Entspannen bei einer Vollnarkose immer alle Muskeln?

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Es gibt ja prinzipiell zwei verschiedene Arten von Muskulatur. Zum einen ist das die sogenannte quergestreifte oder Skelettmuskulatur, zum anderen die sogenannte glatte Muskulatur. Die Skelettmuskulatur ist dadurch gekennzeichnet, dass sie in der Regel willkürlich angespannt oder gelockert werden kann. Diese Anspannung erfolgt in Narkose natürlich nicht, da vom Gehirn keine Signale an die Muskulatur gehen. Die glatte Muskulatur, aus der die allermeisten Schließmuskeln sowie die Muskulatur des Darms sind, ist nicht willkürlich innnerviert. Das heißt, sie benötigt keine bewussten Befehle vom Gehirn, um zu funktionieren. Die Funktion von Schließmuskeln, z.b. also von Blase und Darm, ist somit nicht zu sehr beeinträchtigt. Es kann trotzdem passieren, dass man während einer Narkose auf den OP-Tisch pinkelt-das liegt dann aber nicht daran, dass der Schließmuskel versagt, sondern daran, dass man eben einfach dringend muss, jedoch nicht bewusst verhindert, dass ich die Blase ihrer Note folgend entleert (das ist nämlich durch Benutzung der Beckenbodenmuskulatur der ähnliches durchaus möglich, einen dringenden Harndrang absichtlich und bewusst zurückzuhalten).

Neben dieser Geschichte mit der Innervation ist in einer Narkose noch die Muskelrelaxation relevant. Oft gibt man zur Einleitung einer Narkose Medikamente, die die Muskulatur lernen sollen, die sogenannten Muskelrelaxantien. Diese relaxantien wirken an der sogenannten neuromuskulären Endplatte, das ist die Stelle, wo ein Nerv in den Muskel übergeht und dort ein Signal übermittelt. Die Übertragung dieses Signals wird durch Muskelrelaxantien verhindert, dadurch kann der Muskel nicht anspannen. Quergestreifte und glatte Muskulatur haben unterschiedliche chemische Prozesse bei der Innervation. Das bedeutet, dass die Muskelrelaxation letztendlich fast gar nicht bei glatter, sondern nur bei quergestreifter Muskulatur funktioniert. Entsprechend wird durch die Muskelrelaxation die Skelettmuskulatur komplett ausgeschaltet, die Muskulatur des Darms und der Schließmuskeln allerdings nicht.

Aus diesem zwei Tatsachen erklärt sich, dass während der Narkose die bewusst steuerbare Muskulatur (Atemmuskulatur, Muskulatur der Extremitäten, der Bauchdecke und ähnliches) nicht funktioniert, die unbewusst funktionierende Muskulatur, wie z.b. Darm und Schließmuskel, allerdings sehr wohl. Sie mag in ihrer Funktion eingeschränkt sein, grundsätzliche Muskelkraft ist jedoch da.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort!!

Die Narkosemittel wirken direkt auf das zentrale Nervensystem im Gehirn und im Rückenmark ein.

  • Bewusstseinsausschaltung
  • Schmerzausschaltung
  • Muskelentspannung: Muskelentspannende Substanzen legen bestimmte Botenstoffe lahm, die für die Übertragung von Reizen verantwortlich sind. So wird vermieden, dass Muskeln während der Operation zucken.

Kommt jetzt natürlich auch auf die OP und die genaue Narkose an.

Du schläfst tief und fest. Heißt da brauchst du dir auch keine Gedanken machen auf die Toilette zu müssen.

Lass es einfach auf dich zukommen und mach dir nicht zu viele Gedanken.

Grüße

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Vielen Dank für deine Antwort :)

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