Woran erkennt man Autismus genau?

5 Antworten

"Atypischer Autismus" war eine richtige Antwort auf deine Frage. Denn Autismus lässt sich nicht in schwer oder leicht einteilen. Es ist eine Sammlung Symptomen, die bei jedem in unterschiedlicher Form und Intensität auftreten können.

Wenn du nicht in die Schubladen "Asperger" (kann früh sprechen, ist schlecht in Sport) oder "Kanner" (lernt spät sprechen, ist gut in Sport) passt, dann bist du eben atypisch. Ob dich das schwer oder nur leicht behindert, kommt ganz darauf an, welche Symptome bei dir im Vordergrund stehen und wie dein Umfeld mit dir umgeht.

Woran merkt man dass man genau diese Form von Autismus hat?

Die Formen waren nur eine diagnostische "Krücke", um ein System die Vielfalt der Autisten zu bekommen. Inzwischen haben die Fachleute das aufgegeben. In der aktuellsten Definition (siehe ICD 11) gibt es die Formen gar nicht mehr. Es gibt nur noch die "Autismus-Spektrum-Störung", grob unterteilt nach Hilfebedürftigkeit.

Bis vor Kurzem unterteilte man Autisten nach "Asperger" (wird spät erkannt, weil spricht gut), "Kanner" (wird früh erkannt, weil auffälliger) und "atypisch" (alle anderen). Aber die Grenzen waren so schwammig, dass die Trennung nun aufgehoben wurde.

Ist man deswegen krank?

Nein, aber man kann dadurch behindert werden. Je nach Umfeld und Ausprägung, kann man durch Autismus stark eingeschränkt sein. Kommunikation wird ja immer wichtiger im Arbeitsleben. Es gibt praktisch keine geistig anspruchsvollen Berufe mehr, in denen man nicht täglich reden oder Mails schreiben muss. Autisten haben deshalb einen gewissen Nachteil.

Kann man so was heilen?

Da es nicht krank ist, muss es man es auch nicht heilen.

Allerdings kann es hilfreich sein, einzelne Symtome zu dämpfen.

Um mit Menschen auszukommen, ist es z.B. wichtig, dass man Augenpaare fokussieren kann. Autisten tut das meistens weh, weil ihre Spiegelneuronen hyperaktiv sind und von den vielen Details eines Augenpaars bis zum Durchbrennen überlastet werden. Hier hilft es, sich Workarounds anzugewöhnen (knapp daneben gucken usw.), bei manchen Autisten mit Autoimmunproblemen hilft auch eine spezielle Diät.

Gegen Orientierungslosigkeit oder Verträumtheit auf der Straße haben sich Assistenz-Hunde bewährt. Leider werden Hunde noch nicht von der Krankenkasse bezahlt, aber eine Präzedenzfall-Klage läuft derzeit.

Ansonsten ist eine reizarme Umgebung hilfreich. Kurz gesagt: Richtige dich langweilig und ruhig ein! Je weniger deine Augen und Ohren mit der Verarbeitung des Raums ausgelastet sind, desto mehr Kapazität bleibt für die wirklich wichtigen Dinge.

Hey du, mein Bruder hat auch Autismus zwar nicht den a-typischen aber im Endeffekt sind die grundlegenden dinge gleich..

Dazu gehört z.b. dass viele Autisten oft Schwierigkeiten haben mit anderen Menschen Beziehungen einzugehen.

Aber das ist oft sehr unterschiedlich...mein Bruder hat dies zum Beispiel gar nicht.

Was Autisten aber letzendlich ausmacht, ist dass sie oft in ihrer eigenen Welt leben und oft ihren zwänge nachgehen müssen..bei meinem Bruder muss z.b. immer meine Zimmertür abgeschlossen sein oder auch dürfen Flaschen nicht irgendwo rumstehen, sonst leert er diese aus. Mein Bruder kocht sich z.b. auch den ganzen Tag Kaffee weil der diesem Tick nachgehen muss..

Autisten sind oft mal auch viel empfindlicher aber um dies zu erkären stell ich dir hier drunter einfach was geschriebenes von meinem Bruder was das näher beschreibt:

Mein Leben ist gekennzeichnet von Autismus.

Er nutzt jede Chance um sich bemerkbar zu machen.

Konkret federt er das ganze Leben durch mich durch, indem er unvorstellbar und gnadenlos mit meiner Wahrnehmung spielt.

Er lässt nur manchmal zu, dass in mir Ruhe herrscht.

Normalerweise tobt es in meinen Sinnesorganen.

Jedes Geräusch macht meinen Ohren den Eindruck eines Flughafenlangeplatzes.

Laute Jets sind eigentlich nur Stimmen, Worte, Autotüren, Dunstabzugshauben, Beutelrascheln, Rundfunkmusik etc.

Babyweinen, Rasenmäher, Amselzwitschern und Musik, die nach mehr Genauigkeit und Gestimmtheit verlangt, versetzen mich in Panik.

Eben diese bestürzt meine Umwelt!

Der Eindruck entsteht, ich sei unerzogen und ein Spinner.

