Das kommt mir etwas bekannt vor, nachfolgend ein paar Tipps, welche helfen können:

- Bei den Ärzten "dran bleiben"
- Es gibt Qualitätsunterschiede bei Physiotherapeuten, im Zweifel neues Rezept ausstellen lassen und neuen Physiotherapeuten versuchen
- Andere Ursachen ausschließen bzw. angehen (psychosomatische Ursachen / Stress können ein HWS-Syndrom meiner Erfahrung nach ziemlich verschlimmern)
- Ernährung kann insbes. bei Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielen
- Routinierte, passende Übungen sind eigentlich ein Muss (es gibt gute Videos im Internet, bitte aber vorher zumindest einmal einen guten Physiotherapeuten / Orthopäden finden, der einem die "Prinzipien" hinter sinnvollen Übungen erklärt und zeigt, ansonsten können diese auch schaden)
- Wenn es mal deutlich schlimmer wird (Übelkeit, stärkere Sensibilitätsstörungen, sich in die Arme ausbreitende Entzündungen, "Bewusstseinstrübung") auf zum Arzt und u.a. gescheite Schmerztherapie einleiten (gerade diese Phasen wurden am Anfang bei mir mit NSAR meiner Meinung nach zu lange sehr unzureichend überbrückt und haben den Gesamtzustand nachhaltig verschlechtert - auch dass das "Schmerzgedächtnis" existiert, kann ich nur bestätigen)
- Bewegungsmangel ist sehr schlecht (es muss nicht gleich anstrengender Sport sein, täglich 7000 - 10000 Schritte als Ziel ist eine gute Sache)
- Elektrostimulation ist - richtig eingesetzt - ein Segen, bitte aber vom Physiotherapeuten zeigen lassen, falsch angewendet kann es schaden
- Wärmebehandlungen (Kirschkernkissen / warmes, nasses Handtuch, etc.) wirken bis zu einem gewissen Grad sehr gut gegen die Verspannungen, sofern es noch keine stärkere Entzündung ist

Disclaimer:
Ich bin kein Arzt und spreche ausschließlich aus eigener Erfahrung. Ich rate ausdrücklich dazu, bei den Ärzten dran zu bleiben und derartige Probleme entschlossen anzugehen. Ich habe das ganze zu Beginn nicht ausreichend ernst genommen, hätte es aber, wenn ich gewusst hätte, wie es sich entwickelt.

Persönlich habe ich seit einem Autounfall vor ca. 6 Jahren zuerst schrittweise zunehmende, inzwischen zumindest kontrollierbare Probleme mit v.a. HWS (Listhese, Brachialneuropathien, gelegentliche Radikulopathien) und etwas LWS. Symptome wie leichte Bewusstseinstrübung, kurze "Pulsschübe", Kribbeln, etc. waren der Anfang, "Druck im Kopf" weiß ich nicht so recht, ev. würde ich den Schmerz im Kopf aber auch nur anders ausdrücken.
Vor drei Jahren kam dann eine tiefe Venenthrombose (TVT) hinzu.
Da ich damals noch nicht ganz 30 war und die TVT mitsamt "leichter" Lungenembolie in dem Alter doch etwas selten ist, interessierte sich der leitende Angiologe einer Klinik für mich und nannte mir zwei mögliche Ursachen: Genetische Prädisposition bzgl. Blutgerinnungsstörung / Tumorerkrankung.
Beides wurde in den Folgemonaten relativ gründlich ausgeschlossen.
Meine persönliche Meinung war bereits seit der Diagnose TVT dass diese durch "mechanische" Ursachen in Folge meiner Wirbelsäulenprobleme bedingt war. Ärzte verneinten dies als mögliche Ursache zwar nicht, sehen es aber mindestens als untypisch / unwahrscheinlich an.
Heute sehe ich weitere Ursachen, welche dazu beitragen, auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass die HWS-Probleme eine gewisse Rolle spielten (weitere Ursachen: relativ viel beruflicher und privater Stress (selbstständiger Software-Entwickler, viel Sitzen, nicht selten auch mal 50h die Woche), zeitweise wenig Bewegung und wenn, dann zu viel, keine gute Ernährung, gelegentlich zu wenig getrunken, noch dazu war ich "durchschnittlicher" Raucher, in der Jugend teilweise etwas viel Alkohol getrunken).
An Behandlungen habe ich den Standard durch, sprich Physiotherapie, "Einrenken" beim Orthopäden, Wärmebehandlungen, Elektrostimulation (EMS), Schmerzmittel (NSAR bis die Leber sich deutlicher meldete, dann eine Zeit lang Tramadol, bis mir die kognitiven Auswirkungen zu einschränkend wurden).

Irgendwann habe ich mich von der ärztlichen Linie etwas verabschiedet, was ich jedoch nicht unbedingt empfehlen kann, ich konnte jedoch meinen Weg finden.

Auch wenn es inzwischen deutlich besser ist, ist es ein Auf und Ab, teilweise habe ich Monate lang keine Beschwerden außer Verspannungen, dann haut es mich innerhalb von wenigen Tagen raus, weil sich mal wieder etwas "verdreht" und Nervenenden entzünden (das ganze zieht dann bis in die Hände, so dass ich teilweise diese regelmäßig in einen Eimer kaltes Wasser halte, um die Entzündung etwas zu zügeln, dazu kommen leichter Schwindel, Kribbeln, mittleres Taubheitsgefühl, und selten eine Übelkeit mitsamt Erbrechen).

Das Gute ist, die Intervalle zwischen diesen "schlagartigen Verschlechterungen" werden nun deutlich größer und ich weiß besser damit umzugehen, so hat es mich dieses Jahr erst einmal, Vorgestern, so richtig raus gehauen (ich ärgere mich gerade auch, weil meine Nachbarn mich vorhin zum Fußballschauen eingeladen haben, und ich wegen meiner HWS nun stattdessen diesen Artikel schreibe, Entschuldigung daher auch für den etwas ausgeuferten Text). Letztes Jahr war es noch 3 oder 4 mal, das Jahr davor deutlich häufiger und auch im Gesamten schlechter.

Fazit: Ja, persönlich sehe ich einen möglichen Zusammenhang zwischen Kreislaufproblemen und einem HWS-Syndrom (zumindest in meinem Fall), auch wenn es für mich nicht alleinige Ursache war / ist.
Das Kribbeln bzw. Sensibilitätsstörungen sind ein typisches Symptom bei HWS-Syndrom.
Die größte Herausforderung war es für mich, auch in den Zeiten wo es verhältnismäßig gut war, konsequent dran zu bleiben (Bewegung, Physio, Ernährung, Stressbewältigung). Hat man das aber mal gelernt, kann man eigentlich relativ gut damit leben. Wird es dann doch mal schlechter, muss man sich die Zeit nehmen, und richtig intervenieren.
Alles Gute.

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