Kann Hypnose Beziehungsängste (Asperger/Schizoid) heilen?

3 Antworten

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Asperger und Persönlichkeitsstörungen haben nichts miteinander zu tun. Bitte trenne das sorgfältiger, denn dann fällt es leichter, dir zu antworten.

Es gibt Persönlichkeitsstörungen die durch schlechte Erfahrungen erlernt werden. Eruieren und Besprechen reicht nicht, um sie quasi auf Bestellung wieder zu verlernen. Ich denke, man käme mit Hypnose der Ursache eventuell leichter näher, sofern sie nicht ohnehin bekannt ist. Sich daraufhin neu zu programmieren braucht aber mehr Training.

Liebe/r halbsowichtig, Du hast sicher recht, ich habe mich da falsch ausgedrückt, es ist mir inzwischen auch klar, dass eine Beziehungsstörung/Beziehungsangst nicht unbedingt auf Asperger schliessen lässt. Wenn ein Mensch einem sehr zugetan ist, sogar sagt, dass er sich in meiner Gesellschaft immer wohl gefühlt hat, aber trotzdem den sehr distanzierten Kontakt umgehend abbricht, als ich ihm gesagt habe, dass ich mich in ihn verliebt habe, habe ich das auf eine "Angst vor Nähe" geschoben, die für mich entweder auf eine Persönlichkeitsstörung (Schizoid) hinweist oder auf ein Asperger Syndrom. Ich habe sämtliche Foren durchgekämmt und wollte mich schlau machen. Es kam mir natürlich auch der Gedanke, dass etwas in der Vergangenheit passiert sein könnte, ein traumatisches Erlebnis, das eine neue Beziehung unmöglich erscheinen lässt. Wenn es so wäre, dass es in der Kindheit zu wenig liebevolle Zuwendung der Mutter gegeben hat, durch Zeitmangel (übermässig viel Arbeit), falls eine Kinderfrau die Mutter ersetzen musste und niemals eine innige Nähe erlebt wurde oder im erwachsenen Leben ein schmerzlicher Beziehungsabbruch stattfand und aus diesem Grund "Angst vor Nähe besteht", könnte ich mir vorstellen, dass man diese Angst in einer guten Hypnose abbauen könnte, so dass er sich wieder völlig unvoreingenommen auf eine neue Beziehung einlassen könnte. Mein Bekannter hat sich total aus dem Leben zurückgezogen, in Arbeit und Einzelsportarten gestürzt. Er meidet jeglichen Kontakt auch in einer Gruppe, zeitweise hat er sich mir zuliebe gezwungen zu Essenseinladungen zu gehen, man hat ihm aber angesehen, dass er sich eingeengt und unwohl gefühlt hat. Meine Frage, wenn also keine krankhafte Störung vorliegt nur tragische Erlebnisse ihn davor abhalten eine Nähe zuzulassen, könnte man diese in einer Hypnose bearbeiten und abbauen? Hast Du damit Erfahrung ob eine Hypnose eine dauerhafte Besserung bringen könnte oder hilft das nur für kurze Zeit und fällt man dann wieder in das alte Lebensmuster zurück. Muss man einem Hypnotiseur vorher aus seinem Leben erzählen oder kann dieser arbeiten ohne, dass er etwas von den Problemen weiss, die den "Patienten" zu ihm kommen liessen?

@shareen68

Persönliche Erfahrungen habe ich leider keine. Ich hab zwar eine Asperger-Diagnose, wurde aber nie therapiert (und hypnotisiert hab ich mich nur selber bei Meditations-Übungen).

Eine Hypnose ist nichts "Magisches", sondern nur ein anderer Bewusstseinszustand. Man erinnert sich leichter an Dinge die man sonst gerne verdrängt. Ob man die Erinnerungen dann sinnvoll verarbeitet und abhakt, oder durch das Aufwühlen erst ein Trauma daraus macht, kommt wohl auf den Therapeuten an.

Genau deshalb nehme ich an, dass der Therapeut schon wissen muss, mit wem und was er es zu tun hat. Sonst macht er zu leicht Fehler, die am Ende den Patienten auf einen falschen Weg führen.

Zuerst zu meiner Person: Ich bin fachärztlich diagnostizierter Autist.

Daher folgende Antwort: Beziehungsängste sind bei Autisten nie selbstursächlich, sondern immer eine Folge der anderen Wahrnehmung.

So habe ich z. B. in einem Referat vor Therapeuten und Schulbegleitern gesprochen und auf die Frage: "Was verunsichert Sie am meisten, wenn Sie auf fremde Menschen treffen?" geantwortet:

Deren mir (noch) unbekannte Art der Kommunikation. Also die Frage, ob sie ihre Worte ehrlich meinen, ob sie Ironie verwenden, ob sie Körperkontakt aufbauen (es gibt unglaublich viele „Grabscher“)? Denn ich kann während eines Gespräches Berührungen des Gesprächspartners nicht ein- bzw. zuordnen. So fange ich z. B. an, über jene Hand nach-zudenken, die da z. B. auf meinem Unterarm liegt und kann mich daher kaum mehr auf die gesprochenen Worte konzentrieren.

Es ist also nicht der andere Mensch, der Beziehungsängste oder dergleichen auslöst, sondern die eigene Wahrnehmung der Umwelt, die aufgrund von neurologisch bedingten Reizfilterstörungen oft wesentlich intensiver, ja überwältigend wahrgenommen wird.

Aber eine neurologisch bedingte Störung läßt sich nicht durch Hypnose behandeln, daher muss ich die obige Frage - was Autisten anbelangt - min NEIN beantworten.

Wie Hypnose bei einer schizioden PS wirkt kann ich nicht sagen, das dies bei mir nicht zutrifft.

Weitere Info über Autismus auf www.as-tt.de

Beim Asperger-Syndrom sind es ja nicht Ängste, die das Problem sind.
Wenn ein Asperger-Autist da Ängste hat, hat er irgendwas zusätzlich entwickelt/erworben, das ist kein Symptom des Asperger-Syndroms an sich.
Zudem ist das Asperger-Syndrom keine Persönlichkeitsstörung.

Also:
Nein, das Asperger-Syndrom lässt sich sicherlich nicht mit Hypnose behandeln, da es schlicht eine angeborene andere "Verdrahtung" im Gehirn ist.
Zusätzlich erworbene andere Probleme könnten ggf. mit Hypnose behandelbar sein.

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