Frage von knallkiwi 29.09.2010

Woran sterben Alkoholiker?

  • Hilfreichste Antwort von evistie 29.09.2010
    11 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Es gibt eine Menge Wege, auf denen man sich "zu Tode trinken" kann. Hier eine repräsentative Auswahl:

    Alkoholvergiftung (akute Alkoholintoxikation)

    Bei einer Blutalkoholkonzentration von etwa 3 Promille und mehr bieten die meisten Menschen das Bild einer schweren Alkoholintoxikation. Allerdings kann die Verträglichkeit von Alkohol je nach Toleranzlage schwanken. Ab 5 Promille ist in der Regel mit einem tödlichen Ausgang zu rechnen, sofern nicht unverzüglich kompetente Behandlung einsetzt.

    Entzugserscheinungen (Alkohol-Entzugssyndrom )

    Entzugserscheinungen treten auf, wenn der "nasse Alkoholiker" seine Alkoholzufuhr unterbricht oder einschränkt. Sie zeigen sich in unterschiedlichen Schweregraden. Folgende Symptome können auftreten: Magen-Darm-Störungen (Brechreiz, Durchfälle), Schlafstörungen, starkes Schwitzen, Neurologische Störungen (Zittern, Sprachstörungen, epileptische Anfälle, starke Nervosität), Psychische Störungen (Unruhe, depressive Verstimmungen, Angstzustände, Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen), Delirium.

    Alkoholdelir (Delirium tremens)

    Das Delirium ist die schlimmste Alkoholentzugserscheinung. Es kann aber auch bestehendem hohen Blutalkoholspiegel auftreten. Das Alkoholdelir stellt eine lebensbedrohliche Krankheit dar und bedarf sofortiger stationärer Behandlung! Anzeichen eines Delirs: Bewusstseinsstörungen, Angstzustände, Starkes Zittern, epileptische Anfälle und Halluzinationen (die berühmten weißen Mäuse).

    Persönlichkeits- und Hirnleitungsveränderung (organisches Psychosyndrom)

    Zeigt sich durch Störungen des Gedächtnisses, der Feinmotorik, der Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. In schweren Fällen können Störungen der Antriebsleistung und Depressionen auftreten. Bei strikter Abstinenz kann sich dieses Krankheitsbild wieder zurückbilden. Denkstörungen, Vergesslichkeit, gestörte Realitätswahrnehmung, Psychosen.

    Schädigung der Nervenbahnen (Alkohol-Polyneuropathie)

    Diese Störungen treten bei ca. 20% der Alkoholiker auf. Erkennbar beispielsweise durch Taubheitsgefühle und "Ameisenkribbeln" vor allem in den Beinen, Empfindungsstörungen, Muskelschwäche- und Krämpfe sowie Nervenschmerzen. Auch der bei Alkoholikern oft zu beobachtende tapsige unsichere Gang ist darauf zurückzuführen.

    Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

    Durch die ständige Reizung der Magenschleimhaut, besonders durch hochprozentige Getränke, kann es zur Gastritis kommen. Sie zeigt sich durch Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Erbrechen von dunkelrotem Blut, Teerstuhl. Bei dauernder Schädigung kann es dadurch zu Magengeschwüren kommen. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (akute oder chronische Pankreatitis) Gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Darmverschluss, Kreislaufversagen, Nierenversagen und auf Dauer gesehene Gewichtsabnahme kennzeichnen dieses Krankheitsbild. Diese Entzündungen enden meistens tödlich.

    Speiseröhre

    Venen in der Speiseröhrenwand erweitern sich zu Krampfadern (Varizen) und können platzen. Der Betroffene kann verbluten.

    Lebererkrankungen allgemein

    Die alkoholbedingte Fettleber stellt das frühe Stadium alkoholbedingter Lebererkrankungen dar. Zunächst verursacht die Fettleber keine Schmerzen oder Beschwerden. Bei einem stärker ausgebildeten Krankheitsbild entstehen Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch sowie Völlegefühl. Heilung ist jetzt noch durch absolute Alkoholabstinenz möglich. Bei der Leberentzündung (Hepatitis) sterben im Rahmen eines entzündlichen Prozesses Leberzellen ab. Es gibt allerdings verschieden verlaufende Formen der Hepatitis. So beispielsweise die akute Alkohol-Hepatitis, bei der sich innerhalb weniger Tage ein Leberkoma entwickeln kann.

    Leberzirrhose

    Diese Erkrankung ist unheilbar. Die alkoholbedingte Leberzirrhose kann besonders im Frühstadium beschwerdefrei verlaufen. Bei dieser Krankheit sterben Leberzellen ab und werden durch einfaches Gewebe ersetzt. Die Krankheitszeichen im fortgeschrittenen Stadium sind vielseitig (Vergrößerung von Milz und Leber, Gelbsucht, Weißfleckung der Haut, Bauchwassersucht etc.). Durch rechtzeitige Abstinenz und Diätmaßnahmen kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden.

    Blutgefäße

    Bei regelmäßigen starken Alkoholkonsum werden die Blutgefäße geschädigt. Es bilden sich unangenehme Hämorrhoiden. Außerdem kommt es zu verstärkter Krampfaderbildung. Krampfadern in der Speiseröhre gelten als besonders gefährlich, weil diese beim Aufbrechen zur inneren Verblutung führen können. Außerdem fördert Alkoholkonsum die verfrühte Arterienverkalkung.

