Frage von felicitas5375, 82

Mein bester Freund ist fett und faul. Hilfe

Huhu, die Überschrift ist heftig, ich weiß, aber anders kann ich es langsam nicht mehr verschönern. Kennengelernt hab ich meinen besten Freund mit 140 kg. Ok, auch schon heftig, aber man hat noch Klamotten für ihn gefunden. Er war fast 15 Jahre lang arbeitslos und saß in dieser Zeit nur vorm Rechner. Nachdem er mit meiner Hilfe dann Arbeit bekommen hatte (mittlerweile seid 2 Jahren) wurde es auch gewichtstechnisch wieder etwas besser bis auf knapp 130. Seit nunmehr einem halben Jahr nimmt er zu ohne Ende. Wieviel er wiegt kann man nicht sagen da die Waagen die wir in Apotheken oder so haben bei 150 kg aufhören. Meiner Vermutung nach ca 170 kg. Ich glaub ich hab schon alles erdenkliche versucht ihn aus seiner Höhle raus zu holen. Er war heute knapp ne Stunde hier und war dann so fertig das er sich erst mal schlafen legen wollte. Seine Wohnung sieht aus wie Socke. Kein Messie, aber extrem eklig für mich. Auch mit der Wohnung bin ich im zwischenzeitlich unterstützend beiseite getreten. Aber egal was, es funzt nicht. Auf eine Depression angesprochen meint er nur, ja kann sein, aber auch da mag er nix machen. Eine Diätrehakur hat er schon hinter sich bringt auch nix. Und das ist jetzt kein Witz.... Wenn ich ihn frage, kannst du mal.... Dann sagt er: Echt? Dann muß ich ja aufstehen. Mittlerweile könnte ich nur noch ihm in den ...... treten. Was soll ich tun? Ihn so verrotten lassen? Lg

Antwort
von evistie, 34

Du sprichst von Deinem "besten Freund", aber ist er das wirklich (noch)? Du bist nur noch genervt von ihm und entsprechend ruppig.

Du wolltest (und willst) ihm helfen, aber ganz offensichtlich findest Du keinen wirksamen Zugang zu ihm.

Dein Freund hat schwere körperliche und psychische Probleme und braucht fachmännische Hilfe durch Arzt und/oder Psychotherapeut.

Alles, was Du für ihn noch tun kannst, ist, dafür zu sorgen, dass er sich in ärztliche Behandlung begibt und dann auch "dranbleibt".

Wenn Du ihn kaum noch ertragen kannst, tja, dann lockere die Freundschaft und lass ihn "verrotten". So aggressiv, wie Du inzwischen ihm gegenüber drauf bist, ziehst Du ihn nur noch mehr runter.

Kommentar von felicitas5375 ,

Ja er ist mein bester Freund. Daher macht mich das auch so "aggressiv " wie du es schreibst. Wäre er nicht mein bester Freund könnte es mir egal sein was mit ihm passiert, ist es aber nicht. Ich stehe nur noch hilflos da und weiß nicht wie ich ihm helfen kann wenn er zwar meine putzhilfe annimmt aber sonst nix. Das er ärztliche Hilfe braucht ist mir auch klar. Doch bitte wie? Nicht mal in der abnehmkur konnte man ihm helfen. Ich kann ihn ja schlecht an den Haaren zum Doc ziehen und von alleine wird er nicht tätig sondern jammert nur über sein Gewicht. Lg was also tun?

Kommentar von evistie ,

Vielleicht muss Dein Freund wie ein Suchtkranker behandelt werden - er muss erst "ganz unten" sein, ehe er selbst den Willen aufbringt, sich helfen zu lassen?

Es gibt da so einen Spruch "Lieber Schimpfe als gar keine Zuwendung", der könnte bei Deinem Freund passen. Zwar nörgelst Du an ihm rum, aber Du beschäftigst Dich wenigstens noch mit ihm. Ab und an hilfst Du ihm auch tatkräftig. Warum sollte er da aus seiner Lethargie rauskommen? Du bist ja doch immer wieder für ihn da.

