ich bin ganz schön erschüttert, dass du dich für deine krankheit schämst.

ich selbst war letztes jahr für 3 monate in einer klinik und habe mit meinem chef und meinen kollegen offen über meine problematik gesprochen. ich habe nur positive rückmeldungen bekommen. du brauchst ja nur mit auserwählten personen sprechen

wie stuetzestrumpf schon schrieb, nur durch erkennen und akzeptieren deiner krankheit, kann langfristig eine besserung, oder heilung eintreten.

kein mensch schämt sich, wenn er einen beinbruch, oder andere krankheiten hat, warum dann, wenn ein ungleichgewicht im gehirn vorliegt?

wichtig ist zu wissen, dass es eine ernst zu nehmende erkrankung ist, die nicht selten mit selbstverletzungen, oder gar mit dem tod endet!!!

betroffene haben es sich doch nicht ausgesucht und sollten versuchen, es anderen auch zu vermitteln. ich weiß, wie schwer es ist, darüber zu reden und vor allen dingen, es zu akzeptieren...aber durch eigene erfahrung bin ich mir sicher, dass es der einzig richtige weg ist.

wie soll sich unsere gesellschaft ändern, wenn immer alles verschwiegen wird. depressionen nehmen rapide zu...es fängt schon im kindesalter an und zieht sich durch alle altersstufen. das wirst du in der klinik erkennen

es bedeutet übrigens auch nicht, dass du nach den 6 wochen klinik wieder am arbeitsleben teilnehmen kannst. ich habe nach der klinik zwei wiedereingliederungsversuche gehabt, die kläglich gescheitert sind. von anfang januar, bis jetzt, war ich nicht in der lage, wieder richtig am leben teilzunehmen, geschweige denn zu arbeiten. mitte diesen monats versuche ich mich an den dritten wiedereinstieg. durch eine gute medikamentöse einstellung und eine wöchentliche traumatherapie kann ich endlich wieder sagen, dass ich lebe.

ich wünsche dir die kraft und stärke, zu dir und deiner krankeit zu stehen und schnell wieder gesund zu werden.

was andere von dir halten, ist absolut unwichtig!!!

alles gute für dich

...zur Antwort