildes, weil die Störung "soziale Phobie" eine Reduktion darstellt und somit eine Abstraktion.

Übertragen auf dieses Beispiel, gibt es also die Möglichkeit, dass ein Mensch zwar gehindert ist, mit einer gewissen inneren Sicherheit, mit Selbstvertrauen und innerer Unabhängigkeit mit Anderen umzugehen, keinesfalls dadurch aber geschlussfolgert werden sollte, dass er es deshalb generell vermeidet, nicht auf Menschen zugeht oder sofort stottert. Es kann auch möglich sein, dass sich die Äußerung eines tiefen inneren Konfliktes die wir hier "soziale Phobie" nennen anhand der individuellen Seinsverfassung auch so äußert, dass sich ein Mensch in seinen Ängsten geradezu übergeht und gar nicht als ein solcher ängstlicher erscheint.

Denn es geht hier um den Grundkonflikt, die Ursache- die liegt nicht darin, dass man im Umgang mit Anderen Angst hat. Auch die geht auf ganz untershiedliche Auslöser zurück, sei es der genetischen Bestimmung und(kaum oder) begünstigenden Umweltfaktoren wegen, die ebenfalls in ganz spezifischer Bedingungslage zu untersuchen wären.

Angst im mitmenschlichen Miteinander wurzelt meiner Meinung nach in einer fehlenden Liebe zu sich. In fehlendem Vertrauen in sich und das Gelingen des eigenen Lebens. Diese Liebe und dieses Vertrauen in sich gibt dem Einzelnen innere Sicherheit und die Möglichkeit zu einer inneren Unabhängigkeit.

So fühlt man sich nicht abhängig von dem Urteil des Anderen, nicht angewiesen auf die Zuneigung oder das Wohlwollen des Gegenübers, weil man sich abgrenzen kann.

Nun zur Frage. Ich denke für meinen Teil, es ist zumindest für einen Menschen,der im menschlichen Miteinander Angst hat- besonders er selbst zu sein und das eigene Leben, das Selbst , "fließen" zu lassen, erschwert, eine Beziehung zu führen, aber keines weges unmöglich. Zu einer Beziehung gehören ja normalerweise 2 Menschen und somit denke ich, kommt es zum einen auch sehr auf den Partner an, in wiefern er Sensibilitiät und "Antennen", also eine Gespürfähigkeit für den ängstlicen Partner hat, inwiefern er selbst Angst hat, inweoiefern er geduldig ist und auch inwiefern er liebesfähig ist.

Die gesamten situativen Gegebenheiten tragen auch ihren Teil bei. An dieser Stelle möchte ich gern einmal auf Erich Fromms "die kundt des liebens" hinweisen- was ein wunderschönes buch ist und nicht,, wie leicht vermutbar , eine Anleitung zu perfekter liebe gibt und zu perfekter partnerschaft. im gegenteil, er geht recht analytisch vor und versuch die bedingungen für liebesfähigkeit zu beschrieben. Dabei ist aber eine Quintessenz, dass es einem Menschen selten in die Wiege gelegt wird, "einfach so " zu lieben.

Mich erinnert diese Frage ser an angesprochene Themen dieses Buches. Auch in ihm wird darauf verwieden, dass es fraglich ist, ob ein Mensch, der sich selbst nicht Liebe schenken kann, es einem anderen (frei und ohne Gegenerwartung) geben kann.- Und damit eine schöne Partnerschaft führen kann

Aber für einen Menschen, der soziale Ängste hat, heißt es nun lange nicht, dass er nun sich selbst zu den abgestempelten Akten legen soll, sich nun noch weniger wertschätzen soll, weil er erkennt, dass er es nicht tut. Im gegenteil: Erkennen heißt Möglichkeit.

Natürlich können diese Menschen Partnerschaften haben.

Erstens sind die Krankheitsbilder sehr individuell und es gibt Unterschiedliche Schwergerade.

Und die wenigsten Menschen mit einer Sozialphobie verlassen niemals mehr ihre Wohnung und leben vollständig isoliert.

Ich litt selbst Jahre lang darunter und kann dir deshalb auch sagen dass es sehr schwer ist jemanden kennen zu lernen.

Falls du selbst oder ein Bekannter davon betroffen sind kann ich dir nur diese Seite empfehlen hat mir am meisten geholfen. Erwarte jetzt kein Wundermittel, aber wie gesagt es hat mir sehr geholfen.

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