Frage von Guste43KH, 39

Nur zwei von drei Zahnwurzelkanälen gefunden - wie soll ich die weitere Behandlung veranlassen?

Hatte gestern eine Wurzelbehandlung. Wenn der Zahnarzt reinsieht, dann rechts unten; der zweite Backenzahn von hinten. Mein Zahnarzt konnte trotz Vergrößerungslupe nur zwei Kanäle finden und behandeln.

Angeblich hat jedoch ein solcher Backenzahn 3 Kanäle mit Nerven.

Jetzt geht es darum, ob mit einem großen Mikroskop nochmals gesucht wird; wobei für mich Mehrkosten entstehen würden. Oder man setzt nach einer Wartezeit die vorgesehene Brücke auf. Hier besteht dann allerdings die Gefahr, dass doch noch ein Kanal mit Nerv vorhanden ist welcher nach einiger Zeit evtl. wieder Schmerzen verursacht. Oder auch nicht. Falls Kanal und Nerv noch intakt sind.

Grundsätzlich bin ich schon lange bei meinem Zahnarzt und fühlte mich immer gut versorgt. Möchte dem Zahnarzt auch keine Ungeschicklichkeit vorwerfen. Sprach während der Behandlung davon, dass die Kanäle zugewachsen sind.

Bin 73 Jahre alt und Laie. Ist es häufiger, dass nur zwei Kanäle vorhanden sind? Soll ich vorsorglich für den Einsatz des großen Mikroskops zahlen?  Oder was soll ich tun?

Besten Dank im voraus für Ihre - natürlich unverbindliche - Meinung -

Viele Grüße

Gustav

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mariontheresa, 23

Vom Zahnarzt aus gesehen rechts ist bei dir links und danach richtet sich die Bezeichnung des Zahns. Von der vorderen Mitte aus gezählt ist es wohl der 6. Zahn oder der erste große  Backenzahn. Normalerweise haben die großen Backenzähne im Unterkiefer nur 2 Wurzeln, nur im Oberkiefer haben sie 3. Ausnahmen gibt es natürlich.  Es können auch in einer Wurzel 2 Nervkanäle sein. Die können bei Älteren auch so weit zu sein, dass man sie nicht mehr aufbereiten kann. Die Frage ist nun, ob der Nerv in dem verschlossenen Kanal noch lebt. Kann der ZA testen. Leider schreibst du nicht, warum an dem Zahn eine Wurzelbehandlung gemacht wurde. Wenn nur das Loch im Zahn so tief war dass der ZA beim Bohren bis an den Nervkanal kam, kann man den Zahn füllen und erst mal abwarten. Wenn an der Wurzelspitze schon eine Entzündung ist besteht die Gefahr, dass diese nicht ausheilt. Eine Krone macht man auf einen wurzelbehandelten Zahn frühestens nach 6 Monaten. Sollte es später zu einer Entzündung an der Wurzelspitze kommen, kann man noch eine Wurzelspitzenresektion machen um den Zahn zu retten.

Kommentar von Guste43KH ,

Hallo Mariontheresa,

Habe gute Antworten bekommen und - soweit ich es als Laie begreife - ist Deine die beste. Warum wurde eine Wurzelbehandlung gemacht ? Ich hatte an der Stelle eine Brücke. Ca.1/ Jahr alt und eine Zahnlücke überspannend. War seinerzeit schon etwas kritisch. Weil ein Zahn, wo die Brücke aufgesetzt wurde,  nicht mehr ganz i.O.war. Was sich nun bestätigt hat, da ich starke Schmerzen bekam und die Brücke wurde durchgetrennt und der Zahn mit Wurzel gerissen. Nun will man mir auf Kulanz eine weiter übergreifende Brücke ( zwei Zähne überbrückend ) einsetzen und es soll der nächst folgende Zahn abgeschliffen werden, um aufzusetzen. Der andere "Stützpfeiler" erhielt eine Wurzelbehandlung. Da hier die Wurzeln /Nerven anscheind auch nicht mehr ganz o.K. sind. Soweit ich es begreife, wäre hier ein Implantat die bessere Lösung. Aber das bekomme ich halt nicht auf Kulanz. Ich werde nun so vorgehen, dass ich einen vorgeschlagenen Mehrpreis für die Untersuchung mit einem größeren Mikroskop bezahle. Wenn dann auch kein weiterer Nerv gefunden wird, lasse ich die Brücke aufsetzen. Wird schon gut gehen. Findet man was, dann kann man diesen Nerv auch noch abtöten. Mittlerweile sind zwei Kanäle seit 4/ Tagen verschlossen und das Ganze fühlt sich gut an.

Lege ich nun falsch ?

Ist das Ganze eine zu gewagte Geschichte ?

Meine halt so, dass man ein Implantat, welches ich bezahle man immer noch einsetzen kann. Wenn auch diese Lösung nach einer Zeit schief geht. Wie erwähnt, bin ich 73/ Jahre und habe seit ca. 5 bzw. 8/Jahren insgesamt zwei Implantate. Die voll in Ordnung sind.

Nochmals herzlichen Dank für die Mühe. Welche du Dir mit mir gibst.

Gustav Bittl  

   

 

Antwort
von elliellen, 28

Hallo!

Ich würde in dem Fall zur Sicherheit die Mehrkosten in Kauf nehmen, vorher würde ich keine Krone aufsetzen lassen.

Normalerweise haben die hinteren Backenzähne 3 Wurzeln,das stimmt. Auf einem Panoramaröntgenbild ist das auch zu erkennen.

Eine mikroskopische Behandlung ist auf jeden Fall gründlicher und sicherer.Da tote Zähne ohnehin auch gesundheitlich problematisch sind,würde ich es auf jeden Fall mikroskopisch untersuchen lassen.

Man muss auch bedenken,wenn eine Krone erst drauf ist und ein Wurzelkanal macht dann Probleme und verursacht Schmerzen, muss diese ja wieder runter und alles beginnt von vorne.

Alles Gute

Kommentar von Hooks ,


Auf einem Panoramaröntgenbild ist das auch zu erkennen.

Dann würde doch eine Röntgenaufnahme reichen, oder?

Übrigens führt meist Magnesiummangel zu Wurzelentzündungen; dann beißt man nämlich mehr in Ruhe und stört dadurch die Blutzufuhr zum Zahn. Man soll täglich mind. 10 mg pro kg Körpergewicht zu sich nehmen.

Kommentar von mariontheresa ,

Durch festes Zubeißen kann man die Blutzufuhr zum Zahn nicht mindern oder gar unterbrechen. Der Zahn ist im Kieferknochen an elastischen Fäden aufgehängt und ist von der Natur zur Zerkleinerung von roher und harter Nahrung gedacht. Eine Entzündung an der Wurzelspitze kann - wie im übrigen Körper auch - nur durch Bakterien entstehen, die an diese Stelle nicht hingehören und die der Körper bekämpft. An die Wurzelspitze kommen die Bakterien nur wenn der Zahn beschädigt ist,also durch ein Loch oder einen Sprung.

Antwort
von kreuzkampus, 24

Ich kann Dir nur sagen, dass es nicht selten sehr schwierig ist, alle Wurzeln zu finden.

Kommentar von mariontheresa ,

Die Wurzeln sind so groß, die findet man immer. Was du meinst sind die Wurzel- oder Nervkanäle. Meistens ist in einer Wurzel auch nur ein Kanal, es können aber auch mehrere sein oder einer verzweigt sich. 

Kommentar von kreuzkampus ,

Stimmt, marion. Ich meinte natürlich auch die Kanäle; und um die geht es auch beim Fragesteller/Fragestellerin.

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