Frage von funnypeaches 11.04.2013

Kiefer brechen lassen

  • Hilfreichste Antwort von Gast 03.05.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo erst mal. Ich hatte genau das gleiche. Als Kind Zahnspange, doch die Zähne wurden nicht gerade. Im Oberkiefer standen die Schneidezähne vor- und hintereinander, Kreuzbiss und eine große Zahnlücke im Unterkiefer. Als ich vor etwa 11 Jahren (damals gerade 18 Jahre alt) einen Kfo aufsuchte, erzählte der was von Zahn ziehen, der zweite von Gaumen spalten um ihn zu weiten... das wollte ich alles nicht. Wieso gesunde Zähne ziehen, wenn man im Alter um jeden Zahn, der einem bleibt froh ist? Und weil es mich so abgeschreckt hat, habe ich das ganze Projekt erst mal zur Seite gelegt. Vor etwa 1 1/2 Jahre startet ich einen neuen Anlauf (die Optik störte mich extrem - gelacht wurde nur mit der Hand vorm bzw. mit geschlossenem Mund) und habe eine super netten Kfo gefunden!! Er schaute sich meine Kiefer und Zahnstellungen an und sagte sofort, dass er das ohne Zahn ziehen und Gaumenspalte hinbekommt, allerdings müsste ich mich dennoch operieren lassen, da ein Überbiss (den ich auch hatte) im Erwachsenenalter nur operativ zu beheben ist. Ich machte mir natürlich sorgen bezüglich der Kosten. Die Klammer muss man im Erwachsenalter zahlen (aber nach erfolgreicher Behandlung bekommt man einen winzigen Teil zurück. Bei mir war es nicht kosmetisch sondern medizinisch notwendig, doch da sagt die KK trotzdem "Nein". Er bat mir an, die Kosten der Spange in monatlichen Raten zinsfrei abzuzahlen. Was ich dankbar annahm, da diese Spange (Damon-System) nicht gerade günstig ist (3.300 €) aber dafür schneller und schonender arbeitet. Doch die OP (sagte er von vorne herein) wäre das einzige, was die Kasse im Erwachsenenalter übernimmt. Da sie medizinisch notwendig ist. Es kann für die KK nämlich bedeutend teurer werden, wenn sie die Kosten der aus einer Kieferfehlstellung resultierenden Nebenwirkungen zahlen müssen (Rücken-, Nacken, Schulterprobleme, Kopfschmerzen). Aber ein Antrag hat er bei der KK trotzdem stellen müssen. Zusammen mit dem Gutachten des Kieferchirurgen, der ja für die OP zuständig ist. Aber er meinte auch gleich, dass das kein Problem darstellt. War's auch nicht. Nach 2 Wochen hatte ich die Zusage im Briefkasten obwohl ich die Anträge nicht mal zu Gesicht bekommen habe. Ich hab also nun seit 15 Monaten ein feste Spange und meine Zahnbögen sind so gut wie perfekt ausgeformt. Also kam der OP-Termin immer näher.

    Vor 3 Wochen hatte ich meine OP in der mein Unterkiefer nach vorne verlagert wurde. Keine Angst, es war zwar nicht super angenehm, aber auch nicht sooo schlimm. Die OP wird unter Vollnakose durchgeführt, so dass man davon schon mal nix mitbekommt. Danach kommt man in dem Aufwachraum und von da dann aufs Zimmer. Das erste was ich wirklich mitbekommen habe, war mein Freund, der an meinem Bett saß und gelesen hat. Ich hatte einen ganzen Infusionsständer voll Zeugs. Schmerzmittel, Antibiotika und Kortison. Meine Unterlippe und das Kinn waren komplett taub. Es fühlte sich durch die Schwellung an, als ob die Unterlippe runterhing. Was aber nicht der Fall war. Aus meinem Mund hingen auch Schläuche. Diese waren dazu da um das Blut aus den Wunden abzuleiten. Meine Kiefer waren zusammengedrahtet. Ich konnte also nur die Lippen öffnen und mehr nuscheln als sprechen. Aber das klappte gut. ;-) Um 8 Uhr wurde ich operiert und Mittags bekam ich schon Suppe - per Strohalm. Anfangs war es schwierig aber den Dreh hatte ich schnell raus. Zähne putzen geht nur vorsichtig und nur von vorne. Für den Rest gibts eine antiseptische Mundspülung. "Immer schön spülen..." Die Nacht war grauenvoll. Schlafen mit hochgeklappter Rückenlehne (das muss leider, damit es nicht so doll anschwillt). Ich bin sonst ein absoluter Bauchschläfer und musste nun gezwungenermaßen auf dem Rücken liegen. Das war aber auch das schlimmste daran. Und die Nachtschwester, die alle 2-3 Stunden rein kam, um nach den Infusionen zu sehen. Am zweiten Tag wurden die Schläuche im Mund gezogen. Das war sehr unangenehm, aber es ging auch schnell vorbei. Schmerzmittel bekam ich nur am ersten Tag (OP-Tag). Ich hatte auch wenig schmerzen. Da man den Kiefer ja nicht öffnen kann, schmerzt die Wunde auch nicht. Kann aber auch an der Taubheit gelegen haben. Am dritten Tag durfte ich Heim. Ich war froh! Das Bett im KH war sowas von unbequem, dass ich echt Rückenschmerzen hatte. Zuhause konnte ich mich dann auf dem Sofa legen, das war tausend mal besser.

