Frage von mbentham, 756

Knochenmarksödem und Knorpelschaden. Nun Mikrofrakturierung - ja oder lieber nicht?

Hallo Ich bin weiblich, 26 Jahre alt und ich habe eine sehr wichtige Frage bezüglich einer evt. bevorstehenden Operation.

Ich habe nach einem Umknicktrauma und einem Bänderriss am rechten Fußgelenk, vor 14 Monaten, der in meinem Auslandssemester passierte und nicht richtig behandelt wurde nun immer noch, bzw. wieder Schmerzen beim Laufen. Ich war nach dem Unfall lange auf Krücken und im Rollstuhl. Der Fuß war auch zwischenzeitlich steif, eine Physiotherapie wurde viel zu spät begonnen.

In einem MRT vom 31. 10. 2014 kam heraus dass ich eine kleinste Einkerbung in der distalen Tibiagelenkfläche (Am Übergang vom mittleren zum dorsalen drittel) und ein nach medial hin diskretes subchondrales Knochenmarködem habe. Dort ist auch ein diskreter Reizzustand. Der Knorpelüberzug ist allenfalls gering unregellmäßig. Unauffällige Beuge- und Strecksehnen, unauffälliger medialer und lateraler Bandapparat. Eine höhergradige Chrondropathie ist nicht nachzuweisen. Der Schmerz ist mittlerweile stärker geworden und tritt nicht nur beim Laufen sondern auch im Sitzen und Liegen fast durchweg auf.

Mein hier ansässiger Orthopäde (Fußchirug) möchte möglichst schnell operieren. Er sieht eine ambulant durchgeführte Arthroskopie mit Mikrofrakturierung vor, damit sich Faserknorpel bildet. Wahrscheinlich kann dadurch auch das Ödem entlastet bzw. geöffnet werden?! Ich bekomme zur Zeit keine Medikamente gegen das Knochenmarködem oder die Schmerzen.

Nun bin ich gerade mitten in meiner Abschlussarbeit an der Hochschule. Ich habe keine Möglichkeit vor Ort weiter zu arbeiten wenn ich mich jetzt operieren lasse. Ich müsste die Abgabe vom Prüfungsausschuss verschieben lassen und zu meinen Eltern ziehen. Ich brauche unbedingt eine weitere Meinung und möchte gern Nutzen und Risiken abwägen. Welche Möglichkeiten stehen mir insgesamt zur Verfügung um wieder richtig laufen zu können?? Muss ich operieren lassen, und genau die OP und so schnell? Hat jemand Erfahrungen damit? liebe grüße und vielen Dank!

Antwort
von StephanZehnt, 586

Hallo mbentham,

Du schreibst von - kleinste Einkerbung - keine höhergradige Chrondropathie (degenerative Knorpelschädigung).

Ich weis nicht ob Du das Alles ein klein wenig verniedlichst? Nun löst eine kleinste Einkerbung nicht solch einen Schmerz aus. .Die Frage ist ob hier auch die Syndesmose (Riss?)betroffen ist. Die in Wirklichkeit die Schmerzen auslöst.

Der Knorpelüberzug ist allenfalls gering unregellmäßig - Er sieht eine ambulant durchgeführte Arthroskopie mit Mikrofrakturierung vor, damit sich Faserknorpel bildet. Bei einer Mikrofrakturierung werden Bohrungen gesetzt es entstehen natürlich Blutungen die Defekte "reparieren" auch Knorpeldefekte die es angeblich bei Dir kaum gibt. Bei einer Markraumanbohrung kann sich die Heilung des Ödems verkürzen

In der Regel verschreibt man da schon Schmerzmittel zumindest für die Nacht - allerdings keine NSAR als Ibuprofen udgl.

Also ich würde mir in dem Fall eine Zweitmeinung holen.

Denn ich weis nicht warum Du selbst im Liegen Schmerzen hast wenn der Fuss nicht belastet ist. Wenn nun der Unfall vor 14 Monaten aufgetreten ist und nun Dein Arzt schnellstmöglichst schnell operieren möchte. Bei dem von Dir genannten Befund??

Also wie beschrieben hier ist eine Zweitmeinung sinnvoll den Arzt würde ich einmal fragen wie er / sie als Arzt das sehen ob Du irgendwie die Möglichkeit hast die Abschlussarbeit noch fertig zu machen.

http://www.dr-gumpert.de/html/sprunggelenk.html

VG Stephan

Bild Quelle Frankfurter Allg.

Antwort
von mbentham, 457

Hallo Stephan Zehnt, die Formulierungen »kleinste Einkerbung« und »keine höhergradige Chrondropathie« habe ich aus dem MRT Befund übernommen. Dass eine Markraumanbohrung die Heilung des Ödems verkürzen kann ist natürlich klasse und würde für die OP sprechen. Allerdings war das Ödem nicht der Grund für die Mikrofrakturierung die geplant ist. Ich denke auch dass das Ödem die Schmerzen bereitet und ich frage mich ob ich irgendetwas selbst tun kann, damit es schneller heilt. Eine Zweitmeinung werde ich mir in jedem Fall einholen, bevor ich eine solche OP mache. Denn durch die Arthroskopie selbst kann weiterer Knorpel beschädigt werden, was ja total kontraproduktiv wäre.

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