Frage von jellybelly08, 1.479

Bandscheibenvorfall - wie kann es weitergehen?

Hallo, bei meiner Frage geht es um meinen Bandscheibenvorfall. Ich bin 19 und habe im Januar einen Bandscheibenvorfall (LWS) diagnostiziert bekommen. Seit Februar bin ich bei der Krankengymnastik und erhielt bis Juni 6 Spritzen. Mittlerweile habe ich immer noch Schmerzen, zwar nicht mehr so stark, aber es ist dennoch sehr unangenehm, vor allem bei bis zu 9 Stunden Schule bzw. sitzen. Heute war ich wieder beim Orthopäden, weil ich mit meinen 6 Stunden KG fertig bin und eine neue Verordnung brauchte. Ich habe zwar eine bekommen, aber irgendwie war der Arzt nicht sehr begeistert, dass ich weiterhin zur KG möchte, weil er jetzt schon "Verodnung außerhalb des Regelfalls" ankreuzen musste. Ich habe dann eine Dauerverordnung angesprochen, aber da fing er nur an zu schmunzeln und meinte, man hätte mit einem BSV keinen Anspruch darauf, bzw. die Krankenkasse würde das nicht genehmigen.

Meine Fragen dazu:

  1. Stimmt das mit der Dauerverordnung? Der Arzt von meinem Onkel hatte da nämlich was anderes gesagt. (Kann aber auch sein, dass mein Onkel etwas falsch verstanden hat) Ich war gestern nach dem Orthopäden direkt bei meiner KK und hab denen die Verordnung gezeigt, die Frau sagt mir dann, dass ich mit diesem Indikationsschlüssel leider keine Dauerverordnung bekommen kann, etwas anderes hat sie mir aber auch nicht vorgeschlagen.

  2. Gibt es noch etwas anderes, was ich für meinen Rücken machen kann? Bekommt man z.B Rehasport von der KK verschrieben?

Mein jetziger Orthopäde hat mir bisher nie was anderes vorgeschlagen, außer KG und die 6 Kortisonspritzen. Ich befürchte, dass ich keine weitere Verordnung mehr bekomme, was ziemlich schlecht wäre, weil meine Schmerzen bei einer längeren Pause schnell wieder stärker wurden.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Schnuffi, 1.479

Natürlich kann dir dein Orthopäde Rehasport verschreiben - und die belastet sogar NICHT sein Budget. Verstehe nicht, dass er dir das nicht vorgeschlagen hat! Du hast dann 50x (allgem.) Gymnastik in der Gruppe, die du in 18 Monaten nehmen musst.

Es war falsch, dass dein Arzt schon nach 6 KG-Behandlungen "außerhalb d. Regelfalls" ankreuzte. Richtig ist: Bei WS1 gibt es 2x 6 KG-Behandlungen, dann kann der Arzt (wenn noch weiterer Behandlungsbedarf besteht) auf WS2 wechseln, das sind 3x 6 KG-Behandlungen, also bekommst du noch ein Rezept über 6x KG. Erst dann folgen die Behandlungen außerhalb des Regelfalls.

Die Ärzte legen diese Regeln oft aus wie sie wollen, nur um sich vor dem Patienten zu rechtfertigen, um nicht so viel zu verordnen.......

Die Dame von der KK hatte Recht, Um eine Dauerverordnung zu bekommen, muss die Diagnose im Katalog der Praxisbesonderheiten oder der Diagnosen mit langfristigem Heilmittelbedarf stehen UND der Indikationsschlüssel muss dazu stimmen.

Wenn dein Arzt auf die Verordnung des REHA-Sports nicht "anspringt" bleibt nur eins, Arzt wechseln oder viel Geld investieren und in einem Fitness-Studio mit Therapeuten-Beratung anfangen.......

Kommentar von jellybelly08 ,

Vielen Dank, Sie haben mir mit der ausführlichen Antwort sehr geholfen. Ich habe den Orthopäden gewechselt und hatte heute meinen ersten Termin. Nachdem er sich die MRT-Bilder angeschaut und mich noch einmal untersucht hatte, war ihm klar, dass bis jetzt zu wenig unternommen wurde, da er erkannte (was ich bis heute gar nicht wusste), dass ich nicht nur einen einzigen BSV habe, sondern eine Weitere auch schon erkennbar vorgewölbt ist.