    Krampfanfälle

    Die Anfälle gleichen denen der Epilepsie. Sie treten häufig bei plötzlichem Alkoholentzug auf (allein oder als Begleiterscheinung eines Deliers). Es gibt auch "nasse" Krämpfe während der Trinkphase. Ist einmal ein Krampanfall aufgetreten, bleibt die Neigung dazu chronisch. Bei jedem epileptischen Anfall kommt es zu einem Massensterben von Gehirnzellen.

    Korsakow-Syndrom

    Damit bezeichnet man die schwerste Form der Gehirnschädigung durch Alkohol. Benannt wurde diese Krankheit nach dem russischen Psychater Sergei Korsakow, der diesen Zustand erstmals 1854 beschrieb. Durch das Absterben bestimmter Gehirnregionen erleidet der Betroffene einen weitgehenden Gedächtnis- und Orientierungsverlust. Dieser Zustand ist auch durch Abstinenz kaum noch heilbar.

    Wundheilung

    Häufige Verletzungen durch Unfälle und Gewalttätigkeiten. Die Wundheilung ist stark beeinträchtigt. Das gilt auch für Operationen, bei denen die Komplikationsrate stark erhöht ist.

    Fortpflanzung

    Schäden an Hoden und Eierstöcken. Reduzierte Fruchtbarkeit bei Mann und Frau. Kinder von alkoholkranken Frauen können schon bei der Geburt körperlich und geistig behindert sein.

    Herz

    Herzmuskelentzündungen (Kardiomyopathie) werden wegen des schleichenden Beginns meist erst spät entdeckt. Pumpschwäche (Herzinsuffizenz), Rhythmusstörungen.

    Krebsrisiko

    Alkohol schädigt die Reparaturmechanismen der Chromosomen. Besonders gefährdet sind Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen Darm. Allgemeines Krebsrisiko ist verdoppelt.

    Diese Aufzählung ist nur ein Ausschnitt von dem, welche Folgen übermäßiger Alkoholkonsum haben kann. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    http://www.a-connect.de/namalk.php


    Wenn Du Dich noch nicht genug gegruselt hast, kannst Du unter obigem Link auch noch nachlesen, was der Alkohol im Körper anrichten kann, bevor es zu den hier geschilderten Schäden kommt. Dies beantwortet zusätzlich Deine Frage, was passiert, wenn man über einen längeren Zeitraum übermäßig Alkohol zu sich nimmt. Wie Du lesen kannst, kann nur bis zu einem bestimmten Punkt die Reißleine durch strikten Alkoholverzicht gezogen werden.

  • Antwort von Alois 01.10.2010
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo knallkiwi,

    grundsätzlich stimme ich der Antwort von "evistie" in allen Punkten zu;

    Ergänzend möchte ich aber noch erwähnen, daß sehr viele Alkoholiker an Unfällen und ihren Folgen sterben;

    dies scheint dann in der Statistik gar nicht auf.....

    Viele Grüße, Alois

  • Antwort von Patos 30.09.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Meistens ist es so, dass die Leber den Alkohol nicht mehr abbauen und verarbeiten kann und sich zersetzt. Da man ohne eine funktionierende Leber nicht leben kann, stirbt man an den Folgen des Alkoholismus.

  • Antwort von supRise 29.09.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    ich denke, dass einfach die organe schlapp machen. ob nun die leber zerfressen ist oder einem aufgrund von mangelernährung der magen bricht..

  • Antwort von sibillemama 29.09.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Alle Alkoholiker, die in meinem Dunstkreis jemals dadurch gestorben sind, starben durch Unfälle, welche unmittelbar durch den Alkohol verursacht waren. Die Reaktionszeit nimmt ab, die Orientierung verschlechtert sich, Situation können nicht mehr als gefährlich oder ungefährlich eingeschätzt werden. Einer starb dadurch, dass er in einem Bahnhof die lange Eingangstreppe hinunterfiel. Die körperlichen Schädigungen sind meist kaum mehr rückgängig zu machen.

  • Antwort von trash 29.09.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Meines Wissen kann man an einer zu hohen Dosis Alkohol sterben!

    Deshalb muss eine Alkoholvergiftung auch in einem Krankenhaus schnellstens behandelt werden

    Dauermässiger Alkohol "genuss" ehr Missbrauch, führt zu Organschäden, und zur verfettung der Leber wodran man sterben kann!

    Ich bin der Meinung man kann an beidem sterben, Alkohol ist nicht ganz ungefährlich!

  • Antwort von Gast 12.07.2012

    Mein Nachbar, 62 Jahre alt trinkt täglich mindestens eine Flasche(0,7 l) Weinbrand. Das schon seit Jahren. Ich beobachte vermehrt dass er, trotz trinkens, also aktueller Alkoholzufuhr, weiter grob zittert und den einen Mundwinkel so seltsam bewegt. Er kann sich kaum noch bewegen und wenn, nur mit Rollator. Ich denke, dass er wohl nicht mehr lange leben wird. Alle Hinweise darauf, dass er unbedingt in eine Klinik muß schlägt er in den Wind. Ich denke das ihm wohl niemand mehr helfen kann. Horst W. Bremerhaven

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