Ich weiß leider nicht "die" Lösung für Euch - ich kann nur Denkanstöße geben.

Antwort
von gerdavh, 41

Hallo, ich finde es sehr schön von Dir, dass Du Dich so um Deinen Freund sorgst. Er müsste eben selbst sich an eine strikte Diät halten; aber da er allein lebt und niemand darauf achtet und ihn bei den tägllichen Mahlzeiten sozusagen bremst bzw. ihm eine Diät vorsetzt, wird das wohl so bleiben. Dass er so träge ist, liegt auch an dem enormen Gewicht. Deshalb wird es auch in der Wohnung so verwahrlost aussehen, da er sich wahrscheinlich nicht mehr problemlos bücken kann (wegen Bauch?). Ich gehe mal davon aus, dass er inzwischen auch Gelenkschmerzen hat. Das ist ein Teufelskreis. Je mehr Du zunimmst, umso weniger bewegst Du Dich und weil Du Dich nicht bewegst, nimmst Du weiter zu. Sport ist bei diesem Übergewicht leider auch nicht mehr empfehlenswert, geht viel zu sehr auf die Gelenke. Sag ihm, dass Dir viel an ihm liegt und dass er bitte eine strenge Diät einhalten muss. Die meisten Krankenkassen bieten eine Ernährungsberatung an. Vielleicht würde es ja helfen, wenn Du ihm mal veranschaulichst, wie krank er auf Dauer werden wird. Bluthochdruck, Diabetes Typ II, eine Fettleber, erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen sind nur einige der Folgeerkrankungen. Dass er völlig fertig ist, wenn der Dich mal für eine Stunde besucht, ist ein bedenkliches Alarmzeichen. Hier mal ein Link dazu

http://www.apotheken-umschau.de/Uebergewicht/Mittel--und-langfristige-Folgen-von...

Viel Glück bei der Überzeugungsarbeit; ich würde ihn in den Hintern treten. Mit Bemerkungen, wie "Du solltest dringend abnehmen" ist es in diesem Fall wohl kaum getan. Hier muss jemand die Führung übernehmen. Schlag ihm vor, dass Du mit ihm zusammen zur Ernährungsberatung gehst (vorher erkundigen). Von selbst wird er das wahrscheinlich nicht machen. lg Gerda

Kommentar von felicitas5375 ,

Danke schön. Mit der Ernährungsberatung habe ich schon versucht. Ich war zum Termin bei ihm um ihn abzuholen. An diesem Tag ging es ihm nicht gut und der Termin viel flach. Bücken ist wahrhaftig ein Problem. Da geht kaum was. Bluthochdruck hat er schon und ist auch medikamentös eingestellt, aber lange geht das nicht mehr gut. Als er auf der Arbeit einen Kollaps hatte, haben seine Kollegen ihn mit dem Stapler zum Krankenwagen gefahren. Ich war so sauer auf ihn... Das einzige was ich geschafft hatte war ihn für diese Rehakur durchzubringen die er auch gemacht hat. Aber die paar Kilo weniger waren auch schnell wieder drauf. Wenn ich mit ihm einkaufen gehe (er hat kein Auto) da helfe ich ihm auch mit der Auswahl seiner Lebensmittel und geb ihm Rezepte an die Hand. Leider gottes wohnt er direkt gegenüber eines Pizzalieferanten. Meiner Meinung nach braucht er jemanden der dauerhaft bei ihm ist und ihn unterstütz, leider kann ich das nicht weil ich alleinerziehend mit 3 Kindern bin. Bisher hat meine Suche nach solchen Menschen auch nichts ergeben. Kennt ihr solche? Lg