Das Fazit: Neben den 6 Terminen für die Pyhsiotherapie (die mein alter Orthopäde mir noch verschrieben hatte) habe ich eine Verordnung für Reha-Sport bekommen, ohne den Arzt darauf anzusprechen. Außerdem habe ich 10 Termine für eine Hydrojet-Massage mit anschließender Akupunktur. Hört sich vielversprechend an, hoffentlich bleibt der Eindruck so positiv.

Kommentar von Schnuffi ,

Freut mich, dass du einen neuen Orthopäden gefunden hast mit dem du zufrieden bist.

Ein "Schluri" ist er trotzdem.......! Verschreibt dir REHA-Sport, weil das natürlich nicht sein Budget belastet - aber da er daran ja nichts verdient, schwätzt er dir noch eine Hydrojet-Massage auf!!! Ich hoffe, die Akupunktur wird wenigstens von der Krankenkasse bezahlt!? Die Hydrojet-Massage ist zwar angenehm, ist aber reiner Unsinn und bringt rein gar nichts bzgl. deines Bandscheibenvorfalls und der wirbelsäulenumgebenden Muskulatur.

Aber sie füllt den Geldbeutel des Orthopäden.......!

Kommentar von jellybelly08 ,

So habe ich das noch gar nicht gesehen. Er fragte mich aber, wann ich die letzte KG hatte und ich mit "vor einer Woche" antwortete. Vielleicht hätte er mir ja eine neue Verordnung mitgegeben? Werde ich wohl nicht erfahren, da er nur meinte, dass ich wiederkommen soll, wenn die schmerzen zu stark sind und man eventuell wieder mit den Spritzen anfangen kann.

Hört sich aber nicht gut an, vor allem muss ich pro Termin 6€ bezahlen.

Ich habe mir überlegt, dass ich demnächst zu meinem Hausarzt gehe und versuche von dem eine Verordnung für die KG zu bekommen, um die 3 monatige Pause zu überbrücken. Wissen Sie, ob das "legal" ist?

Kommentar von Schnuffi ,

Wenn du zum gleichen Therapeuten gehst, kannst du nur noch ein 6-er Rezept KG abarbeiten oder die Behandlung "außerhalb des Regelfalls" aufschreiben lassen.

Bei einem neuen Therapeuten kannst du von vorne mit einer Erstverordnung anfangen. Er weiß ja nicht, dasss du schon Verordnungen hattest.......

Antwort
von dinska, 1.242

Besorge dir "Das Rückenheilbuch" von Inka Jochum und mache die Übungen regelmäßig, das Buch kannst du über Amazon beziehen. Mache die Übungen täglich und beachte die Tipps.

Antwort
von RHWWW, 904

Hallo,

für eine Langfristverordnung werden diese Voraussetzungen gefordert:

Auf Antrag der oder des Versicherten entscheidet die Krankenkasse darüber, ob der oder dem Versicherten wegen der sich aus der ärztlichen Begründung ergebenden besonderen Schwere und Langfristigkeit ihrer oder seiner funktionellen/strukturellen Schädigungen, der Beeinträchtigungen der Aktivitäten und des nachvollziehbaren Therapiebedarfs die insoweit verordnungsfähigen Leistungen in dem insoweit verordnungsfähigen Umfang langfristig genehmigt werden können. Die Genehmigung kann zeitlich befristet werden, soll aber mindestens ein Jahr umfassen.

Quelle:

http://www.g-ba.de/downloads/62-492-532/HeilM-RL_2011-05-19_bf.pdf

Die Chancen schätze ich aber eher schlecht ein.

Es ist wesentlich leichter, eine Verordnung und Genehmigung für Rehasport zu bekommen.

Der Tipp, die Übungen möglichst eigenständig und regelmäßig zu wiederholen, ist auch sehr wichtig.

Man kann auch die Krankenkasse kontaktieren und nach Hilfen bei Rückenproblemen fragen (Kurse, DVD, ...).

Manche Krankenkasse hat auch eine Ärztehotline, bei der man sich von Orthopäden ausführlich beraten lassen kann.

