Antidepressiva nach Tod des Hundes?

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Hallo endlich mal nutzer die wirklich hilfreich und verständnissvoll antworten und nicht nur hetzen. Freu. Jetzt zu antwort : ich kann mich nur anschließen lass die trauer zu . Von meinen hunden musste ich auch 2 zuhause einschläfern lassen , einer ist in meinen armen gestorben und von den jetzigen ist eine schon 17 jahre alt.......ich habe jedesmal geheult wie ein schlosshund und nur auf der arbeit fuktioniert . Dadurch das mein mann nie dabei war weil er das nicht konnte hieß es für mich stark sein obwohl es sich komisch anhört aber das hat geholfen. Sei stark für deinen anderen hund und fülle die lücke mit einem neuen hund der hilfe braucht. Es muss ja nicht ein welpe sein .liebe grüße netti

Hallo,

das klingt jetzt vielleicht herzlos was deinen Verlust betrifft, aber ich würde dir raten, dich mit dem Gedanken an einen neuen Welpen zu befassen.

Ich habe gelesen, dass du noch einen alten Hund hast, du sagst er leidet auch, aber da ist auch viel Interpretation, weil wir nicht wissen können, was in Tieren genau vor sich geht.

Der Gedanke an einen Welpen, sich auf die Suche machen, kann helfen, wenn ich auch nicht zu überstürztem Kauf rate, da muss man sich schon Zeit lassen! Aber schon die Gedanken in eine andere Richtung zu bringen, kann wohltuend sein.

Ich habe das so erlebt, als ich mein Pferd verloren habe. ´Das Suchen nach einem neuen Pferd hat mir geholfen und ich habe jetzt ein ganz liebes neues Pferd.

Trauer gehört aber natürlich dazu und wenn mein Hund sterben wird, werde ich auch sicher lange weinen. Das geht vielen so, es ist ein ganz schmerzlicher Verlust.

Weil du wegen der Antidepressiva gefragt hast, da finde ich Johanniskrautkapseln auch eine gute Möglichkeit!


Das ist maximal ne akute posttraumatische Belastungsreaktion (NICHT Belastungsstörung = PTBS!!).

Die wird nicht medikamentös behandelt. Höchstens mal ganz kurzfristig Schlafmittel oder Beruhigungsmittel (Benzodiazepine). Die machen aber extrem schnell abhängig und können nur akut und auf Bedarf gegeben werden und sind für deinen Fall auch nicht indiziert.

Hält es länger an (3+ Monate) ist zum einen ne Psychotherapie indiziert, zum anderen muss man die Diagnose überdenken und auf PTBS (habe ich noch nie gehört bei Haustier gestorben, höchstens bei Eltern gestorben als man noch Kind war... Die Diagnose geht idr mit eigener Todesgefahr und schweren Traumata einher - natürlicher Tod gehört da nicht dazu) und Depression prüfen.

Wobei Niedergeschlagenheit NICHT mit klinischer Depression gleichzusetzen ist, Depression is Teint Problem des Antriebs, nicht der Stimmung. Stimmung ist nur Folge.

Antidepressiva brauchen mind 4 Wochen bis sie wirken, oft muss man aber mehrere versuchen um das Richtige zu finden, und dann bringen sie oft trotzdem Nebenwirkungen mit sich, die nicht zu unterschätzen sind.

Ich würde eher zu ner Selbsthilfegruppe raten, falls das dein Ding ist, oder Kontakt zu ner Beratungsstelle bzw auch einem sozialpsychiatrischen Zentrum, dort kommst du in Kontakt, kannst mit wem reden, Probleme können gelöst werden, wenn es lang anhält, dann auch Psychotherapie... Wobei da die Indikation fragwürdig ist und du das ggf selbst zahlen musst.

In meiner langjährigen Arbeit mit Hunden und deren Besitzern habe ich auch erfahren, dass Halter nach dem Tod ihres Tieres krank wurden und ärtzliche Hilfe brauchten. Es ist keine Schande sich damit zu befassen. Jeder Mensch tickt anders. In ein tiefes Loch nach Ableben des geliebten Vierbeiners fallen die Meisten, was nicht anders ist wie beim Verlust einer einem sehr nahestehenden Person. Vorübergehend mögen Medis hilfreich sein. Aber ist es nicht so, dass auch noch ganz viele andere Probleme damit im Zusammenhang stehen und diese sehr enge Bindung zum Tier eine Geschichte hat?

Seit dem ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere.

Jeder Abschied ist auch ein neuer Anfang. Du bist jetzt frei! Kannst ohne Tier weiter oder Dich einem anderen zuwenden, was all Deine Liebe braucht. Mit neuer Aufgabe, ohne Vergleiche, kannst Du wachsen, überwinden.

Ich selber halte nichts vom Einsatz von Psycho- Medis. Machs wie meine langjährigen Hundefreunde und Züchter im schlimmen Verlustfall -  sauf mir in deren Gesellschaft einen an, vllt. 3 Tage lang, danach gehts mir noch sauelender, aber es wird mir jedem Tag trotzdem besser. Schwer zu beschreiben. Habe einen freien Platz und such nach einem mit Hilfe, der ihn belegt. Nichts ist wie vorher, anders aber neu erfüllt.

Uff, antidepressiva wirken generell erst nach ein paar Wochen & werden nur bei einer vorliegenden psychischen Erkrankung verschrieben ( haben teilweise echt heftige Nebenwirkungen). Desweiteren wirken diese Medikamente nicht so wie du es dir vielleicht vorstellst. Du fühlst dich nicht auf einmal super, nur wegen dieser Medikamente.

Es ist okay eine Zeit lang zu trauern. Das gehört zum Leben dazu. Sollten deine Gefühle nicht besser werden, könntest du zu nächst mit einer Psychologin über deine Probleme sprechen, vielleicht würde dir das auch schon helfen.
Alles gute
Katja

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