    Nach einer Woche wurden die Drähte entfernt. Eine Wohltat!! Und nicht schmerzhaft. Seitdem muss ich Gummis zur weiteren Kieferfixierung tragen. Den Zähne bekomm ich etwa 2 cm auf, sodass ich zumindest Kartoffelpürree und ähnliches essen kann. Ungetoastetes Toast mit Nutella geht auch wunderbar, wenn man es (wie für Kleinkinder) in Happen schneidet. Die Taubheit lässt langsam nach. Ich kann wieder etwas auf der linken Seite der U-Lippe spüren und es Kribbelt wie verrückt. Ein gutes Zeichen! Ich würde es dir echt empfehlen. Ich würde es noch mal machen lassen. Viel Erfolg für deine Entscheidung. Yvonne

  • Antwort von elliellen 09.04.2014
    6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo!

    Ich würde es mir an deiner Stelle auch sehr gut überlegen, ob ich mich dieser Art von OP unterziehen würde. Ich habe diese OP mal in einem Bericht im Fernsehen gesehen, schon allein der Wortlaut "den Kiefer brechen lassen" würde mich von der OP abschrecken.

    Überlege es dir gut und informiere dich darüber, du kannst, wie hier schon geschrieben wurde, dir Genaueres der OP auch bei You Tube ansehen.

    Ich kann nur sagen, dass ich es niemals machen lassen würde, ganz egal, wie meine Zähne wären. Liebe Grüsse

  • Antwort von polar66 11.04.2013
    6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo funnypeaches,

    da hast du wirklich ein schwerwiegendes Problem und leider muß ich sagen, dass deine Eltern da echt 'Bockmist' gemacht haben. Ich habe da auch keine Erfahrungen auf diesem Gebiet und kann dir nur etwas zum Thema Kosten sagen.

    Bei Erwachsenen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine OP oder Korrektur nicht, wenn es sich um eine Behandlung aus rein ästhetischen Gründen handelt. Solltest du aber schwerwiegende gesundheitliche Probleme durch deine Fehlstellungen haben besteht durchaus die Möglichkeit, dass deine KK die Kosten für die Behandlung teilweise oder sogar ganz übernimmt. Es muß ein Heil- und Kostenplan bei der KK eingereicht werden. Das macht der behandelnde Kieferchirurg bzw. der Kieferorthopäde. Du gehst am besten zu deiner KK und bittest dort um eine Beratung zu diesem Thema. Dort wird man dir ganz genau erklären was zu tun ist und was du alles brauchst. Diese Beratung kostet nichts.

    Zu der OP selbst kann ich leider nur sagen, dass diese wirklich unangenehm, schmerzhaft und langwierig ist. Es tut mir leid, dir nichts anderes schreiben zu können. Alles Gute für dich und liebe Grüße.

  • Antwort von patty86 09.04.2014
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo Ich bin mittlerweile 27 jahre alt habe seid 1 1/2 jahren eine feste zahnspange ... Leider hat mir mein zahnarzt damals kei spange empfohlen. Hatte einen vorbiss im Unterkiefer und er oberkiefer war zu weit nach hinten, seitlicher kreuzbiss. Vor 10 jahren als ich meine ausbildung zur zahnarzthelferin angefangen habe musste ich mir eine krone machen lassen dann viel meinrm zahnarzt mein biss auf ... Er riet mir von einer spange ab da es nur mit op ging... Also war das thema vergessen ... Mich hat der biss aber sehr belastet es sah nicht schön aus mein kinn stand zu weit vorne,abbeissen war schwierig hatte oft muskelkater beim essen, kieferknacken beim essen.. habe lange ueberlegt und bin dann zu einem sehr gut kieferorthopaeden gegangen ... Hatte meine op vor 5 wochen .. unterkiefer wurde zurückgesetzt oberkiefer nach vorne, kinn wurde reduziert ... Ich sag dir gleich die op ist keine kleinigkeit ich hatte sehr starke schmerzen konnte nachts nicht schlafen kaum atmen hab soviel schmerzmittel eingenommen das kaum was noch geholfen hat ... Mein gesicht war total angeschwollen ... Die beiden kiefer wurden durch gummis fixiert hatte zahnschmerzen durch den druck, 2 wochen lang nur suppe, faeden ziehen war sehr unangenehm und schmerzhaft ... Am freitag werden es 6 wochen kann den mund noch nicht richtig oeffnen darf seid 1 woche weiche kost essen geht aber nur sehr schwierig habe zahnschmerzen durch die gummis und auch schmerzen in der Nacht gesicht ist immernoch angeschwollen nach fast 6 wochen !!! Überleg es dir gut du bist hinterher 4 wochen krank geschrieben .. hatte 1 woche lang eine schiene zum fixieren im mund was sehr unangenehm war ... Das ergebnis hinter ist super und all die schmerzen haben sich gelohnt ... Ich wünsche dir viel glück

  • Antwort von steffdshr 10.04.2014
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo das gleiche habe ich auch. Mein Unterkiefer sitzt zu weit hinten. Mir sagte man damals auch, dass hier nur die Möglichkeit einer Operation bestehen würde. Kiefer durch, Platte dran und für 4-6 Wochen ne Mundschiene tragen die Ober- und Unterkiefer miteinander verdrahtet. Ja jetzt kannst du dir vorstellen was du dann die 4-6 Wochen essen kannst.. Flüssignahrung. Mir sagte man vor ca. 3 Jahren das ich noch die Möglichkeit in den folgenden 10 Jahren dazu hätte.

