Frage von traumtaenzerin, 570

hoher Blutverlust - Blutverdünner Pause

Seit 2011 musste ich sogenannte Blutverdünner nehmen. Ein Spezialist stellte letztes Jahr fest, dass meine Werte im Grenzbrereich liegen, sagte, ich könnte das Falithrom absetzen. Doch ich hatte irgendwie kein gutes Gefühl, nahm es also weiter. Kürzlich schickte mich mein Hausarzt wg schlechter Blutwerte ins KH (HB viel zu niedrig, wahrscheinlich wegen hohem Blutverlust bei der Menstruation) Dort bekam ich eine Bluttransfusion und der Oberarzt stauchte mich zusammen, warum ich noch Blutverdünner genommen habe. (Der Wert war bei der letzten Kontrolle wenige Tage zuvor noch ok.) Falithrom wurde sofort abgesetzt. Jetzt bin ich seit einigen Tagen zu Haus, nehme gar nichts. Auf den Entlassungspapieren stand "Pause" als Medikation. Facharzt-Termine bekommt man erst in etlichen Wochen. Ich mache mir doch Sorgen. Kommt ein so hoher Blutverlust bei der Menstuation vor? Kann man dann so einfach Falithrom absetzen? Sind solche "Pausen" üblich? Sollte mein Hausarzt meine Werte nicht doch weiter überprüfen? Vor allem, wie hoch ist die Gefahr, dass jetzt ohne Blutverdünner eine Embolie o,ä. auftritt? Fragen über Fragen....Hilfe!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GeraldF, 507

Um diese Frage zu beantworten, braucht es mehr Information. Entscheidend ist, was 2011 die Indikation für die Antikoagulation mit Falithrom war. Es gibt eigentlich nur eine handvoll Indikationen hierfür:

  • Vorhofflimmern im Zusammenhang mit bestimmten Risikofaktoren,
  • ein oder wiederkehrende thrombembolisches Ereignis (tiefe Venenthrombose/Embolie) unklarer Ursache oder
  • Mechanischer Herzklappenersatz.

Beim Vorhofflimmern und dem mechanischen Klappenersatz besteht die Indikation zur "Verdünnung" meist lebenslang. Bei einer tiefen Venenthrombose/Lungenembolie gibt es auch befristete Indikationen für 3 oder 6 Monate.

Grundsätzlich kann man die Therapie mit Falithrom abrupt absetzen und man sollte das auch tun, wenn keine Indikation für die Therapie mehr besteht.

Menstruationsblutungen (mit oder ohne Antikoagulation) können zu einer chronischen Eisenmangelanämie führen. Wenn diese sogar transfusionspflichtig wird, wie es bei Ihnen der Fall war, dann besteht Handlungsbedarf: Ein Gynäkologe muss schauen, ob die verstärkte Blutung eine behandelbare Ursache hat, die Indikation für Falithrom muss eben kritisch hinterfragt werden, u.U. muss eine Eisensubstitution erwogen werden usw.

Wenn es richtig läuft, dann ist es Aufgabe Ihres Hausarztes, das zu koordinieren und mit den verschiedenen Disziplinen (Kardiologe, Gynäkologe, Klinikärzten) das weitere Vorgehen zu besprechen.

Kommentar von Cerebrum ,

bei ner erhöhten blutungsneigung durch herabsetzen der gerinnung und dem damit verbundenen blutverlust bei einer menstruation nutzt auch kein eisen.. sondern es muss ganz normal vollblut gegeben werden um den verlust wieder aufzufüllen..

das wurde ja auch gemacht wie sie schreibt. es geht hier auch um keine behandlung von eisenmangelanämie oder sonstige störung der häm synthese sondern es geht um den blutverlust ausgelöst durch die herabgesetze gerinnung.

es geht hier einzig und allein um das abwägen von thromboseneigung vs. gerinnungshemmung sprich erhöhte blutungsneigung.

um die wirkung von falithrom zb herabzusetzen bei solchen blutungen wie bei der fragestellerin wird massiv vitamin k gegeben um die gerinnung wieder zu erhöhen.

eigenmächtig den gerinnungshemmer weiter zu nehmen ohne ärztliche indikation ist ziemlich unvernünftig nur aus der angst heraus es könnten sich thromben bilden..

der arzt der die komplette krankengeschichte hat weiß was er tut un ihm sollte man vertrauen und nicht einfach selbstmedikation betreiben

