Frage von Nevada, 1.687

Therapiestunde rechtzeitig abgesagt?

Meine Schwester hatte heute einen Termin beim Psychotherapeuten. Sie konnte jedoch den Termin kurzfristig nicht wahrnehmen und hat ihn ca. 2 Stunden vor dem Beginn angerufen und aufs Band gesprochen, dass sie nicht kann. Er hat aber das Band nicht abgehört und ist nun sauer und behauptet, sie hätte nicht rechtzeitig abgesagt. Ist die Stunde nun futsch? Kann sie diese nicht mehr nachholen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AlmaHoppe, 1.687

Hallo...

zu diesem Thema gab es bisher unterschiedliche Aussagen/Beurteilungen!

Eigentlich dürfen Sie es nicht! Termine sind lediglich ein Hilfsmittel der Arztpraxen um organisatorische Abläufe zu regeln! Stellen also keinen rechtsverbindlichen Vertrag dar!

Aber anders ist es wohl wenn man einen Behandlungsvertrag eingeht,z.B.bei ambulanten Operationen;-oder aufwendigen Zahnbehandlungen.Was dann aber schriftlich dargelegt werden muß!

Nun gibt es aber ein Urteil vom Amtsgericht Bremen welches man sich mal durchlesen sollte:

www.heilberufsrecht.de/aerzte/urteile/ag-bremen-urt-v-09022012---9-c-0566-11/--i...

AH

Kommentar von AlmaHoppe ,

www.heilberufsrecht.de/aerzte/urteile//ag-bremen-urt-v-09022012---9-c-0566-11/--...

Falls es wieder nicht geht hier das Urteil : AZ.:9c 566/11 Amtsgericht Bremen

Kommentar von AlmaHoppe ,

Danke fürs * !!!

AH

Antwort
von Lydia304, 1.357

Normalerweise trifft man in Bestellpraxen wie beim Psychotherapeuten (ebenso beim Krankengymnasten, Logopäden ..) für so etwas Honorarausfallregelungen, die vorher besprochen und vom Patienten unterschrieben werden. Es wird in der Regel verlangt, die Therapiestunde eine bestimmte Zeit vorher abzusagen (24 oder 48 Stunden sind Minimum, manche verlangen auch 3 Tage oder 1 Woche), sonst werden die Kosten dem Patienten persönlich in Rechnung gestellt. Das liegt daran, dass in einer Bestellpraxis durch einen ausgefallenen Termin eine Lücke entsteht, denn die 50 Minuten Therapiesitzung waren nur für Deine Schwester reserviert. Eine Lücke, in der ein Honorarausfall entsteht, denn der Therapeut kann hier nichts mehr verdienen. Einen anderen Patienten kann er so kurzfristig nicht drannehmen, denn der nächste kommt erst eine Stunde später. Termine 2 Stunden vorher noch umzuplanen, ist unmöglich, so kurzfristig kommt keiner! Und das ist unabhängig davon, ob er das Band noch abhört oder nicht. Die Stunde mit der Krankenkasse abrechnen darf er eigentlich nicht. Das kann man kulanterweise unter der Hand machen, dann müsste Deine Schwester nichts bezahlen, aber die Stunde wäre verloren. Allerdings ist das streng genommen Abrechnungsbetrug. Denn man darf nur tatsächlich erbrachte Leistungen abrechnen. Für Deine Schwester aber wäre es vielleicht die angenehmere Lösung als zu bezahlen. Dass der Therapeut einfach auf die Stunde und seine Einnahmen verzichtet, weil Deine Schwester kurzfristig nicht konnte, ist nicht zumutbar. Wenn er das jedem Patienten durchgehen lassen würde, wäre eine psychotherapeutische Praxis wirtschaftlich nicht zu führen. Hat der Therapeut denn verlangt, dass sie den Honorarausfall bezahlt? Oder streicht er die Stunde ab?

Antwort
von Ostsee31, 1.063

Ich kann den Therapeuten verstehen. Eine Absage 2 Stunden vor der Sitzung ist nicht fristgerecht sondern hat 1-2 Werktage vorher zu erfolgen. Man sollte dem Therapeuten auch eine angemessene Zeit einräumen da dieser auch noch andere Klienten hat und nicht stundenweise neben dem Telefon sitzt. Die Stunde dürfte somit wie du sagst "futsch" sein.

Antwort
von Sanja2, 1.185

Man muss 24 Stunden vorher absagen, bei manchen Psychologen werden sogar 48 Std. verlangt. Der Psychologe kann nun die Kosten der Stunde von deiner Schwester verlangen. Wenn er nett ist wird er die Stunde mit der Kasse abrechnen, dann kann deine Schwester sie aber nicht mehr wahrnehmen. Es ist dem Psychologen nicht zuzumuten, dass er auf die Einnahmen für die Stunden verzichtet. Bei einer Absage 2 Std vorher kann er keinen Ersatzpatienten mehr organisieren.

Antwort
von demosthenes, 946

Psychotherapeuten haben ja regelmässig reine Bestellpraxen und wenn Deine Schwester da zwei Stunden vorher abgesagt hatte, dann hätte der Therapeut da ja auch dann, wenn er den AB abgehört hätte, kaum noch einen Patienten als Springer in die Lücke setzen können.

Er hatte also rumgesessen, keine (anderen) Einnahmen gehabt, aber die Praxiskosten waren weitergelaufen.

Und da Deine Schwester durch ihre sehr kurzfristige Absage die Verursacherin gewesen war, muss sie auch zahlen - oder im Zweifelsfall ihre Versicherung.

Kommentar von Shivania ,

Nein, die Versicherung bezahlt nur Stunden, die auch in Anspruch genommen wurden. Die Patientin muss die ausgefallene Stunde selber bezahlen.

Antwort
von schanny, 846

Normalerweise sollte man einen Behandlungstermin 24 Stunden vorher absagen, sonst kann er einem in Rechnung gestellt werden, es sei denn, man ist kurzfristig erkrankt, das kann jedem passieren.

Antwort
von Shivania, 844

Rechtzeitig ist 24 Stunden vorher. Wie soll jemand sonst noch einen Ersatztermin für andere anbieten können? Das kann 2 Stunden vorher doch keiner mehr organisieren…

Wie wichtig ist ihr denn die Therapie? Und was genau ist dazwischen gekommen? Wenn es eine Ausnahme war und ein wirklich wichtiger Grund - wer weiß wie der Therapeut dann reagiert...

Antwort
von kreuzkampus, 744

Zwei Stunden vorher ist viel zu spät.

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