Frage von LunaLe, 122

Nach Tavor gehirnerkrankung??

Liebe Community, ich habe eine Freundin die sehr erkrankt ist..Sie hat in der Klinik aus Ihrer Sicht Ihren Werdegang beschrieben und den möchte ich hier anonym veröffentlichen mit der Hoffnung das vielleicht jemand helfen kann und/oder man Gleichgesinnte findet..

****Ich bin zur Zeit in der Vitos Klinik Giessen und das ist die dritte Klinik in der ich aufgenommen wurde..Und bisher lief alles erfolglos.Ich leide seit Jahren an Deppressionen, das wirkt sich wie folgt aus: Ich hatte keine Lebenslust mehr, war Lebensmüde, antriebslos, keine Lust auf nix. Das hat sich so stark zugespitzt, dass ich im Juli zu einem Neurologen gegangen bin, der hat mir Citalopram (15mg) verschrieben. Mit jedem Tag der Einnahme wurde mein Zustand immer schlimmer. Habe das Gefühl gehabt wahnsinnig zu werden und den Verstand zu verlieren. Am 8. Tag war es so schlimm, dass mein Ehemann mich in die Klinik gefahren hat. Dort hat man mir das 1. Mal Tavor gegeben und ich wurde direkt in die Vitos Herborn überwiesen. Dort wurde mir Tavor fest angesetzt, 3x 0,5 mg/Tag. Nach einigen Wochen wurde das Tavor abrupt abgesetzt. Danach hatte ich richtige Entzugserscheinungen. Ich habe rumgeschrien, ich bin verrückt geworden, ich wurde in einem Zimmer eingesperrt, wurde eiskalt abgeduscht, musste barfuss im Schnee laufen usw. Das hat alles nix geholfen. Bei mir wurde auch ein Aneurysma entdeckt das meine Angstzustände verschlimmert hat. Mir wurde wieder Tavor gegeben und es wurde dann ausschleichend abgesetzt über mehrere Wochen. Ich bin wieder verrückt geworden und hab wieder rumgeschrien und randaliert über mehrere Wochen. Mich konnten keine Mittel mehr beruhigen. Danach kam ich in die geschlossene Anstalt. Der Zustand verbesserte sich nicht obwohl ich sämtliche Medikamente bekommen hatte. Im Juli 2013 wurde ich dann in diesem Zustand entlassen. Daraufhin bin ich in die nächste Vitos Klinik. Doch dort konnte mir auch keiner helfen. Habe mich selbst entlassen und hatte dann ca. zwei Wochen bei meinen Eltern gelebt. Der Zustand war so schlimm das ich eine Überdosis Mirtacapim und Carbamazepin nahm. Mir wurde der Magen ausgespült und bin dann in die nächste Vitos Klinik gekommen. Ich weiss das Tavor Gehirnschaden anrichten kann und befürchte das dies mit meinen GABBA-Rezeptoren zu tun hat...Ich könnte mich nur umbringen und bin ständig in einer Daueranspannung. Ich spüre das in meinem Kopf was nicht stimmt..Das Tavor hat irgendwas kaputt gemacht..Bis jetzt wurden folgende Untersuchungen gemacht: MRT, EEG, EKG, Blut- und Urinabgabe..Bisher wird nix festgestellt. Ich bin mir sicher das irgendwas in meinem Gehirn was zerstört ist..Bei mir wurde nie nach neurologischen Schäden nachgeschaut...Alle meinen ich hätte Deppressionen...Es ist kaum auszuhalten meinen Zustand..Diesen Dauerzustand erlebe ich seit August 2012. Ich hoffe das vielleicht irgendjemand weiss wie man meiner Freundin helfen kann..Oder jemand der sowas auch erlebt hat...Es ist sehr dringend..Bitte meldet euch wenn ihr helfen kö

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Antwort
von StephanZehnt, 96

Hallo ....,

gerade hat im Fernsehen ein Arzt (Dr. Thorsten Kienast von der Max-Grundig-Klinik Bühl) zum Thema Psychopharmaka gesprochen. Er sagte das Benzodiazepine sehr schnell abhängig machen. In den letzten zwei Jahren stieg der Einsatz um ca. 25% an, Tendenz weiter steigend. Nun es ist allgemein bekannt das Psychopharmaka eine hohes Abhängigkeitsrisiko haben. Selbst das Citalopram (SSRI) ein Antidepressiva macht da keine Ausnahme.

http://www.schatten-und-licht.de/forum/viewtopic.php?f=8&t=9648

Nun der oben genannte Arzt war der Meinung das man deutlich mehr Psychotherapien bei solchen Fällen einsetzen sollte allerdings bei extrem langen Wartezeiten kaum möglich weil es zu viele gibt die aus Afghanistan udgl. kommen .... So schreibt man schnell ein Rezept.

Wenn es nun solche Probleme gibt wäre es evtl. ratsam sich an den Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) wenden ob die wie auch immer weiterhelfen können ! (psychiatrie.de/bapk)

Nun wenn ich von Rituale lese bin ich etwas verunsichert. Wie ist das real z.B. in unseren Pflege- / Altersheimen da sieht man schon einmal im Fernsehen wie eine Pflegekraft eine demente Frau schlägt da werden Menschen in Betten und Rollstühlen angebunden weil man schlicht zu wenig Pflegekräfte hat obwohl ein Platz im Heim 4000 € / Monat kostet. Ja und dann hatten wir noch den Fall Gustl Mullath

Nun haben wir immer mehr private Kliniken wo man mitbekommt das bei Patienten schon einmal starke Schmerzmittel im kalten Entzug abgesetzt werden. Da wird man natürlich bei Psychopharmaka ganz anders vorgehen oder???? Da ist egal ob die Klinik Vitos oder XYZ heisst.

VG Stephan

Antwort
von Ostsee31, 82

Wir waren nicht anwesend und keiner hier ist in der Lage sich darüber ein objektives Urteil zu bilden. Ob es sich wirklich so zugetragen hat oder nicht kann ich nicht entscheiden und du auch nicht, oder warst du persönlich anwesend oder hast du den Befund gelesen?

Tavor ist in aller Regel ein sehr gut verträgliches Benzodiazepin. Die Vitos Klinik Gießen hat zudem auch keinen schlechten Ruf - ganz im Gegenteil und weil die Behandlung nichts genützt hat und mit deiner Freundin so sadistische Rituale vollzogen wurden hat sie sich anschließend gleich in der nächsten Vitos Klinik behandeln lassen? Für mich ist das alles sehr unglaubwürdig, zudem klingt diese Beschreibung mehr nach einer Psychose als nach Angstzuständen.

Antwort
von kreuzkampus, 64

Sorry; aber den Verlauf dieser Geschichte glaube ich so nicht. Zudem ist die gesamte Schilderung so präzise, daß ich nicht glauben kann, daß ein Mensch, der so krank ist, das so beschreiben kann. Ich kann mir auch keine deutsche Klinik vorstellen, die tgl. 3x0,5 Tavor gibt und es dann schlagartig absetzt. Das mit der eiskalten Dusche und dem Schnee kann ich mir auch nicht vorstellen. Mein Fazit: Und selbst wenn das auch nur annähernd so war, kann hier niemand einen seriösen Rat geben.

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