Dasselbe Elend herrscht auch beim Riechen, Sehen, Schmecken und auf der Haut.

Endlos angespannt ist mein Leben.

Wenn sich diese Spannung entlädt kenne ich keine Gnade.

 

Dass Autisten nicht fähig für Gefühle seien entspricht meiner Meinung nach nicht der Wahrheit. Alle Empfindungen sind mir, wenngleich nicht erkennbar, vertraut.

Menschliche Zuneigung oder Ablehnung empfinde ich intensiv und lasse mir nichts vormachen.

Für mich ist das Sprechen unmöglich, da der Klang meiner Stimme noch mehr Unruhe in mein Lebenskarusell bringen würde.

Die Lust zum Sprechen ist mir derart noch nie begegnet.

Leben mit Autismus kennzeichnet sehr das alltägliche Miteinander in der Familie. Losgelöst von der Norm denken, fühlen und konstruieren sich alle um den Autisten herum. Das bedeutet eine Menge Kraft, Phantasie und Toleranz.

 

Ich bin dankbar für meine Familie, da sich alle mutig für mich einsetzen, unvoreingenommen lieben und Licht in mein Dunkel bringen.

Ps. Autismus kann nicht geheilt werden. du lernst aber damit umzugehen und zu leben...

Grüßle smiledream

ein wunderbarer  beitrag ,  für laien , die  sich kein bild machen können , was  autismus bedeutet .

Richtig cool, ich glaube, dein Bruder könnte mir sympathisch sein

Und daraufhin antwortete er mir, dass es ein atypischer Autismus sein, aber gab mir keine richtige Antwort auf meine Frage.

Kannst du googlen was das im allgemeinen bedeutet.

Im allgemeinen heißt "atypisch", das  in deinem Fall wohl nicht alle Merkmale des Autismus zu Grunde liegen. Mit anderen Worte ein halber Autismus, oder in Bezug auf einige fehlende  Symptomen nicht vollständig als Autismus zu diagnostizieren.

ich würde mir das vom Arzt mal genau erklären lassen. wenn er es nicht kann, konsultiere einen weiteren. Schliesslich sollst du ja wissen, welche Symptome des Autismus genau bei dir zutreffen und welche nicht.

Kann man so was heilen?

Mit Therapien kann man sowas eindämmen, bis dahin, das du oder andere es selbst nicht merken. Das hängt aber von der Schwere ab und von jedem einzenen Menschen selbst.

Fast völliges Sichverschließen gegen die Außenwelt.

Film: Rain Man.

Bei manchen Aggressionsausbrüche.

In einer eigenen inneren Welt leben.

Manchmal Zugang zu wundervollen Fähigkeiten im Spiel mit Zahlen.

Versager im großen und ganzen, zugleich Genies in schmalen Nischen der Wirklichkeit.

Im Internet findest du dazu sicherlich auch einiges ;-)

Ja, auch bei Autismus kann man natürlich was tun, um Linderung und sogar Heilung zu erfahren.


Autismus selbst ist weder heilbar noch therapierbar!

Lediglich einige Symptome sind durch Therapien beeinflussbar, dazu muss aber der Therapeut reichlich Erfahrung im Autismusbereich haben, sonst kann eine unangepasste Therapie die Symptome sogar noch verschlimmern.

"Rain man" ist ein toller Film, aber er kennzeichnet nur einen kleinen Teil der Autisten - viel haben längst nicht die extreme Ausprägung.

Die Genies, die "Inselbegabten" - sie sind meist Asperger-Autisten, aber nur die wenigsten Autisten haben eine echte Inselbegabung.
(Ich lasse mal die etwas ausgeprägteren Interessen außen vor / nicht als Begabung)

Linderung - Autisten merken zwar, dass sie anders ticken als die meisten Menschen, aber die meisten Autisten finden das nicht so schlimm. Ich kenne keinen einzigen Autisten, der einen echten Leidensdruck hat wegen seiner Störung (eine Krankheit ist es nicht) - wieso also Linderung, wofür?

Autismus ist eine angeborene Sozialverhaltensstörung, die kann man nicht therapieren und wegbekommen.

Was man kenn, ist die Betroffenen derart zu konditionieren, dass sie in vielen Situationen aufgrund des Erlernten intuitiv richtig handeln können und in verschiedenen Situationen durch diese Art Training ihre Selbständigkeit verbessern können.

@EstherNele

Im Film Rain Man wird Autismus nicht mal angesprochen, sondern das Savant Syndrom (= Inselbegabung). Mit Asperger hat das wenig zu tun und weltweit gibt es grade mal 100 Savants

In "Rain Man" wird ein Mann zwar immer als Autist bezeichnet. Das Vorbild dafür war aber gar kein Autist, siehe Wikipedia.

Übrigens ist es ziemlich dumm von dir, dass du kritische Kommentare hier löschen lässt. Du zeigst damit nur, dass du nicht bereit bist, deine Meinung zu revidieren.

Kann man nicht verallgemeinern, es gibt zu viele verschiedene Formen von Autismus... Hast du Insel-Begabungen? Lässt du dich nicht gern berühren?

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