Würde ein Psychopath Mitgefühl empfinden, wenn seinem Kind etwas zustößt?

5 Antworten

Völlige Empathielosigkeit gibt es wahrscheinlich nicht - außer sagen wir mal bei schweren Hirnschäden. Selbst Psychopathen sind nicht völlig empathielos. Einfaches Beispiel: Wenn du die Reaktionen eines Menschen überhaupt nicht verstehen und deuten könntest, könntest du auch keinen Menschen manipulieren, dies wirft man Psychopathen aber oft vor - das passt nicht zusammen. Empathie bedeutet mitfühlen können, nachempfinden. Jeder Mensch ist dazu grundsätzlich in der Lage.

Es gibt meines Wissen keine Diagnose, die da lautet "Psychopath", sondern man hat eine psychische Störung, die dann genau beschrieben wird, das kann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sein oder eine soziopathische Persönlichkeitsstörung oder viele andere - auch ein Mix aus mehreren ist möglich. Der klassische Empathielose, also der enorme Bindungsprobleme hat, weil er andere Menschen nicht versteht, das wäre sehr nah an der Borderline-Persönlichkeitsstörung - diese Menschen gelten aber nicht wie in Filmen als clevere Psychopathen, sondern sie leiden sehr unter dieser Störung und haben wenig soziale Kontakte.

Unterm Strich: Deine Frage ist deswegen nicht zu beantworten, weil es "den klassischen Psychopathen" wie man ihn vielleicht aus Filmen oder Büchern kennt, eigentlich so gar nicht gibt. Es gibt schlaue, manipulative Narzissten, das kommt am ehesten auf deine Beschreibung hin. Aber selbst die sind grundsätzlich in der Lage mitzufühlen. Was du beschreibst ist wieder ne ganz andere Störung, nämlich eine sadistische Persönlichkeitsstörung. Psychologie ist nicht so einfach, es gibt eigentlich keine Psychopathen so wie du sie dir vorstellst. Meistens ist es ein Mix aus Persönlichkeitsstörungen und dass es jemand egal wäre, was mit dem eigenen Kind ist - das gibt es - ist aber relativ selten. Trotzdem kommt es vor, dass z.B. Mütter ihre Baby-Töchter, Kinder oder Jugendliche für Vergewaltigungen "vermieten" und andere abstoßende Dinge. Sowas gibt es leider, aber ich würde solche Menschen nicht als Psychopathen bezeichnen, weil es meist assoziiert wird mit besonderer Intelligenz, das wäre geschmeichelt, sondern als schwer psychisch gestört.

Alles Gute!

borderliner haben sogar überdurchschnittlich viel empathie. Es ist eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Bedeutet nichts ist wirklich stabil. Duch ständige Abwertung und Aufwertung von Personen und gleichzeitig sehr starken Verlustängten entsteht das typische borderline verhalten "geh weg, aber verlass mich nicht" "ich hasse dich aber liebe dich" Dazu kommen dann noch die anderen Symptome wie impulsivität, starke stimmungsschwankungen, ein ständiges Gefühl von leere und Anspannung, risikoverhalten, selbstverletzendes verhalten..

@Twihard2002

Ich hab nur eine Studie gefunden, die den Zsmhang von Empathie und Borderline untersucht hat und bei der kam raus: Borderliner sind schlecht in Sachen Empathie https://www.deutschlandfunk.de/die-unertraegliche-last-der-gefuehle.676.de.html?dram:article_id=26270. Ich habe selbst einen Kumpel, den ich seit 15 Jahren kenne und der unter der Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet und der hat ebenfalls starke Defizite in Sachen Empathie. Wie du zu deiner Aussage kommst, dass sie überdurchschnittlich viel hätten ist vermutlich eine persönliche Erfahrung von dir. Und auch alles was du beschreibst mag ja alles stimmen, aber hat ja fast gar nichts mit Empathie zu tun. Mangelnde Empathie heißt Menschen und ihre Gefühle nicht einschätzen zu können und keine der von dir genannten Eigenschaften wie Impulsivität, starke Stimmungsschwankungen, Abwertung und Aufwertung, Verlustängste etc. hat damit zu tun. Ich kenne die Borderline-Krankheit nur in Kombination mit erheblichen Defiziten in Empathie. Was du meinst ist vielleicht Anhänglichkeit oder die Fähigkeit zu lieben - das haben sie natürlich. Aber Mitgefühl und die Gefühle anderer verstehen - oft Fehlanzeige.

Am Ende des Artikels heißt es "Für Isabel Dziobek zeigen diese Ergebnisse erstmals genauer, worin das Empathiedefizit von Borderline-Patienten besteht: sie können sich nicht in andere Menschen einfühlen, ohne dabei emotional überschwemmt zu werden." vielleicht meinst du auch das mit dem Überschuss an Empathie, aber das würde ich nicht so nennen.

Es gibt keine Psychopathen im herkömmlichen Sinne, denn Psychopathie beinhaltet mehrere Persönlichkeitsstörungen in sich,aus diesem Grunde ist sie auch nicht im Diagnoseschlüssel der ICD10/11 als einzelne Störung aufgeführt.

Deine Frage zu beantworten würde hier den Rahmen des Möglichen sprengen,da es hierzu mehrerer Ausführungen unterschiedlicher PS und deren Ausprägungsgrade bedarf.

Alles Gute!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Als Psychopath legt man sich erst gar kein Kind zu. Außer zur Tarnung. Überschätze mal etwaige Muttergefühle nicht. Wer nichts fühlt, der fühlt nichts, auch solche Gefühle nicht. Außerdem wird er wahrscheinlich einfach denken: "Gut, dass ich nicht gefoltert werde." Der Psychopath liebt das Kind nicht. Ebenso wenig wie den Ehepartner. Wenn eines davon wegfällt, kann es zwar ärgerlich sein, aber mitnichten emotional bewegend.

Jemand der nicht mit Anderen mitfühlen kann, der kann auch nicht mit Kinder mitfühlen, egal ob es eine Mutter ist oder was auch immer, es gibt zum Beispiel auch Mütter, die heimlich ihre Kinder töten, um sie loszuwerden, weil sie das Kind als Hinderniss für ihr Leben sehen usw.

Theoretisch kann jeder mit Anderen mitfühlen, wir alle wissen, dass unser Gegenüber ein menschliches Wesen mit Gefühlen ist, aber der springende Punkt, ist, ob dich die Gefühle des Anderen „interessieren“ oder nicht.

Den Psychopathen gibt es nicht. Das ist ein Oberbegriff. Und damit ein weites Feld.

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