Frage von 20frage14, 1.192

Kieferschmerzen beim Gähnen, bzw. v.a. Morgens

Hallo, ich habe mich inzwischen von allen Entzündungen, Schmerzen etc. erholt, allerdings habe ich seit einigen Wochen Kieferschmerzen beim Gähnen. Ich hab Anfangs gedacht, es wäre einfach, dass die Entzündung von den Nebenhöhlen in die Kieferhöhle gewandert wär, aber das ist mit der Zeit doch etwas unwahrscheinlich... die Schmerzen sind besonders stark, wenn ich morgens aufstehe (v.a. wenn ich vorher auf der Seite (Schmerzen sind nur rechts) gelegen hab...) oder Gähnen muss... Dabei hab ich das Gefühl, dass ich den Mund auch nicht richtig auf bekomme, also Mund im Sinne von Lippen schon, aber das Gelenk will das irgendwie nicht... Und wenn ich es dann mache, tut es weh, ich gähne inzwischen schon beinahe etwas komisch und überliste den Mund irgendwie, öffne ihn anders, bewege das Gelenk anders... kann ich nicht genau beschreiben... Ich kann allerdings erst in Deutschland wieder zu einem Facharzt gehen, ich war bei einer der Krankenschwestern hier und die meinte, da ich den Mund ohne Probleme schließen kann (hat gemein, bei Ausgerenktsein würde entweder eine Seite runterhängen, oder bei beiden Seiten komplett offen stehen), schließt sie einen ausgerenkten Kiefer aus und das Gelenk wäre wohl nur etwas überstrapaziert... Jetzt weiß ich aber nicht, was ich machen soll... ich hab das ja jetzt schon mehrere Wochen, es ist nicht so, als würde es mich beim täglichen Leben behindern, es nervt nur inzwischen, weil ich nicht mehr richtig Gähnen kann und ich doch immer im Hinterkopf habe, dass irgendwas nicht ganz in Ordnung mit meinem Körper ist... Gibt es irgendetwas, das ich da machen kann? Ich versuche schon, so wenig wie möglich zu kauen, manchmal tut es auch komisch weh, wenn ich die Zähne fest zusammen beiße (wieder nur rechts), deshalb dachte ich, dass es vllt. vom Weisheitszahn kommt (obere ist durch, untere noch nicht zu sehen), aber das würde sich doch nicht so auf den Kiefer auswirken, oder? Kennt sich da Jemand aus, gibt es da vllt. Übungen, damit der Kiefer irgendwie nicht mehr so "spannt" beim Gähnen? Ich will ungerne wieder zur Krankenschwester, die einen belächelt und wieder weg schickt, weil nichts kaputt ist... Danke :)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rulamann, 1.016

Eine der Hauptursachen für Kieferschmerzen stellt das nächtliche Knirschen dar. Dadurch werden die Zähne aufeinandergepresst, die Kauflächen der Zähne stark abgenutzt und die Kaumuskulatur übermäßig beansprucht. Eine virale oder bakterielle Entzündung kann an Kieferschmerzen schuld sein, wenn Viren oder Bakterien über das Zahnfleisch auf den Kiefer übergreifen und dort durch die Entzündung starke Beschwerden verursachen. Auch Entzündungen der Zahnfleischtaschen können sich über die Wurzeln auf den Kiefer ausbreiten und starke Kieferschmerzen auslösen.

Ein kariöser Zahn kann an der Wurzel einen Eiterherd, eine Fistel, bilden. Dieser Herd breitet sich in den Kiefer aus und verursacht Kieferschmerzen. Wenn nicht behandelt wird, können Komplikationen wie Herzbeschwerden oder Nierenerkrankungen folgen und diese Organe schwer geschädigt werden.

Häufig führen Zahnfehlstellungen zu starken Kieferschmerzen, oft von den Weisheitszähnen ausgehend, die vom Kiefer aus gegen andere Zähne drücken. Auch ein Fehlbiss kann für anhaltende Kieferschmerzen sorgen ebenso wie Muskelverspannungen im Kiefer- oder Kopfbereich.

Plötzliche Kieferschmerzen können auch ein Warnsignal für einen Herzinfarkt sein, besonders wenn sie im Bereich des Unterkiefers auftreten und die Schmerzen in den linken Arm ausstrahlen.