Gruß

RHW

Antwort
von StephanZehnt, 893

Hallo ..,

vielleicht noch ergänzend da Kreuzcampus...

Du kannst Dich einmal an die Rheumaliga wenden die machen so eine Art (Funktionstraining) Rehasport bestimmt auch bei Dir in der Nähe! es können da auch Patienten teilnehmen die kein Rheuma sondern andere.....

Entweder Verordnung Hausarzt ... oder selbst bezahlt ..? Was eine Dauerverordnung angeht würde ich mich einmal an die Krankenkasse wenden. Die "Verodnung außerhalb des Regelfalls" würde den Arzt nicht belasten.

Die Krankenkasse müsste also ihr OK dazu geben Allerdings mit 19 J. eine Dauerverordnung... Da wäre eine Reha odgl. sinnvoller....!

VG Stephan

Hier ein Beispiel gibt es in allen Bundesländern http://www.rheuma-liga-nrw.de/DE/Start/Service-Fachgruppen/Therapeuten/index.php...

Kommentar von Schnuffi ,

Das mit der Rheumaliga ist ein guter Tipp, aber es stimmt nicht, dass die Verordnung außerhalb des Regelf. das Budget des Arztes NICHT belastet!

Jede Verordnung - egal ob innerhalb oder außerhalb des Regelfalls belastet das Budget des Arztes! Ausnahmen sind nur Verordnungen mit Diagnosen, die als Praxisbesonderheit gelten oder Diagnosen aus dem Katalog der langfristigen Heilmittelverordnungen.

Genau das würde auch die Krankenkasse bestätigen.

Kommentar von StephanZehnt ,

Danke für den Hinweis - eine Antwort von mir wurde einmal korrigiert weil ich das mit dem außerhalb des Regelfalls... nicht kannte. Nun habe ich mich versucht einmal darüber schlau zu machen.

Also hier (Link) schreibt man wenn die Gesamtverordnungsmenge ausgeschöpft ist kann man noch einmal mit der Krankenkasse sprechen ob hier etwas außerhalb des Regelfalls möglich ist .... Im Durchschnitt bekommt man Rezepte im Höchstfall für 18 Termine (Behandlungen) für einen chronisch Kranken doch sehr wenig ...

http://www.hausmed.de/gesund-leben/physiotherapie/aerztliche-verordnung

Antwort
von kreuzkampus, 630

Problematisch, etwas dazu zu sagen. Eigentlich müßte ich zuerst antworten; Cortison geht gar nicht; aber das eigentliche Problem ist, daß Du Kassenpatient bist. Das will ich Dir an meinem Fall erklären. Ich bin privat versichert und habe vor Jahren nach einem heftigen BSV darauf bestanden, eine stationäre Reha zu machen. Das wurde bewilligt, und die Entscheidung war richte. Soll heißen: Ich war dann in einer Reha-Klink meiner Wahl, habe dort tagsüber die verordneten Maßnahmen mitgemacht und (und das ist jetzt wichtig-auch für Dich!) bin abends um 22 Uhr nochmal in den Gymnastik-Raum gegangen und habe alleine nochmal alle Übungen wiederholt. Spritzen habe ich zu keiner Zeit bekommen! Nach 12-14 Tagen bin ich von der Reha-Klinik, die erhöht über Freudenstadt liegt, zu Fuß runter nach Freudenstadt gegangen, um dort zu bummeln. Mein Plan war, für den Rückweg eine Taxe zu nehmen, falls ich Schmerzen bekommen hätte. War nicht! Ich bin zu Fuß zurück und habe meine BS erst ca. 200 m vor dem Haus gespürt. Was ich Dir in Deiner Situation mitgeben möchte, ist, daß Du Dir die Übungen, die Du in der KG machst, merkst oder aufschreiben läßt und sie zu Hause abends konsequent wiederholst. BSV brauchen keine Cortison-Spritzen; es sei denn, man tut selbst nur das Notwendigste gegen den BSV. BSV brauchen nunmal kräftigende Gymnastik; und dafür kann man selbst eine ganze Menge tun. Eine vernünftige Maßnahme wäre auch, in einem Sportverein regelmäßig zur Rückengymnastik zu gehen. Alles Gute!

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