Frage von Holly1982, 86

Fixierung gegen den Willen berechtigt oder nicht?

Ich habe eine ganz wichtige Frage, ich hatte leider ein schreckliches Erlebnis. Ich war abends mit zwei Freundinnen zuhause. Um nicht zu sehr auszuschweifen, ich habe eine psychische Erkrankung bei der es vorkommt, dass ich mich selbstverletze, nicht nur das "Ritzen" sondern ich flippe manchmal so sehr aus, dass ich wild um mich schlage und mir selbst den Kopf massiv vor die Wand stoße, hatte dadurch in der Vergangenheit schon eine Gehirnerschütterung und Kopfverletzungen gehab. Ja das ist auch an dem besagten Abend geschehen, dass meine Freundinnen mithilfe von Nachbarn mich mit aller Gewalt festgehalten haben und den Notarzt gerufen haben. Ich wurde dann mit Gewalt auf die Trage gehoben, ich glaub es waren vier oder fünf Leute, die mich festhalten mussten, und wurde dort festgeschnallt. Im KH wurde ich auch gleich an ein Bett fixiert, obwohl das nicht wollte und mich heftig gewehrt habe. Ich weiß nur noch, dass ich gebrüllt habe, wie am Spieß und wild um mich geschlagen habe und mit aller Gewalt von mehreren Personen auf das Bett gedrückt wurde und mit Gewalt fixiert wurde, ich habe getobt und wild um mich geschlagen. Auch mein Kopf wurde fixiert. Ich habe das nicht gewollt und mich heftig gewehrt, und möchte hier fragen, ob das gegen meinen Willen berechtigt war oder ob ich mich gegen diese Behandlung wehren kann. Meine Freundinnen und mein Freund sagen, es war notwendig und berechtigt, in meinem Fall, aber ich fühle mich gedemütigt und meiner Freiheit beraubt. Ich wäre Euch für eine Antwort sehr dankbar.

L. G. Holly

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von anonymous, 86

Hallo, in jedem Bundesland gibt es ein Gesetz, das die zwangsweise Unterbringung regelt. Es heißt entweder Unterbringungsgesetz (UGB) oder Gesetz für psychisch Kranke (PsychKG). Dort sind die Voraussetzungen in allen Einzelheiten geregelt. Ich wurde selbst jüngst Opfer einer Zwangsfixierung und bin gerade dabei, mich ausführlich hierüber zu informierern. Du solltest dir unbedingt einen Anwalt suchen, der auf dieses Gebiet spezialisiert ist. Suche im Internet unter dem Stichwort Zwangseinweisung/Fixierung. Eventuell mit dem Zusatz Rechtsanwalt. Du solltest in jedem Fall versuchen, gegen die Maßnahme vorzugehen. Grundsätzlich darf eine Zwangsfixierung nur vollzogen werden, wenn keine Möglichkeit besteht, deinen Selbstschutz durch weniger einschneidende Maßnahmen zu gewährleisten! Viel Erfolg bei der Suche nach einem Anwalt; du solltest das Vorgehen in keinem Fall auf sich beruhen lassen!!

Antwort
von dinska, 60

Hast du auch mal gefragt, wie sich deine Freundinnen und dein Freund gefühlt haben? Ich glaube auch für sie war es ein schreckliches Erlebnis. Selbstbestimmung kann doch nicht nur so ausgelegt werden, dass man sich benehmen kann wie man will, wenn man sich selbst oder andere verletzt, egal ob man gesund ist oder nicht. Bei Tobsuchtsanfällen muss gehandelt werden. Man hätte dir auch eine Spritze geben können oder dich mit Medikamenten vollpumpen, aber dich keines Falls weiter toben lassen, denn du warst leider eine tickende Zeitbombe.

