Ab wann ist man schizophren?

5 Antworten

Ist nicht jeder ein bisschen schizophren?

Ähm, nein. Schizophrenie ist eine äußerst schwerwiegende, psychische Störung. Viele Schizophrene haben einen gravierenden Realitätsverlust. Stimmen zu hören, Halluzinationen zu haben, Bindung zu wichtigen Menschen zu verlieren... Das kann ein Leben zur Hölle machen. Wenn jemand extrem leidet, dann sollte man das halt ernst nehmen (im Vergleich zu Alltagsschwierigkeiten).

Schizophrenie hat es wohl in die Alltagssprache geschafft, weil es eine der häufigsten psychischen Störungen ist. Aber ich finde es schade, dass dieser Begriff so schnell verwendet wird, denn er ist ja für etwas ganz anderes erdacht worden...

Ich weiß nur so viel, dass viele Menschen denken, dass Schizophrenie eine gespalltene Persönlichkeit ist, was aber nicht zu trifft, so ganz verstehen tu ich die Krankheit auch nicht aber Schizophrenie kann (laut einer Freundin die bald Ärztin wird) ganz OHNE Trauma entstehen.

Alles ist relativ. Kommt auf den Standpunkt, den Blickwinkel an. Es gibt da ein sehr interessantes und vielzitiertes - leider wohl vergriffenes - Buch von dem finnischen Psychiater Martti Siirala (nein, kein Tippfehler!): "Die Schizophrenie des Einzelnen und der Allgemeinheit". Klaus Mücke, Systemtherapeut, schreibt aktuell, daß in vielen Fällen der sogenannte "Kranke" nur der äußerlich erkennbare Symptomträger einer irgendwie kranken Familie oder sonstigen Personengruppe ("System") ist. Oft liegt es an widersprüchlicher Kommunikation und/oder Gefühlsäußerung eines Elternteils oder beider Eltern oder anderer Bezugspersonen, dass das Kind entsprechend krank wird. Der angeblich "gestörte Hirnstoffwechsel" bei Schizophrenen ist nicht die primäre Ursache, sondern einfach ein physisches Spiegelbild der psychischen Krise, die vor allem psychisch-seelische Gründe hat! Die Schulmediziner sind da mehrheitlich leider auf dem "falschen Dampfer"! Wenn man, wie ich, die Lebens- und Leidensgeschichten von zahllosen "Schizophrenen" im Detail kennt und mit ihnen phasenweise zusammenlebt, muss man über diese Zusammenhänge einfach stolpern. Die Schulmediziner (Psychiater) sind natürlich auch imprägniert mit den Verlautbarungen der Pharmaindustrie, die ihre Medikamente (Neuroleptika) zur Behandlung der Schizophrenie verkaufen will. Wenn man den sogenannten Kranken sagen würde, daß sie bei angemessener Psychotherapie Heilung finden, würden sie ja der Industrie als Geldbringer verloren gehen... In der Selbsthilfebewegung Psychiatrie-Erfahrener, in der viele Menschen mit der Diagnose "Schizophrenie" Mitglieder sind, gibt es auch die Erfahrung, dass man an der Härte und Unverständigkeit der "normalen" Gesellschaft "verrückt" geworden sei. Kann ich sehr gut nachempfinden! Ein aufgeschlossener Psychiater stimmte mir zu in meiner Auffassung, daß eine "Psychose" - also der akute Zustand z.B. der Schizophrenie eigentlich immer eine mentale Überforderung ist. Man weiß aus Erfahrungen von Soldaten, von Folteropfern und anderen - ansonsten völlig normalen - Menschen, dass JEDER das Potenzial hat, verrückt / schizophren werden zu können. Es kommt nur auf die Art und Intensität der mentalen Belastung an.

Nur so meine Meinung ist, dass total viele Menschen heute Probleme mit dem Ich und dem Leben haben, früher oder Später auch wirklihc psychische Probleme bekommen und so ganz einfach deshalb weil die Menschheit überzüchtet ist und weil das Leben immer Menschenungerechter wird also was ich damit mein, dass es eigentlich nicht dafür geeignet ist, dass Menschen all den psychischen Einfluss und all das aushalten müssen.

Auch wenn heutzutage oft damit gespaßt wird, jemanden als "schizo" zu bezeichnen, ist Schizophrenie doch eine ernste Krankheit:

http://www.onmeda.de/krankheiten/schizophrenie.html

Was möchtest Du wissen?