Teure und nicht gebrauchte Arzneimittel. Spenden statt in einer Apotheke abgeben?

5 Antworten

Oder wende dich doch an Hilfsorganisationen, wie Ärzte ohne Grenzen oder so, vielleicht wissen die auch, ob die das annehmen dürften.

Medis irgenwohin spenden ist zu unsicher und gefährlich wegen verschiedenen Ablaufdaten und Gefahr von Schwarzhandel etc.. Die Idee, Medis dem Hausarzt zurück zu bringen, um sie gratis an Patienten abzugeben, die vielleicht nicht eine ganze Packung eines Medis benötigen, finde ich gut. Aber da müsste der Hausarzt mitmachen.

Also zunächst mal zu Ihrer Überlegung: Sie ist gut gemeint und von daher absolut lobenswert.

Aber in der Praxis gibt es leider nur einen einzigen gangbaren Weg: Die Entsorgung über das Giftmobil oder die Apotheke. Warum ?

Nun, die Hausärztin, die ebenso gut gemeint Ihre Spritzen weitergibt, geht ein hohes Risiko ein. Kann sie sicher sein, dass die zurückgegebenen Medikamente ordentlich gelagert worden sind ? Dass sie nicht vorsätzlich irgendwie verändert wurden (alles schon dagewesen). Und abgesehen davon ... wer behält in der Praxis den Überblick über die Präparate, die zufällig da sind, wer kontrolliert den Verfall oder oder oder. Diese Argumente erscheinen kleinkariert und treffen vermutlich auf Sie nicht zu, sind aber dann relevant, wenn es dann doch zu einem Zwischenfall kommt. Dann ist nämlich das Geschrei gross.

Was die Hilfsorganisationen anbelangt: Die WOLLEN gar keine "wild" gespendeten Arzneimittel mehr. Viel zu oft kamen im Laufe von Sammelaktionen Berge von Müll zusammen, die dann teuer entsorgt werden mussten. Wenn die Grenzbehörden eines Empfängerlandes in einem Container eine einzige verfallene Packung entdecken, geht der komplette Container zurück - mit allem, was drin ist. Ich habe im Zusammenhang mit dem Tsunami in Südostasien viel mit Medikamentenlieferungen an unsere Partnerorganisationen vor Ort zu tun gehabt ... oje, all die gut gemeinten privaten Initiativen sind eher in die Hose gegangen als dass sie geholfen haben. Viel effektiver sind spezielle "Kits", die zB hier in Deutschland von Organisationen wie "Apotheker helfen" oder "Apotheker ohne Grenzen" bereitgestellt werden und die dann an die vor Ort tätigen Ärzteteams verteilt werden. mfg

Vielen Dank für die ausfühliche und aussagekräfte Antwort. Ich werde DeineHinweise beherzigen.

medikamente spenden ( von privatperson ) ist verboten. weiss zwar nicht den §§ , aber ist so.

manche hausärzte nehmen alte bzw. nicht mehr zu gebrauchende medis an und geben sie evt weiter. frag einfach mal nach.

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