Frage von luke183, 3.415

Termin mit Hausarzt wegen Depression - Wie drücke ich mich aus?

Hallo Zusammen,

ich habe diesen Samstag einen Termin bei meinem Hausarzt wegen (vermutlich) meiner Depression. Jedoch weiß ich einfach nicht, wie ich mich ausdrücken soll, damit er wirklich versteht wie schlecht es mir geht und mich nicht für einen Simulant hält.

Angefangen hat alles mit meiner aktuellen Arbeit die mich einfach krank macht und an der ich auch von der Chefin schikaniert werde. Jedoch hat sich das mittlerweile auf mein ganzes Leben ausgewirkt und mich umgibt eine tiefe Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Teilnahmslosigkeit. Mit meinen Freunden habe ich kaum noch Kontakt und auch sonst meide ich soziale Kontakte. Dazu kommen körperliche Symptome wie Schwindel und Tinnitus, wegen dem ich auch schon bei einer HNO-Ärztin war, sie aber keine körperliche Ursache finden konnte.

Ich würde am liebsten mit einem Attest vom Arzt kündigen, eine Zeit lang Abstand nehmen und mit einem Therapeuten sprechen und dann evtl. alles anders machen...

Ich kann das hier vllt. halbwegs erklären aber ich weiß jetzt schon wieder, daß ich bei dem Arzt mich nicht ausdrücken kann und ihn nur anschweige oder anfange zu heulen...

Wie kann ich mich ausdrücken? Was soll ich sagen damit er mich versteht?

Danke..

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gabriele0815, 3.415

Ich habe das auch schon durch und es dauerte ewig, bis ich mich meiner Hausärztin anvertraute. Die wußte sofort, was ich ihr erklären wollte. Auch ich habe alles stichpunktartig aufgeschrieben und ihr den Zettel einfach gegeben. Mach das am besten auch so und frage sie nach einer psychosomatischen Kur, die sie mit dir gemeinsam beantragen kann. Bei mir hat das wunderbar geklappt, ich war 6 Wochen in einer Rehaklinik und es hat sehr gut geholfen. So hat man auch mal den notwendigen Abstand vom Alltagsstreß und kann danach wieder neu durchstarten, entweder im alten Beruf oder direkt mit einer Kündigung. Das wirst du dann aber erst entscheiden, wenn es soweit ist. Laß dir erstmal helfen, damit du wieder zu dir finden kannst, Kraft tanken kannst und die Sorgen einfach "abschmeißen" kannst. Ich drücke dir die Daumen. Aber glaube mir, nur mit einer Rehamaßnahme wirst du schneller vorankommen. Dein Hausarzt sollte diesen Antrag auch als "dringend notwendig" kennzeichnen.

Antwort
von walesca, 2.960

Hallo luke183!

Warum hast Du Angst davor, dem Arzt Deine Lage genau so zu schildern, wie uns hier im Forum? Wenn Du es nicht selbst erklären kannst, dann schreib es doch einfach mal auf und gib dem Arzt dann diese Aufzeichnungen. Das wäre doch ein guter Kompromiss!! Dann wird er Dir sicher noch einige ergänzende Fragen stellen. Vielleicht kommt ja auch eine Reha-Maßnahme für Dich in Frage. Wenn Du vor diesem Arzttermin so arge Angst hast, dann kann Dir ggf. auch dieser Tipp weiterhelfen. Damit gehst Du ganz sicher entspannt und ruhig zu diesem Arzttermin! Bitte vergiss nicht: der Arzt kann Dir nur helfen, wenn er Deine Situation genau kennt!!!!

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/haben-sie-angst-vor-untersuchungen-operatio...

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von wuzmuz, 2.722

Du hast es hier doch auch ganz plausibel erklärt wieso sollte es dann beim Hausarzt nicht klappen? Er wird dir nicht unterstellen, dass du simulierst keine Angst. Aber erzähl ihm einfach alles, was dir auf der Seele lastet. Er selber wird dich sowieso nicht behandeln, sondern einen Therapeut für dich empfehlen. Und das ist auch sinnvoll, denn eine Depression einzig und allein mit Medikamenten zu behandeln wäre wirklich nicht gut.

Antwort
von Markart, 2.266

Hi

Gabrielle, Walesca und Irene haben Recht.

Wechsle deine Arbeitsstelle, gönn dir Eine Ausszeit mit der Rehaklinik. Sprich mit deinem Hausartzt offen und ehrlich, doch lass dich nicht drängen. Suche Jemanden mit dem du sprechen kannst **der dir zuhört ****** ohne voreingenommen zu sein. Denn oft ist die Größte hilfe wenn man es laut ausspricht, dann hilft man sich oft schon selbst.

Gute Besserung und liebe Grüße

Antwort
von Irene1955, 1.906

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: sag deinem Arzt dasselbe wie uns.

Aber noch etwas: mir kommen alle diese Symptome ziemlich bekannt vor. Einer guten Freundin von mir ging es genau so, bis hin zu den HNO-Problemen. Auch sie hatte einen furchtbaren Chef und ein schlimmes Arbeitsklima. Sie hat sich schließlich zu einer Kündigung entschieden - und jetzt (ein halbes Jahr später) geht es hier besser als je zuvor. Sogar die HNO-Probleme sind weg (die kamen von einer total verspannten Nackenmuskulatur), sogar ihr Tinitus ist nahezu komplett weg. Daher solltest du dich fragen, ob nicht vielleicht ein Jobwechsel für dich infrage kommt. Ich weiß, man macht so was nicht gerne - aber die eigene Gesundheit sollte schon im Vordergrund stehen. Ehe die Beschwerden chronisch werden ...

Ich drück dir die Daumen und gute Besserung,

Ira

Antwort
von LausXX, 1.823

walesca hat Recht, wenn Du das nicht so gut in Worten mündlich ausdrücken kannst, gib ihm doch einen Text, dann kann er nachfragen zu den einzelnen Punkten und Dir einen Rat geben.

Antwort
von Survivegirl, 1.663

Hi luke,

die selbe angst hatte ich auch: nicht ernst genommen zu werden, obwohl ich meine ärztin schon jahre kannte. das gehört zum krankheitsbild. hier wurde schon viel hilfreiches gesagt. wenn dein arzt ein guter arzt ist, wird er dir auch mit verständnis begegnen. wenn nicht, geh zu einem anderern, um hilfe zu bekommen.

Antwort
von kreuzkampus, 1.491

Lies ihm vor, was Du hier geschrieben hast. Das meine ich ernst. Er wird es verstehen, wenn Du ihm kurz erklärst, warum Du das tust.

Antwort
von anonymous, 1.425

Ein guter Arzt versteht seinen Patienten auch ohne große Worte. Mit Attest vom Arzt kannst Du nicht kündigen denke ich... Wohl aber kannst Du zum Psychiater hingehen und der schreibt Dich gleich wochenweise ohne Probleme und ohne große Fragerei krank, kannst ihn einfach sagen dass Du die Krankmeldung brauchst willst und wochenlang ist da gar kein Problem. Dann kündigen die Dich irgendwann und Du kriegst Arbeitslosengeld. Bestimmt erholst Du Dich dann wieder, meinst Du nicht auch?? Lass es Dir ab sofort selber gut gehen, Du hast es verdient, kein Arbeitsplatz der Welt hat das Recht, Dich unglücklich zu machen oder auszubeuten. Psychiater sind ein Segen, manche Hausärzte auch, die schreiben aber generell nicht gleich immer wochenlang krank...

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