Lies bitte alles > http://symptomat.de/Kieferschmerzen

Kommentar von 20frage14 ,

danke für die ausführliche Antwort, ich werde mir alles durchlesen

Kommentar von rulamann ,

Danke für den Stern :-))))

Expertenantwort
von gerdavh, Community-Experte für Schmerzen, 626

Hallo, vielleicht ist Dir das gar nicht selbst bewusst, aber Du hattest schon Mitte Oktober Kieferschmerzen. An Deiner Stelle ginge ich mal zu einem Kieferorthopäden, damit festgestellt wird, ob bei Dir ein Fehlbiss besteht. Der verursacht auf Dauer Kiefergelenksschmerzen. Bei nicht behandelten Nasennebenhöhlenentzündungen kann der Knochen angegriffen werden. Ich hoffe doch mal, dass Du antibiotisch behandelt wurdest. Ein Röntgenbild würde Aufschluß bringen. Was ich nicht verstehe, dass Du immer von einer Krankenschwester schreibst; wo immer Du Dich aufhältst, wird ja wohl auch ein Arzt da sein. Alles Gute. lg Gerda

Kommentar von 20frage14 ,

doch, das ist mir bewusst, hatte ich ja auch oben geschrieben, dass es immer noch die gleichen Schmerzen sind... Kieferorthopäde ist hier nicht zu erreichen, ich habe inzwischen nach langer Diskussion die Krankenschwester soweit, dass sie für Freitag einen Arzt reinruft, da sie keine Ahnung hat (Zitat "I have no idea what could be causing your pain. You seem fine."). Ich hoffe, dass die Person, die am Freitag kommt, zumindest ein bisschen kompetenter ist, als die Personen, die mich bisher behandelt haben. Nein, ich hatte nur Tabletten, die die Verstopfung in den Nebenhöhlen gelöst haben, hat auch sehr lange gedauert, Antibiotikum habe ich leider nicht bekommen und habe auch keins zugeschickt bekommen... Inzwischen bereue ich, nicht einfach ein deutsches Antibiotikum "gegen alles" mitgenommen zu haben.. sollte ich noch einmal so lange unterwegs sein, wird das auf jeden Fall eingepackt (wobei ich jetzt schon einer wandelnden Apotheke gleiche, da ich wusste, dass ich das meiste mit Sicherheit brauchen werde)

Antwort
von dinska, 673

Du solltest wirklich ein paar Übungen für deinen Kiefer machen. Lege die Hände auf deine unteren Gesichtshälften und bewege den Kiefer locker hin und her, kannst auch leicht kreisende Bewegungen machen, es darf aber nicht knacken oder schmerzhaft sein, immer unter der Schmerzgrenze bleiben. Auch die Lippen öffnen und schließen, als würdest du zu einer Musik mit den Lippen den Takt angeben. Dann kannst du den Kiefer anspannen, als wolltest du wie ein Biber einen Stamm annagen, nach ein paar Sekunden wieder locker lassen und die Lockerungsbewegungen wiederholen, immer im Wechsel und versuche auch die Schultern in das Anspannungs- und Entspannungsritual mit einzubeziehen. Erst nur Schultern allein, dann mit Kiefer gemeinsam. Mache diese Übungen ein- bis zweimal täglich.

Kommentar von 20frage14 ,

hm... ich glaube, ich mache es falsch, weiß nicht so genau, wie ich bewegen soll, ich spüre außerdem nichts (obwohl das ja eigentlich gut ist...)

Kommentar von dinska ,

Mach es trotzdem, auch wenn du nichts spürst. Es ist besser, als wenn es weh tun würde. Du sollst den Kiefer leicht kreisen und lockere Kaubewegungen machen, dann bei der Anspannung den Kiefer nach vorn schieben und Nagebewegungen machen, als wolltest du was abnagen, leicht öffnen und schließen.

Kommentar von 20frage14 ,

achso, jetzt verstehe ich es richtig... danke :) Ich habe noch eine weitere Übung gefunden, die mir auch etwas weiter geholfen hat... Heute Nacht habe ich auch bemerkt, dass ich total verkrampft im Kiefer bin (leide im Moment aber auch unter Stress und auch Angst), versuche die Übungen auch Nachts ab und zu einzubauen, da ich eh regelmäßig aufwache... danke :)

Kommentar von dinska ,

Das machst du richtig, denn viele Verspannungen gehen auch vom Kiefer aus. Du wirst sehen, es wird dir Erleichterung bringen. Ich freue mich, wenn ich dir helfen konnte!

Antwort
von Lina2012, 447

Falls es wirklich am Zähneknirschen liegt,kann dir dein Zahnarzt eine Spange anfertigen lassen. Das entlastet den Kiefer und deine zähne werden nicht abgenutzt.

Kommentar von 20frage14 ,

ja, das hab ich schon geistig notiert, ich werde von meinem Zahnarzt nach meiner Rückkehr sowieso zum Kontrolltermin erwartet, da werde ich gleich ansprechen, dass er sich das mal anschaut... Ich hatte als Kind die Angewohnheit, nachts zu knirschen, das war dann irgendwann weg... Ich hoffe nicht, dass das durch die Weisheitszähne wieder gekommen ist, aber das wäre immerhin ein Grund...

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