Antwort
von Holly1982, 55

Nein, ehrlich gesagt, hatte ich bislang nur meine Situation im Kopf, und nicht wie sich meine Freunde gefühlt haben in dem Moment. Sie sagten, es muss ganz schlimm gewesen sein, ich muss wohl so ausgetickt sein, sie haben mich nicht mehr zur Vernumpft bringen können. Ich muss leider sagen, dass dies nicht der erste solcher Ausraster war, ich habe mich schon sehr oft selbst verletzt und ich meine richtig verletzt, weil ich dann nicht mehr bei Verstand war und so rumgetobt habe und mich mit Gegenständen geschlagen habe oder mir den Kopf vor die Wand schlage. Habe bereits Schmerzen an meinem Nasenbein gehabt, was wohl durch eine Prellung oder so passiert ist, ich weiß es nicht, jedenfalls hatte oder habe ich noch einen kleinen Knubbel auf der Nase, der immer noch schmerzt. Einmal war es so heftig, dass ich ohnmächtig im Zimmer lag und am anderen Tag mit einer Gehirnerschütterung und unglaublichen Schmerzen wachwurde, und da war niemand da, der mit helfen konnte. Meine größte Angst ist, dass es wieder passiert, ich wohne ja alleine in einer Wohnung, meistens geschieht es nachts, und da bin ich immer auf mich alleine gestellt. Ich traue mich ehrlich gesagt auch nicht, mit meiner Therapeutin oder meinem Arzt darüber zu sprechen, mir ist mein Verhalten so peinlich, ich schäme mich wirklich dafür, ich mache es aber auch nicht extra, in den Momenten, habe ich einfach total keine Kontrolle mehr über mich.

Kommentar von GesFsupport ,

Liebe/r Holly1982,

wenn Du Antworten kommentieren oder Deine Frage ergänzen möchtest, so achte bitte darauf, dass Du das in Zukunft über das Kommentarfeld zu der betreffenden Antwort tust. So kann der Bezug auch später nicht mehr verloren gehen, da die Antworten durch die Bewertungen ja ständig in Bewegung sind.

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße,

Barbara vom gesundheitsfrage.net-Support

Kommentar von dinska ,

Du solltest aber unbedingt mit deinerTherapeutin oder deinem Arzt darüber sprechen. Das ist nicht peinlich, aber sehr gefährlich für dich, wenn du es nicht machst. Du brauchst dringend Hilfe, bevor es zu spät ist. Das Schlimmste, was eintreten kann ist, dass du jemanden schwer verletzt und dann musst du auch noch mit dieser Schuld leben! Wache auf und handle!!!!!!!!!!!!!!!

Antwort
von bobbys, 45

Da deine Freundin den Notarzt gerufen hat ,war dieser in diesem Moment für dich verantwortlich und Weisungsberechtigt. Er hat angeordnet ,das du zum Selbstschutz fixiert wirst. Sicherlich hat dein Wutausbruch /Anfall dazu beigetragen das es für notwendig befunden wurde zumal du ja auch in der Klinik nicht zur Vernunft gekommen warst und auch die Aussagen deiner Freundin und der Nachbar haben sicherlich auch dazu beigetragen. Normaler Weise wird dann im KH ein Protokoll geführt wo dein Zustand dokumentiert wird und auch warum eine Fixierung statt gefunden hat. Sicherlich fühlt man ich danach gedemütigt und seiner Freiheit beraubt, aber zu damaligen Zeitpunkt warst du nicht nur eine Gefahr für dich selbst,sondern auch für andere.

LG bobbys

Antwort
von LadyLion94, 39

Naja, ich denke, wenn es um deine Sicherheit und deine Gesundheit geht, ist das schon berechtigt! Wenn du jetzt einen Schädelbruch hättest, hättest du dir gewünscht, du wärst festgehalten worden...

Antwort
von Mitleserin, 35

Liebe Holly,

wenn du mal mit jemandem drüber reden möchtest,der das gleiche wie du erlebt hat und dich versteht,dann lade ich dich herzlich ein,dich bei mir zu melden!

Liebe Grüße... Mitleserin

P.S. ich schick dir Kraft und Mut !

Antwort
von francis1505, 31

Ja, in diesem Moment war das gerechtfertigt, auch gegen deinen Willen. Bei Fremd- oder Eigengefährdung darf ein Arzt dies kurzzeitig auch ohne richterliche Verfügung anordnen.

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