Kommentar von gerdavh ,

Das hört sich nicht gut an. Ich wüsste jetzt keine Anlaufstelle, wo Sozialdienste sich um Menschen kümmern, die es einfach nicht schaffen, sich normal zu ernähren und sich zu bewegen. Er ist ja schließlich noch kein Pflegefall. Ich kann Dir da leider nicht raten. Wenn er selbst nichts dagegen unternimmt, kannst Du auch nichts machen - kümmere Dich um Deine Kinder, ich habe den Eindruck, Du hast selbst genug zu tun. Es ehrt Dich, dass Du Dich um diesen Freund kümmern willst. Aber wenn er nicht will, kannst Du es vergessen. Du könntest es höchste auf die harte Methode versuchen: Wenn Du nichts ändert, besuche ich Dich nicht mehr! Dass er hohen Blutdruck hat, wundert mich überhaupt nicht. Da kommen mit der Zeit noch ganz andere Probleme auf: Evtl. Diabetes, Gelenkschmerzen, eine Fettleber - man kann es sich aussuchen. lg Gerda

Antwort
von rollo1, 21

Wie gesagt, einfach wird es nicht! Da brauchst du warscheinlich professionelle hilfe. Er weiß selbst, das er übergewichtig ist, und fühlt sich vermutlich hilflos, als ob alles nichts bringt, aber er kann sich glücklich schätzen jemanden wie dich zu haben! Hat er denn noch Familie/Verwandte die euch vielleicht unterstützen können?

Kommentar von felicitas5375 ,

Die Verwandten wohnen leider hunderte Kilometer weg. Gibt es denn eine professionelle Hilfe die man ihm nach Hause bringen kann? Klingt blöd, aber ich hab schon einiges getan aber er macht von sich aus nichts.Lg

Antwort
von Haifischflosse, 17

Dein Freund ist psychisch krank, da bin ich mir ziemlich sicher. Du wirst ihn nicht von seinem Selbstmordtrip herunterbringen. Denn das ist es ja letztendlich. Selbstmord auf Raten. Kein Körper hält das lange durch. Vielleicht hilft es, ihm das einmal klar vor Augen zu halten. Wenn nicht, dann versuch ihn dazu zu überreden, sich einer Psychotherapie zu unterziehen. Seine Gesundheit kann er nur dadurch wieder herstellen, denn alleine schafft er es offensichtlich nicht.

Antwort
von anonymous, 18

Du hast bereits alles getan, was man auch als Freund tun kann. Dein Freund ist erwachsen und muss anfangen, für sich und sein Leben die Verantwortung zu übernehmen. Du tust ihm leider keinen Gefallen mehr damit, alles für ihn zu tun. Die meisten Menschen müssen leider erst sehr tief fallen, bevor sie sich aufrappeln und etwas ändern. Und nicht alle schaffen es. Leider. Mein Rat: Rede mit ihm, sage, dass du nicht mehr kannst, dir nichts mehr einfällt und lass ihn dann mal eine Weile wirklich alleine machen. Etweder findet er dann Hilfe und die Motivation, sich zu helfen, oder eben nicht. Aber du bist nicht für ihn verantwortlich. Er ist erwachsen und hat das Recht, sein Leben zu vermurksen, wenn er es denn möchte. Wenn er dann wirklich Hilfe annehmen kann, wird er sich sicher an dich wenden.

Antwort
von anonymous, 15

Professionelle Hilfe wofür? Dass er seinen Hintern in Bewegung setzt? Manchen Menschen ist eben nicht zu helfen. Dein Freund hasst sich offensichtlich selber so sehr, dass er sich komplett aufgegeben hat.

Aber Du hast drei kleine Menschen, die von dir abhängig sind und die deine Kraft brauchen und ihr Leben noch vor sich haben. Auf die solltest du dich konzentrieren, statt deine Kraft an jemand zu verschwenden, der offenbar den Selbstzerstörungsknopf drücken will.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten