Frage von Sunblume, 767

Wirbelgleiten - OP oder Schmerztherapie?

Hi

I bin 34 J. u habe ein angeborenes Wirbelgleiten, welches sich erst Oktober 2013 bemerkbar gemacht hat. Anfangs waren es ganz leichte Schmerzen - bin immer davon ausgegangen, hab mir nen Nerv eingeklemmt, bis i dann im Mai 2014 das erste Mal zusammengebrochen bin. Ergebnis ziemlich eindeutig L5/S1 grad 2-3 Bandscheibe gibt es nicht mehr - Kippwirbel mit Verknöcherung, verengter Spinalkanal.. Seit Juni dann Taubheitsgefühl u Kribbeln im gesamten linken Bein bis zum großen Zeh.

Ab da wurde es rapide schlimmer -

War bereits im August das erste Mal im KH zwecks Schmerztherapie u eventuelle OP... Leider hat nichts bei mir angeschlagen - keine Medikamente, keine CT Spritze, keine Physio, kein Strom... Nichts.. Dennoch habe i das KH ohne OP verlassen u eine Reha gemacht in der Hoffnung einer OP vorzubeugen.

Leider hat sich mein Zustand so rapide verschlechtert, dass i teilweise nicht laufen konnte u auch Ausfälle hatte... Bis dahin hatte i noch regelmäßig versucht Sport zu machen (Radfahren/Schwimmen) denn dem hatte i es ja auch zu verdanken, dass i so viele Jahre beschwerdefrei war. Hatte Leistungssport gemacht Triathlon.

Inzwischen haben wir Januar 2015 -- Sport ist auf das minimalste reduziert, weil es aufgrund der Schmerzen gar nicht mehr möglich ist ---- sehr frustrierend. Arbeiten kann i seit Oktober auch nicht mehr... habe sehr viel probiert um etwas gegen die Schmerzen zu machen, was aber nur zu weiterem Schmerz führte.

Das was i nicht mehr so extrem habe seit ich kein Sport mehr mache, sind die Beschwerden im Bein - taub ist das linke zwar immer noch aber der Schmerz ist annehmbar.

Es gibt Tage an denen fühle ich mich auch fast gut - kann mal ne Runde radeln u lange spazieren gehen sogar tanzen u dann hab ich Tage, an denen i mich gar nicht bewegen kann vor Schmerzen... weiß nicht wann i die letzte Nacht mal richtig geschlafen habe. Jeden Tag Rückenschmerzen und i kann nicht mal ein ganz normales Leben führen. 1 h spazieren u das wars Psyche mitlerweile im Keller. Medikamente 0 Wirkung

Denke jetzt ernsthaft über eine OP nach. Habe einen sehr guten Arzt gefunden u auch in der Reha positive Feedbacks von Betroffenen bekommen

Mein Orthopäde redet aber extrem dagegen u meint, meine Schmerzen würde man auch mit Schmerztherapie (Spritzen/Akupunktur) u Physio reduziert bekommen - Muskelaufbau

ABER wie realistisch ist es wirklich u von welchem Zeitfenster spricht man?

Was löst denn den Schmerz eigentlich aus u kann man wirklich mit Training der Muskulatur den Schmerz bekämpfen? Hab mein Leben lang Sport gemacht auch Rückenmuskulatur trainiert. Das Pensum kann i doch schon aufgrund meiner Beschwerden nie mehr erreichen u wie genau lindert die Muskulatur dann den Schmerz? Das anatomische Problem bleibt doch bestehen

Vielleicht hatte i vorher keine Beschwerden, weil noch etwas Bandscheibe da war - vielleicht war auch mein Sturz mit Snowboard im Feb 2013 Auslöser?

Kann mir jemand nen Rat geben?

Antwort vom Arzt online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Gesundheitsfrage. Kompetent, von geprüften Ärzten.

Experten fragen

Antwort
von JOLA2000, 604

Hallo 

ich bin 37 Jahre habe auch genau das gleiche wie du. Bei mir wurde es 2004 festgestellt. Die schmerzen fingen bei mir unmittelbar nach der Geburt meiner Tochter im Jahr 2000 an. Am Anfang dachte ich es kämme von der PDA. Zum ersten Arzt damals Hausarzt bekam spritzen das wehre nach einer Schwangerschaft normal so schmerzen. Dann im Jahr 2004 nach langen hin und her Neuer Hausarzt der dann feststellte das ich ein angeborenen Wirbelgleiten habe. Zum Orthopäden überwiesen der sagte dann soll meine Rückenmuskulatur Trainieren Muskeln aufbauen den besser werden die schmerzen nicht mehr und damit muss ich leben. 

