Anmeldetresen in Arztpraxen überwiegend indiskret?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Solche Situationen, die Sie hier beschreiben, sind auch mir bekannt. Oft liegt das ebenfalls mit an den Bauweisen der Gebäude, finde ich. Viele Arztpraxen - überhaupt auch in Städten - haben normal angemietete Wohnräume als Praxis. Manche sind allgemein sehr beengt - und es gibt allgemein sehr wenig Platz und z. B. kleine Behandlungsräume, in denen man sich kaum umdrehen kann.

...Was soll man da als Patient dagegen tun...?

...Betreffen diese Gespräche an so einer Anmeldung nicht mein Anliegen, versuche ich, so gut es geht, wegzuhören (oder wenn nicht möglich - gleich wieder zu vergessen -) , denn solche Dinge und Krankheiten von anderen interessieren mich da nicht - und außerdem geht mich das eigentlich auch gar nichts an.

Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass sich andere Patienten da ganz gegenteilig verhalten - ganz besonders, wenn man sich noch untereinander kennt.

...Und jeder weiß anscheinend auch nicht, dass man sich eigentlich "von Grund auf" selbst etwas "diskret" verhalten sollte, so gut wie möglich.

...Denn der persönliche Arztbesuch ist für so manchen eigentlich ein sehr intimes Thema.

Ich habe festgestellt, dass die überwiegende Mehrzahl der Praxen ehemalige Wohnungen sind. Insbesondere, wenn es sich um ältere Gebäude handelt (meistens Gebäude, die bis in die 60er Jahre erbaut wurden). Die sind größtenteils sehr ungünstig eingeteilt. Ich war mal in einer hochmodernen Praxis, dessen Gebäude 2002 fertiggestellt wurde (Hochhaus mit Büros). Dort sind Anmelde- Und Wartebereiche ideal voneinander getrennt und man kann ihn vom Wartebereich aus nicht einsehen und hören.

@antares2508

...Eben..l

Da gibt es himmelweite Unterschiede - und nicht selten ist das "Problem" wirklich baulich bedingt - und das Personal, bzw.. der Arzt, "kann" in diesem Fall gar nix dafür - oder nur sehr schwerlich

Die Bundesärztekammer schreibt dazu:

Die ärztliche Schweigepflicht ist von grundlegender Bedeutung für das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient2 . Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Arzt anvertraut oder bekannt geworden ist, zu schweigen. Die ärztliche Schweigepflicht zählt zum Kernbereich der ärztlichen Berufsethik. Die rechtliche Ausgestaltung der Schweigepflicht erfolgt durch die Bestimmungen des § 9 Abs. 1 der (Muster-)Berufsordnung der in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (MBO-Ä) sowie die entsprechenden Regelungen der Berufsordnungen der Landesärztekammern3 .

Neben dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient umfasst der Schutzzweck der ärztlichen Schweigepflicht auch die Wahrung des Patientengeheimnisses, dessen Verletzung durch den Arzt mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Bei der elektronischen Datenverarbeitung in der Arztpraxis ist ebenfalls das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Patienten zu beachten. Für die niedergelassenen Ärzte sind insoweit die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) einschlägig. Besondere Relevanz erfahren die Datenschutzvorschriften im Hinblick auf die ärztliche Dokumentationspflicht und den damit korrespondierenden Auskunfts-, Einsichtnahmeund Herausgaberechten des Patienten. Die Verpflichtung zur ärztlichen Dokumentation ergibt sich aus § 10 Abs. 1 MBO-Ä sowie gemäß § 630f Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) aus dem Behandlungsvertrag. Der Einsatz von EDV in der Arztpraxis kann nicht mit der privaten Nutzung von Computern verglichen werden. Deshalb sind beim beruflichen Einsatz in der Arztpraxis auch aus strafrechtlichen und haftungsrechtlichen Gründen besondere Schutzvorkehrungen erforderlich. Besondere Bedeutung kommt insoweit der Technischen Anlage zu diesen Empfehlungen zu. Diese gibt einen kompakten und weitgehend allgemeinverständlichen Überblick über die zu empfehlenden IT-Sicherheitsmaßnahmen in den Arztpraxen. 2. Die ärztliche Schweigepf

Ich war mal bei einem Psychiater und da war es ganz krass. Ich meine, psychiatrische/psychologische Dinge sind doch, sehr, sehr heikel und empfindliche Details eines Menschen. Dort befand sich der kleine Warteraum direkt neben dem Anmeldebereich - es waren keine zwei Meter Abstand dazwischen! Man konnte alles mithören! Telefonate und Patienten am Tresen, die ihre Probleme schilderten und was sie mit dem Arzt besprochen haben und welche Medikation eingestellt wurde. Ich fand, dass das eigentlich nicht mehr tolerierbar war.

Bei meinem Arzt achtet man auf Diskretion. Man weist darauf hin Abstand zu wahren und der Tresen ist hoch genug das man nicht ohne weiteres einen Blick auf fremde Krankendetails o.ä. erhaschen kann.

Wenn das bei deinem Doc nicht so ist, ist es an dir darauf hinzuweisen wenn dir jemand zu sehr auf die Pelle rückt oder die Arzthelfer deine Unterlagen offen liegen lassen.

Es geht ja nicht um Dokumenteneinsicht, sondern darum, dass man die Leute reden hört. Und man hört die auch reden wenn der Tresen hoch genug ist und man den Diskretabstand einhält 😉

@Csarasz

Ich gehe am Tresen nicht in Details, die bespreche ich mit dem Arzt. Wenn du was aufschnappst was du nicht hören wolltest.. da gibt es keine Lösung für denke ich.

Das hängt wohl auch mit der Form der Gesprächsführung zusammen und mit wem man denn was bespricht.

Ich rede mit der TPA gewiss nichts über meine Erkrankung oder Medikamentierung, sondern vereinbare Termine für die Konsultation und für's Labor. Medizinisch Relevantes bespreche ich mit dem Onkel Doktor in gebührender Diskretion.

Aber jedem das seine.

Da kann ich Dir nur vollstens zustimmen, den meisten Ärzten ist es sowieso lieber wenn man einen Termin hat.

Den Eindruck habe ich auch. Telefonate, Arztanweisungen - alles trasparent - würde man an anderer Stelle sagen. Selbst der erwünschte Sicherheitsabstand von wenigen Zentimetern reicht nicht aus, um wegzuhören.

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