Zu welchen Arzt geht man wenn es um das Stottern geht?

5 Antworten

Zuerst Hausarzt und dann Logopäde ist natürlich richtig. Zusätzlich möchte ich aber anmerken, dass es sehr schwierig und langwierig ist, Stottern zu behandeln. Es gibt darauf spezialisierte Logopäden, die sensationelle Erfolge aufweisen, z.B. auch mit Hypnose. (http://www.greifenhofer.de/de/presse/) Bitte informier dich vorher über die angewendete Methode.

... aber gerade Greifenhofer ist ein mehr als umstrittenes Angebot... :-(

@Katharina94

Jede neue Methode ist erst mal umstritten. Ich habe das ja auch nur als Beispiel angeführt. Man sollte sich auf jeden Fall vorher über die angewandte Methode erkundigen und auch Betroffene befragen. Es gibt Logopäden, die haben keine großen Erfolge bei Stotterern.

@Lena101

Greifenhofer ist nicht neu und die Erfolge (nicht nur kurzzeitige Flüssigkeit) sind mehr als bescheiden. Ich kenne einige Leute die dort waren und nur enttäuscht wurden, niemanden, der zufrieden ist :-(.

Mit "aufweisen" meist Du wahrscheinlich "vorführen", nämlich in Fernsehshows, die der allgemeinen Volksverdummung dienen.

"Jede neue Methode ist erst mal umstritten"? Ja, sicher, aber das ist noch kein Qualitätsauweis, nicht einmal die Neuheit ist ein Qualitätsausweis. Die Medien berichten gerne über etwas Neues, weil sie so die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen. "Novelty Sells" sozusagen, was neu ist, verkauft sich gut.

Greifenhofers Methode ist nur insofern "neu", weil es meines Wissens vor ihm noch niemand gewagt hat, mit solche einem hirnrissigen Konzept an die Öffentlichkeit zu treten. Der Kern seiner Methode liegt nämlich darin, dass er versucht, die Teilnehmer an seinen Kursen (von Therapie möchte ich hier gar nicht sprechen) davon zu überzeugen, dass sie gar nicht stottern müssen. Wörtlich: "Sie können nämlich alle flüssig sprechen, und ich kann es ihnen beweisen." Die Methode, die Teilnehmer davon abzuhalten, beim Sprechen an Stottern zu denken, besteht in einer Ablenkung. Sie sollen nämlich beim Sprechen auf ihre Atmung achten.

Dieser Effekt ist aber als "Verfremdungseffekt" seit langem bekannt (von "neu" also eine Rede!) Jeder Stotterer (Ausnahmen sind mir nicht bekannt), kann in kürzester Zeit flüssig (ohne zu stottern) sprechen, wenn er nur genügend "anders" spricht - zum Beipiele extrem langsam, nach dem Schlag eines Metronoms (Taktgeber), indem er singt, mit verstellter Stimme, übertrieben melodiös, usw. usf. Den Effekt macht sich Greifenhofer zunutze und vermutet dabei, dass Stottern das Ergebnis des "Denkens an Stottern" ist, was ich als ehem. schwerer Stotterer und langjährig auf Stottern spezilisierter Therapeut für vollkommen unsinnig halte.

Dass Greifenhofer sein Verfahren als Hypnose-Therapie anpreist, soll meiner Meinung nach das Angebot nur interessanter machen. Stotterer, die in der Regel schon viele Therapieversuche gemacht haben, werden hier verführt, noch mal etwas "anderes" zu versuchen: "Logopädie" hatte ich schon, das hilft nichts, dann probiere ich jetzt einmal "Hypnose", vielleicht hilft mir das. Dass Stotterer in sehr entspanntem Zustand sowieso weniger oder oft gar nicht stottern, macht das Angebot natürlich umso glaubwürdiger.

Auf jeden Fall erst zum Hausarzt gehen. Dieser überweist dann an den Logopäden.

Auch versuchen, einen Gesangslehrer zu finden. Durch Singen bekommt man Stottern sehr gut weg (Atemtechnik).

Werbung in eigener Sache? :-))

@ganzneuelola60

Ich mache keine Werbung, sondern das ist einfach so! Ein kundiger Arzt schlägt Gesangsunterricht vor.

"Durch Singen bekommt man Stottern sehr gut weg" - mit Verlaub, das ist kompletter Unsinn. Es gibt viele ausgebildete Sänger, die stottern, Singen und Sprechen sind unterschiedlich gesteuerte Vorgänge.

@Katharina94

Es stimmt, dass Stotterer manchmal problemlos singen können, aber durch Singen lässt sich Stottern nicht heilen.

Es sind hier ja viele Stellungnahmen abgegeben worden, von denen die wenigsten Antworten auf die gestellte Frage sind.

Zunächst einmal: Ich kenne nur wenige Ärzte (das ist sicher mit "Mediziner" gemeint), die Stottern behandeln, d.h. selbst Maßnahmen durchführen, die zu einer Verbesserung der Sprechflüssigkeit beitragen sollen.

Es gibt aber Ärzte, die speziell dafür ausgebildet sind, Störungen des Sprechens (darunter fällt Stottern), der Sprache und der Stimme zu diagnostizieren und Therapiemaßnahmen einzuleiten (und zu überwachen), meist durch andere, nämlich Logopäd/inn/en und andere Sprach-Sprech-Stimmtherapeuten).

Diese Ärzte heißen "Phoniater". Das sind HNO-Ärzte mit einer speziellen (großen) Zusatzausbildung. Daneben gibt es HNO-Ärzte, die eine "kleinere" Zusatzausbldung absolviert haben. Sie haben das Recht, die Zusatzbezeichnung "Stimm- und Sprachstörungen" auf ihrem Briefbogen und Praxsischild zu führen.

An solche Ärzte sollte man sich als Stotterer wenden, evtl nachdem man den Hausarzt konsultiert hat. Diese Ärzte wissen, oder sollten es zumindest, welche Therapeuten es in der Nähe gibt, die besonderes Interesse an Stottern und Erfahrung mit der Behandlung haben.

Stottern wird von Logopäden und Sprachheilpädagogen behandelt, eine Überweisung bekommt man vom HNO-Arzt (am besten von einem mit Schwerpunkt Stimme), bei Kindern auch vom Kinderarzt. Gut wäre, sich schon vorher selber über Therapie-Methoden zu informieren und Kontakt zu einem Logopäden/Sprachheilpädagogen aufzunehmen, der/die auf die Behandlung von Stottern spezialisiert ist. Leider kann es schwierig sein, einen geeigneten Therapeuten zu finden. Die Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe (http://www.bvss.de) berät unabhängig über Therapien und Therapeuten.

Logopäden helfen da -in Form einer Therapie-weiter. Sprich doch deinen Hausarzt mal daraufhin an.

Bei jeder Krankheit oder Leiden, sollte immer zuerst der Hausarzt aufgesucht werden, damit er über sämtliche Krankheiten informiert ist und dort alle Daten gesammelt werden können

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