Habe dann alles mögliche gemacht vom Walken schwimmen und Physio nichts mal waren die schmerzen besser mal schlechter. 2008 war ich in Kur dort hatte der Arzt mir auch gesagt ich muss mit den schmerzen leben. Wehre zu Jung für eine OP. Letztes Jahr 20014 wieder Kur die riten mir weiter schwimmen und Walking nochmal Physio. Mal abgesehen von den ganzen Schmerzmitteln die ich bis heute genommen habe nichts hilft mehr.

Zu meinen Pech bin ich vor ca. 4 Wochen gestürzt. Bin zum Neuen Orthopäden und wurde natürlich Geröntgt und bekam eine Überweisung um MRT Auch mit der Frage NPP? Den MRT Termin habe ich nächsten Dienstag 21.07.2015. er meinte mal schauen und dann wohl erstmal Schmerztherapie.

Sollte IBU 800 nehmen sagte aber sofort die nehme ich seid Jahren wie Bonbons helfen überhaupt nicht mehr. Bekam eine spritzt weil der Nerv total Eingeklemmt ist. Half nichts. Bekam zwei verschiedene Medikamente

Novaminsulfon 500 mg

Tilidin comp. 50mg/4mg

die helfen auch nicht gegen den schmerz die machen nur High.

Eigentlich will ich nicht mehr Rumexperimentieren 

Wenn ich so einiges lese hier im Internet (man soll nicht alles zu wörtlich nehmen) aber im Großteil Hilft bzw hält die Schmerztherapie nicht lange an (4-8) und dann doch OP. Dann sag ich lieber gleich OP

@Sunblume wie geht es dir heute? Hattest Du schon eine OP?

Antwort
von Winherby, 521

Meine Antwort ist aus meiner berufl. Erfahrung heraus kurz und bündig: So schnell als möglich operieren.

Natürlich nicht in einem Feld-, Wald- und Wiesenkrankenhaus nebenan im Viertel. Es sollte schon ein hochspezialisiertes Krhs. sein mit Ärzten, die nix anderes machen und daher die größt mögliche Erfahrung haben. Mein Rat ist die Endoklinik in HH, oder mMn noch besser die orthop. Klinik in Braunfels. http://www.okb-online.de/

So schnell wie möglich operieren lassen wegen des Schmerzgedächtnisses, der dauerhaften Nervenschädigung durch die Druckläsion, wegen der Organe die alle Schmerzmittel verarbeiten müssen.

  • Schmerzgedächtniss heisst, dass Du immer Schmerzen haben wirst, obwohl kein Grund mehr besteht ( post OP)

  • dauerh. Nervenschädigung bedeutet, dass die Nerven postop. sich nicht mehr vom Dauerdruck erholen/regenerieren können, wenn der Druck eine gewisse Zeitschwelle überschritten hat. Permanente Probleme im Rücken und / oder Bein sind die zwangsläufigen Folgen.

Daher mein Rat: Mit einer Überweisung zur Klinik in Braunfels zwecks Untersuchung und aller nötigen Beratungsgespräche.

Ich spreche aus langjähriger Erfahrung, mich wundert daher, dass Du nicht längst operiert bist, alles Gute.

Kommentar von Winherby ,

Das ist ja eine interessante Seite für Patienten. Habe mir die erste Bewertungsseite mal durchgelesen. Wäre es ein Eishockeyspiel, könnte man von einem Kantersieg der Klinik sprechen, 33:7 positive Bewertungen. Schaut man sich speziell die Bewertungen der ärztl. Leistung auf dieser Seite an, wird das Ergebnis noch positiver. Klar, dass es immer negative Bewertungen gibt, egal über was abgestimmt wird.

Ich empfehle diese Klinik, weil diese Ärzte die einzigen waren, die meine Mutter zum 6. Mal an der Hüfte operiert haben, alle anderen angefragten Häuser trauten sich nicht ran, oder gaben eine negative Prognose (sogar die in HH). Die OP ist bei meiner Mutter, sie war zu der Zeit 86 Jahre alt, toll gelungen. Das Hüftgelenk und das Becken an der Stelle besteht nun zwar überwiegend aus Draht, Blech, Titan, Schrauben, Nägel und Knochenspezialzement, aber Mutter kann überwiegend schmerzfrei laufen. Alle anderen Häuser hatten den Dauerrollstuhl angesagt.