    Aber ganz im Ernst, wenn dein Gesicht nicht vollkommen durch den Kieferrückstand verunstaltet ist, lass es besser. Ich fände es viel schlimmer im Nachhinein ein Neandertal-Kiefer zu haben. Ich bleib lieber so wie der liebe Gott mich geschaffen hat und hab ehrlich gesagt keine lust 6 Wochen mit so ner doofer Schiene rumzurennen.

    Ich hoffe ich konnte dir was helfen :)

  • Antwort von gerdavh 10.04.2014
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo, je nachdem wir schlimm die Zahnschiefstellung ist, dürfte wohl die OP die Alternative für Dich sein. Ich würde aber an Deiner Stelle noch einen anderen Kieferorthopäden aufsuchen und mir eine Zweitmeinung einholen. Über etwas muss ich mich allerdings wundern: Du bist doch kein kleines Kind mehr und man sieht doch, ob auf dem Schild des Arztes Zahnarzt oder Kieferorthopäde steht. Ein Zahnarzt darf übrigens Spangen anfertigen lassen; dass er Dir damit eher geschadet wurde, ist leider Pech für Dich. Bei meiner älteren Schwester wurde im Alter von 50 Jahren noch eine Zahnregulierung mit Brackets vorgenommen, wobei ich allerdings erwähnen muss, dass ich nicht wissen kann, ob das bei Dir in Betracht kommt und ich sollte erwähnen, dass sie privat versichert ist. Ich wünsche Dir alles Gute. lg Gerda

  • Antwort von Milizzy 12.04.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo,

    zu der Kiefer-OP kann ich dir einiges sagen...

    du hast richtige schmerzen, die schmerzen sind so stark das du sie nicht mehr spürst (du fühlst den Schmerz aber es tut dir nicht weh was sehr wohl dir weht tut). so ist es bei mir gewesen.

    du darfst nur Suppen essen! Na Lecker! aber auch Joghurt und Trinkmilch. Die Suppe gibst allerdings tatsächlich zum frühstück und mittag und abendessen nach 2 tagen wird die davon schlecht! (also bei mir war es so). was natürlich auch gut ist kühles zu trinken.

    Nach der OP wirst du dein Kiefer ausprobieren wie der sich bewegt und testest was du mit dein Kiefer machen kannst bzw wie es geworden ist es ist sehr gewöhnungsbedürftig diese Umstellung.

    Ich denke mal Schluckenbeschwerden werden dabei sein. Das heißt es tut weh wenn du etwas runter schluckst. Gut Reden wirst du da am anfang villit nur 50 - 90 % können weil du daran gewöhnen muss.

    Naja und Kiefer stinkt natürlich nach der OP. Normal

    Nach der OP, 6 Wochen kein Sport machen und nichts schweres tragen. Beim Bücken oder Kopf runter halten beschwert der Kiefer sich (der Kiefer fühlts sich viel schwerer an und tut auch weh).

    Nach einiger Zeit so 1-2 Wochen werden die Schmerzen etwas stärker ist unangenehm aber das ist nur weil der Kiefer alles versucht das es schön verheilt.

    MfG

    Milizzy

  • Antwort von Gast 11.04.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    So wie ich dich verstehe hast du einen Überbiss, interessant wäre wieviel mm. Die Operation ist schwerwiegend, ich selbst überlege noch ob ich mir das an tue, guck mal bei YouTube Operation überbiss oder unter www. Dysgnathie.de da musst du echt psychisch bereit sein, 6 Tage Krankenhaus, 4 Wochen Suppe, schmerzen und ne dicke fresse und wahrscheinlich is das noch der Idealfall. Wenn jedenfalls die op nötig is und die Fehlstellung schlimm genug ist, zahlt das auch im erwachsenen alter die Kasse. Also komplett mit Zahnspange. Speziell deinen Fall kann dir nur ein vernünftiger kfo beantworten der sich das genau ansieht. Ich hole mir jetzt auch erstmal ne 2. Meinung bevor ich irgendeine Behandlung beginne. Viel Glück wünsche ich dir.

  • Antwort von Gast 15.06.2013

    der beitrag vom 3.5.2013 hat mich umgehauen und mich in meiner entscheidung gestärkt. wo bekomm ich die infos welche klinik hier so etwas macht? und wo gehe ich zuerst hin zahnarzt oder kieferortorpäde?

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