Kommentar von GeraldF ,

Sie wissen eigentlich nichts von der Patientin. Sie wissen nicht, ob eine akute, protrahierte Blutung zur transfusionspflichtigen Anämie geführt hat, oder ob grundsätzlich eine Hypermennorhoe besteht, die über einen längeren Zeitraum zu einer chronischen Eisenmangelanämie geführt hat. Sie wissen auch nicht, ob die Gerinnungshemmung bei der Blutung überhaupt eine entscheidende Rolle spielt, oder nicht eine andere Disposition besteht. Sie kennen die Indikation für die orale Antikoagulation genauso wenig wie ich, nehmen aber an, dass keine besteht.

Schauen Sie nochmal ins Buch bezüglich der Transfusion/Eisensubstitution: Vollbluttransfusionen, werden heutzutage nicht mehr durchgeführt, wenn überhaupt, dann höchstens im Rahmen der Katastrophenmedizin. Wir transfundieren heute Erythrozytenkonzentrate. Wenn wir jemanden nach einer Blutungsanämie oder bei einer schweren Eisenmangelanämie z.B. nach chronischem Blutverlust transfundieren müssen, dann ersetzen wir natürlich nicht den kompletten Blutverlust durch Transfusionen. Es reicht in den meisten Fällen den Hb über einen kritischen Wert anzuheben. Zur Unterstützung der eigenen Hämatopoese geben wir dann aber natürlich Eisen.

Im Rahmen einer akuten Blutung unter Falithrom nützt es Ihnen primär nichts, dem Patienten "massiv vitamin k" zu geben, denn die Synthese der fehlenden Gerinnungsfaktoren dauert Stunden. In diesem Fall müssen Sie die fehlenden Gerinnungsfaktoren direkt geben. Sie können damit die Gerinnung innerhalb von Minuten normalisieren.

Antwort
von Cerebrum, 358

es kann bei einnahme des medikamentes bei der menstruation zu vermehrtem blutverlust kommen.. das wirst du dann auch gemerkt haben das deine tage stärker oder länger andauerten als sonst.. bei den blutwerten werden außer des HB auch noch der INR wert bestimmt für die gerinnung. wenn deine werte so schlecht sind und du schon unter blutarmut leidest aufgrund von zuviel blutverlust sollte man das medikament erstmal absetzen. natürlich steigt bei so etwas wieder die gefahr von thrombosen. ich weiß nicht aus welchem grund du das medikament einnimmst aber das risiko steigt natürlich weil sich nach absetzen des medikamentes die gerinnung wieder normalisiert. aber ich sage mal so es gibt nichts schlimmeres als zu verbluten.. also lass das medikament weg und es wird in einigen tagen nochmal ne kontrolle geben über die werte und es wird neu entschieden.. vielleicht ob man die dosis ein wenig verringer oder sonstiges das wird der arzt dann entscheiden. aber ich würde auf den arzt vertrauen und das medikament eingenmächtig nicht weiter nehmen.

Kommentar von traumtaenzerin ,

Guten Abend und vielen Dank für die Kommentare. Einiges möchte ich noch hinzufügen:

Ich hatte 2011 eine Lungenembolie. Und natürlich nehme ich die Medikamente nicht eigenmächtig weiter ein. Ein Spezialist sagte 2013, dass meine Werte in einem Bereich liegen würden, der zulässt, dass man sie absetzt. Er sagte, dass der Patient das selbst entscheiden soll. Manche setzen es ab, manche nehmen es weiter. Das ergab bei mir die Unsicherheiten und so nahm ich Falithrom unter ärztlicher Aufsicht weiter. Im KH bekam ich Eisen und eine Blutübertragung, da der HB Wert bei 4.3 lag. Inzwischen wurde ein gynäkologischer Eingriff (Abrasio) gemacht, um die äußerst starke Menstruation zu beenden. Richtig gut gehts mir noch nicht. Aber inzwischen habe ich gelesen, dass meine Symptome auf das Erfahrene zutreffen. Ich hatte zuvor noch nie von solchen Problemen aufgrund starker Menstruation gehört und zusammen mit dem plötzlichen Absetzen von Falithrom ergab sich für mich große Unsicherheit. Zum Glück habe ich heute kurzfristig einen Arzttermin ergattern können. Herzliche Grüße an alle, die sich die Zeit genommen haben für eine Antwort!

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