Klar hatte Mutter auch was zu meckern: Das Brot war nicht gut, dann auch noch Magarine statt Butter, die Matratze zu fest (daheim Tempur), keine optimal angebrachten Haltegriffe am WC, nur 2x Lymphdrainage nach der Op, und noch andere Dinge. Kein Krankenhaus, kein Hotel, keine Rehaeinrichtung, nix und niemand kann es allen Menschen in allen Punkten recht machen, dafür sind die Erwartungen viiiieeeel zu unterschiedlich. Aber alles Peanuts, im Vergleich zur Hauptsache des Aufenthalts, der ärztl. Leistung.

Daher bleibe ich bei meiner Ansicht, diese Klinik ist für sehr schwierige Fälle eine der ersten Adressen. Die 200 Km Fahrt dorthin war gut investiert. Viele Grüße, und der Patientin auch gute Besserung, wünscht Winherby

Antwort
von StephanZehnt, 447

Hallo SB.,

ich fürchte da schlicht zu sagen OK OP und fertig so simpel ist es nicht. Es gibt vier Stadien wenn es um Gleitwirbel geht.

Es gibt vier Schweregrade des Gleitens. Die Deckplatte des unteren Wirbelkörpers wird geviertelt und als Maßstab für die Gradeinteilung verwendet. Es ergibt sich folgende Gradeinteilung:

  • Grad 1: Der obere Wirbelkörper bedeckt mindestens drei Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers.

  • Grad 2: Der obere Wirbelkörper bedeckt mindestens die Hälfte aber weniger als drei Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers.

  • Grad 3: Der obere Wirbelkörper bedeckt mindestens ein Viertel aber weniger als die Hälfte der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers.

  • Grad 4: der obere Wirbelkörper bedeckt weniger als ein Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers (siehe auch Gleitwirbel Apotheken-Umschau.de).

Nun bei den ersten zwei Stadien operiert man in der Regel nicht. Nun schreibst Du von einer OP. Du weist aber schon was so eine OP bedeutet. Das heißt das der betroffene Lendenwirbelbereich versteift wird. Bedingt durch die fehlende Beweglichkeit werden die Segmente über und unter der Versteifung duetlich mehr belastet wie sonst.

Du schreibst nun Ergebnis ziemlich eindeutig L5/S1 Grad 2-3 (Gleitwirbel) Bandscheibe gibt es nicht mehr - Kippwirbel mit Verknöcherung, verengter Spinalkanal.

Das wird auf keinen Fall besser. Das Problem auf solch einem Wirbel liegt sehr viel Gewicht ohne Bandscheibe zerstören sich die angrenzenden Wirbel gleich mit . (Spondylose und Spondylosis deformans) dies verursacht mit die Schmerzen.

Wenn Du nun keine entsprechende Sc hmerzbehandlung hast könnne die Schmerzen chronisch werden. Ja und dann wird es richtig hässlich.

http://ethianum-klinik-heidelberg.de/de-wirbelsaeulenchirurgie/spondylolisthese/...

Wenn Du Dich operieren lassen willst solltest Du genau hinsehen. Wieviel OPs hat der Arzt schon gemacht erfolgreich. usw.. Du kannst mir ja einmal eine Nachricht per Kompliment) schreiben. Welche Klinik Du ....

Ich weis nicht ob Du schon etwas von Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson gehört hast was Du für Schmerzmittel nimmst ?....

VG Stephan

Bild Quelle kroeber-spine.com

Kommentar von Sunblume ,

Hallo Stephan,

Danke für die schnelle Antwort.

Was eine OP angeht streiten sich meine Ärzte . Mein Orthopäde bei mir zu Hause in Schwerin rät mir davon ab. Meine Physiotherapeuten sind sich nicht einig. Mein Arzt des Vertrauens aus Meißen Carsten Reichel bei dem ich mich eigentlichen operieren lassen wollte hat mir nach Analyse des MRT zu einer Operation geraten - hat mich aber an einen anderen Arzt verwiesen, weil er sich diesen Umfang der Operation nicht zutraut. Dieser sitzt in Borna und soll einen sehr guten Ruf haben. Sebastian Katscher.

Ich weiß wie eine OP verlaufen wird - was genau gemacht wird und welche Folgen, dass für die darüber liegenden Wirbel hat. L4/L5 muss dann zusätzlich noch 20% mehr Lasten tragen durch die Versteifung L5/S1 was dann in späteren Jahren zu einer erneuten OP aufgrund des Verschleiß der Bandscheibe führen kann/wird. Auch werde ich immer ein Schmerzpatient bleiben, was ich aber auch ohne OP bin. Meine Beweglichkeit ist durch die Versteifung eingeschränkt - was ich aber ebenfalls jetzt schon habe. Ein weiteres Risiko ist, das die Stützfunktion von L5/S1 nicht ausreicht und zusätzlich L4/L5 mit fest gemacht werden muss bis ausreichend Stabilität gewährleistet ist - dann entfernt man das wieder. Und es kann auch im schlimmsten Fall zu einer Lähmung im Linken Fuß kommen.

