Frage von heilsam, 176

Wasserbetten: Wie gut tun sie dem Rücken?

Ich habe Bekannte, die schwören auf ihr Wasserbett. Sie sagen auch, das sei eine Wohltat für den Rücken. Ihres ist übrigens gar nicht beruhigt. Ich habe schon mal Probe gelegen und für mich ist das nichts. Ich frage mich, ob so ein Wasserbett wirklich eine so gute orthopädische Wirkung hat, wie sie es sagen. Denn die Stellen die eigentlich gestützt werden sollte, Kreuz und Nacken, sinken doch darin einfach ein. Welche Erfahrung habt ihr diesbezüglich mit Wasserbetten, oder könnt mir etwas darüber sagen?

Antwort
von Winherby, 172

Ein Wasserbett kann eine sehr positive Wirkung für die WS haben wenn wir schlafen. Dies gilt aber nur mit Einschränkungen.

Der Nutzer sollte der typische Rückenschläfer sein und das Bett darf nicht sehr stark befüllt sein.

Die klassische Eigenschaft der Wassers ist seine Liquidität, d.h., dass es flüssig und damit flüchtig ist. Druck mag Wasser überhaupt nicht, deswegen muss man es umhüllen, damit es beieinander bleibt. Habe ich nun einen "PVC-Sack" mit Wasser gefüllt, kann es nicht wegfließen, aber es verdrückt sich dorthin, wo weniger Druck ausgeübt wird. In der Praxis ist es deshalb so, dass der Körper mit seinem Schwerpunkt Becken am meisten Druck auf das Wasser ausübt. Das Wasser weicht aus, und zwar dorthin, wo weniger Druck herrscht: In den Bereich der Lendenwirbelsäule, in den Bereich der Halswirbelsäule und auch unter die Beine. Daher sind die Lendenlordose und die Halswirbel-Lordose gut unterstützt und die Beine liegen leicht erhöht. Die erhöht liegenden Beine freuen sich, weil die Lymphe besser abfließen kann, das Herz freut sich, weil es weniger stark pumpen muss. Und die LWS und HWS freuen sich über die Unterstützung, denn so kann die Muskulatur in diesen Bereichen besser entspannen.

ABER: Wer dies bisher gelesen und verstanden hat, dem ist nun auch klar, warum ich oben schrieb, dass ein Wasserbett nur für Rückenschläfer gut geeignet ist. Denn wenn ich auf der Seite liege, ändern sich dadurch ja nicht die Schwerpunkte, d. h. dass der Körper in Seitlage seitlich verbogen wird, besonders im LWS-Bereich durch die hoch gelagerten Beine.

Und wenn der Wasserfülldruck zu hoch ist liege ich wie auf einem Ballon und das Wasser kann nicht mehr in die Körperhohlstellen ausweichen und deshalb diese Hohlstellen nicht mehr stützen.

Dies wird ein Wasserbettenverkäufer niemals einem potenziellen Kunden erzählen, denn dann hätte er ca 80% weniger Verkäufe, denn etwas soviele Menschen sind die typischen Seitenschläfer. Die Stärke der Beruhigung hat mit all dem o.g. nichts zu tun, die Beruhigung ist ausschließlich ein Komfortgrund. Wichtig ist auch, dass ER und SIE jeweils das eigene entsprechend angepasste Wasserbett haben sollten. Aber dies ist bei den herkömmlichen Matratzen auch nicht anders, es gibt nichts Schlimmeres für die Wirbelsäule, wie ein Französisches Bett mit durchgehendem Lattenrost und Matratze.

Antwort
von bluete, 144

Ich habe irgendwann einmal gelesen, dass viele Fachleute vom Wasserbett abraten, weil es in der Körpermitte am meisten nachgibt und so quasi die Wirbelsäule durchhängt.

Ich weiss nicht mehr, wo ich das gelesen habe und wie glaubhaft und objektiv diese Aussage war. Nachvollziehen kann ich sie aber schon. Ich denke, das hängt aber auch davon ab, wie sehr das Wasserbett beruhigt ist.

Antwort
von kreuzkampus, 137

bluete hat schon geschrieben, was daran umstritten ist. Ich kenne noch die Begründung, daß die Rückenmuskulatur zu sehr entspannt ist. Keine Ahnung, was davon stimmt; abe ich habe darauf verzichtet. Als Langzeit-Erfahrener mit Matratzen sage ich aber gerne meine Lösung: Ich habe eine normal Schaumstoffmatratze von Lidl und darauf liegt eine 7 cm dicke viskoelastische Auflage http://www.amazon.de/Badenia-03887661159-Bettcomfort-viscoelastische-Matratzenau... Sowas kostet bei Tempur übrigens fast 700 €. Mit dieser Auflage komme ich ganz prima zurecht. Dazu habe ich noch ein Tempur-Kopfkissen; besser geht's für mich nicht.

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