Wer kann mir zur Schädlichkeit der "Itanit" Platten in den 70er Jahren etwas sagen?

9 Antworten

Du meinst sicher ETERNIT (Faserzementplatten). Wenn du's richtig machen willst, wirst du kaum darum herum kommen, dir eine Spezialfirma kommen zu lassen. Auch kann es sein, dass du die Kommunalbehörde informieren musst, was jedoch evtl. vom jeweiligen Bundesland abhängen kann. Bevor du aber nun unnötig Kosten produzierst, würde ich mal so eine Platte nehmen und einen Fachmann fragen, ob da überhaupt Asbest drin ist. Ist das nicht der Fall, ist die Sache halb so schlimm.

Die Platten heißen Eternit, bzw. so heißt die Firma, die sie herstellte. Es handelt sich um Asbestzementplatten, die sehr teuer zu entsorgen sind. Solange Ihr nicht an den Platten herumsägt oder sie kleinschreddert, gefährdet Ihr auch nicht Eure Gesundheit. Die Asbestfasern sind im Beton eingeschlossen. In Spanien hatten wir auf den Ställen noch in den 90-gern Asbestzementdächer.

Ich an Eurer Stelle würde die Platten drauflassen, sofern sie nicht schadhaft sind. So richten sie am wenigsten Schaden an. Wie gesagt, die Entsorgung ist richtig teuer.

Das Asbest in den "Eternit"-Platten wird dann gefährlich, wenn es bearbeitet oder abgerissen wird bzw. verwittert.Es empfiehlt sich, die Fläche mit Farbe zu streichen, um die feinen Asbestfasern zu binden. Sollten die "Eternit"-Platten doch abgerissen werden, müssen sich die Arbeiter unbedingt vor den Krebs erregenden Feinstäuben schützen.

Alles wesentliche zu Eternitplatten wurde ja schon gesagt. Um die absurde Angst davor, Asbest können durch Beton diffundieren, mal abzustellen: Asbest ist kein Gas, sondern eine längliche Faser, die die dämliche Eigenschaft hat, bei mechanischer Beanspruchung solange feiner zu splittern, bis die staubfeinen Mikronadeln lungengängig werden. Eingeatmeter Asbeststaub verkantet sich dauerhaft in den Lungenbläschen, wird dort verkapselt und kann langfristig zu Gewebewucherungen führen. Solange das Zeug in den Zementplatten gebunden ist, ist es völlig unschädlich. Seit langer Zeit verwendet Eternit auch kein Asbest mehr, sondern bewehrt die Fassadenplatten mit harmloseren Faserstoffen.

Trotz letzter Antwort, war auch diese sehr hilfreich- Vielen Dank

Endlich mal eine nicht von Hysterie geplagte und daher vernünftige Antwort. Ich habe selber in einem Industriebetrieb gearbeitet, in dem pro Jahr ca. 300 to Asbest verarbeitet wurden. Es gab in der gesamten Firmengeschichte bis heute keinen einzigen Fall von Asbestose. Man merke sich: Solange man die Asbestfasern mit bloßem Auge sehen kann, sind sie ungefährlich. Wirklich gefährlich sind nur die mikroskopisch kleinen Partikel. So wie es @Anna92 beschrieben hat.

Sollten diese Platten asbesthaltig sein, so müssen sie mit besonderen Vorkehrungen abmontiert und verfrachtet werden und kommen auf eine dafür speziell vorgesehene Deponie.

Solange die Platten intakt sind und keinen Staub absondern, sind sie nicht gefährlich. Zerlegen sie sich jedoch, sollten sie schnellstens ausgetauscht werden.

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