Pilot trotz leichter Rot-Grün-Sehschwäche?

5 Antworten

"... kann sie auch genau unterscheiden (rot und grün) auch! :)" 

Aha, und woher kommt dann die Rot-Grün-Schwäche? So ganz genau scheint es ja dann doch nicht zu klappen. 

Aber egal, was erwartest Du von uns? Eine Ferndiagnose und Befundaufnahme für den Pilotenjob einfach durch Blick in die Glaskugel? 

Da hilft eher ein Blick in die FCL (Klasse 1 gilt für Berufspiloten): 

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MED.A.010 Begriffsbestimmungen

— „farbensicher“ bezeichnet die Fähigkeit eines Bewerbers, die in der Flugnavigation verwendeten Farben jederzeit zu unterscheiden und die in der Luftfahrt verwendeten farbigen Lichter korrekt zu erkennen;

MED.B.075 Farberkennung 

a) Bewerber müssen nachweisen, dass sie die für die sichere Ausführung ihrer Aufgaben relevanten Farben jederzeit erkennen können. 

b) Untersuchung 

- (1) Bewerber, die sich erstmals ein Tauglichkeitszeugnis ausstellen lassen möchten, müssen den Ishihara-Test bestehen. 

- (2) Bewerber, die den Ishihara-Test nicht bestehen, müssen sich weiterführenden Farberkennungstests unterziehen, um nachzuweisen, dass sie farbensicher sind. 

c) Bewerber um ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 müssen eine normale Farberkennung nachweisen oder farbensicher sein. Bewerber, die weiterführende Farberkennungstests nicht bestehen, sind als untauglich zu beurteilen. Bewerber um ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 müssen an die Genehmigungsbehörde verwiesen werden. 

d) Bei Bewerbern um Tauglichkeitszeugnisse der Klasse 2, die keine zufrieden stellende Farberkennung nachweisen können, muss das Tauglichkeitszeugnis auf Flüge am Tag beschränkt werden. 

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Eine Diagnose darf (für Berufspiloten) sowieso nur ein Aero Medical Center (AeMC) treffen; davon gibt es in Deutschland laut LBA genau sieben. 

Also für einen "Flugzeugexperten" kennst du dich ja nicht gerade gut mit der Thematik aus. Wenn man keine Ahnung hat oder Gesetze falsch interpretiert, soll man nicht antworten. Ganz einfach. Jeder Mensch mit einer Rot-Grün-Schwäche kann Rot von Grün unterscheiden. Die meisten von ihnen sogar so gut, dass die Schwäche erst beim sehr sensiblen Ishihara-Test auffällt. Er kann einen Lanterntest machen und damit unter Beweis stellen, dass er die Luftfahrt-relevanten Farben erkennt und unterscheiden kann. (Wikipedia: Lanterntest (Beyne) ) Spreche da aus Erfahrung. Der Begriff Rot-Grün-Schwäche ist da sehr irreführend. Für eine Person mit einer Rot-Grün-Schwäche (Ich spreche allerdings von der Deuteranomalie, nicht der Protanomalie) treten höchstens Probleme mit Grün und Gelb auf, hier auch nur bei bestimmten Farbtönen, die im Alltag oder in der Fliegerei nicht vorkommen. Die meisten Menschen mit einer Rot-Grün-Schwäche sind rein vom Farbsehen her gesehen für die Fliegerei geeignet. In Australien lässt man mittlerweile fast jeden von Ihnen fliegen. Das Märchen, dass diese Personen eine Gefahr darstellen, geistert zwar noch in einigen Köpfen herum, verschwindet aber nach und nach.

@PatrickHer

Ruhig Kleiner!

  1. Und wo interpretiere ich Gesetze? Nenn' mir die Stelle! Ich zitiere die flugmedizinische Vorschrift, das ist alles.
  2. Meine aktive Lebenshilfe besteht immer darin, auf die Vorschriften zu verweisen oder sich bei den zuständigen Stellen kundig zu machen - und sich nicht bei Fachfragen auf die hier bei GF gegebenen und oft widersprechenden Antworten zu verlassen.
  3. Zum "Flugzeugexperten" habe ich mich nicht selbst gemacht, sondern die Leser hier bei GF und das hängt wohl damit zusammen, dass ich nur nachprüfbare Fakten und keine Vermutungen nenne. Natürlich denke ich, da ich viele Jahrzehnte in der Luftfahrt tätig war, davon 10 Jahre Teamleiter "Lizenzierung Cockpitpersonal" einer großen Airline, dass ich ein wenig Ahnung habe, denn mein Team musste sich um neue Lizenzen, gültige Medicals etc. kümmern. So gab es eine Kollegin, die lange beim flugmedizinischen Dienst war, so dass die Infos immer aus erster Hand kamen und kommen. Sorry for any inconvenience caused!
  4. Und das sagt z. B. die Bundeswehr: "Übrigens: Dass eine Farbschwäche ein K.o.-Kriterium ist, stimmt tatsächlich." (Info: Die 10 größten Piloten-Mythen)
  5. Übrigens: Habe ich etwas übersehen oder wo ist Dein fachlich korrekter Kommentar? Wenn Du alles besser weißt, trage doch auch etwas zum Wissen der Menschheit bei.
  6. Ansonsten halte einfach den Ball flach!

Ja sicher kannst Du auch mit einer Farbschwäche Pilot werden. Du darfst dann allerdings nur am Tag unter Sichtflugbedingungen fliegen. Die allermeisten Hobbypiloten haben weder eine Nachtflugberechtigung noch eine Instrumentenflugberechtigung. Für eine Berufspilotenlizenz wird es mit einer Farbschwäche schon schwierig. Du kannst Dich ja mal ausgiebig bei einem Augenarzt untersuchen lassen, wie stark die Farbschwäche ausgeprägt ist. Mit diesem Befund gehst Du dann zu einem Fliegerarzt, der eine Zulassung für fliegerärztliche Tauglichkeitsuntersuchungen für das Medical I hat. Dann weisst Du, ob Du Chancen hast, aufgrund Deiner Farbschwäche überhaupt das Medical I zu bekommen. Eine Ferndiagnose ist leider nicht möglich. 

Hallo!

Da es nur eine leichte schwäche ist, glaube ich schon, das du Pilot werden kannst. Denn ich kenne jemanden, der auch eine Schwäche hat und Medical 1 machen möchte, jedoch noch nicht weiß ob es erlaubt ist.

Aber rufe an besten mal bei einem Fliegerartzt für Medical 1 an! :-)

Viel Glück und Erfolg!

LG Robin

Keine Chance......

Bei meinem Sohn war das ein Minuspunkt und er wurde von vornherein ausgesiebt.

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