Abgesehen von meinem Wirbelgleiten L5/S1 sieht der Rest meiner Wirbelsäule noch sehr gut aus.

Ja mein Befund ist genau wie ich es geschrieben habe.

Ich war ja schon in einer Reha und hatte dort eine konventionelle Behandlung - habe dort auch die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson kennengelernt - ist wirklich gut aber nimmt mir leider nicht den Schmerz.

An Medikamenten hab ich schon einiges durch. Das letzte was probiert wurde wären 150er Tilidin - aber die drehen sich nur in meinem Kopf im Rücken merke ich sie nur wenn ich nach langer Zeit mal eine nehme und dann auch nur minimal. Die weitere 12 Stunden später hat leider schon keine Wirkung mehr. Deshalb nehme ich sie wenn dann nur zur Nacht wenn mal wieder gar nicht geht mit schlafen so wie heute - smile. Tramal und Targin helfen leider auch nicht 😒 Möchte aber auch nicht mein Leben lang Medikamenten nehmen, wenn ich ehrlich bin. Hab ja als ich in Aue im Klinikum war eine Spritze genau in den Nerv bekommen unter CT - die hab ich auch gar nicht gemerkt

Es ist ja nicht so, dass ich mich unbedingt operieren lassen möchte - ganz im Gegenteil - wenn es einen Weg gibt diese Schmerzen ohne OP loszuwerden - her damit... Ich habe ja auch Angst vor dieser OP...

Deshalb war ja auch meine Frage, ob es wirklich möglich ist mit Spritzen in die Wirbelsäule (Quaddeln) /Akupunktur und Muskelaufbau das Problem dauerhaft in den Griff bekommt. Seit August merke ich statt Besserung leider eine Intensität des Schmerzes.

An guten Tagen an denen sich der Schmerz gut aushalten lässt, würde ich mich immer gegen eine OP entscheiden - aber von 7 Tagen ist es 1er.

Danke und lieben Gruß Sabrina

Kommentar von StephanZehnt ,

Hallo Sabrina,

Du hast geschrieben das Du ..Bandscheibe gibt es nicht mehr Wenn die Wirbel Kontakt können die Schmerzen mit der Zeit schon höllisch werden. Ja und dann bleibt nur noch die OP. Das ein Arzt sagt Sorry ich traue mir das nicht zu finde ich OK weil wenn etwas schief geht und Du über Jahrzehnte chronische Schmerzen hast brauchst Du keine Hölle mehr. die hast Du schon hier auf Erden. Darum sage ich bei solchen Fragen häufig lieber einmal zwei - / dreihundert Kilometer fahren ja und danach zufrieden sein mit der OP.

Ob immer ein Schmerzschrittmacher hilft ? Ich kann es nicht beurteilen. Die Abteilung da in Borna existiert erst seit 6 Jahren.

Es ist extrem schwierig eine wirklich gute Klinik zu finden. So wird die Klinik in Gardelegen die kürzlich negativ aufgefallen ist bei der WeissenListe.de fast genau so bewertet wie andere Kliniken z.B. Wickerkliniken (Bad Wildungen) , SRH-Kliniken (Karlsbad -Langensteinbach), Endoklinik (Hamburg)

Allerdings einer Patient / in zu sagen wenn Du Dir unsicher bist fahre lieber einmal Drei- Vierhundert Kilometer ist nicht ganz so einfach. Allerdings wenn man dann deutlich weniger Schmerzen hat danach. ist das schon ein Erfolg wenn man noch keine chronischen Schmerzen hatte. . Allerdings braucht man bei bestimmten Kliniken schon heftig Geduld. ehe man dran kommt.

Alles Gute Stephan

Antwort
von bobbys, 367

Hallo,

Seit Juni dann Taubheitsgefühl u Kribbeln im gesamten linken Bein bis zum großen Zeh.

und genau das ist jetzt der Punkt an dem man nicht mehr Konservativ behandelt sondern eine OP unumgänglich ist.

Bitte eine Fachklinik aussuchen die diese OPs täglich durchführen und auch darauf spezialisiert sind.

Gute Besserung und Viel Glück bei der KH-Wahl.

LG bobbys

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community