Woher die Änderung des Gesichtsausdrucks bei Behinderung?

5 Antworten

nach einem schlaganfall kann es zu sog. halbseitenlähmungen kommen. das bedeuted, dass z.b. die linke seite nicht mehr steuerbar ist, obwohl muskeln und gewebe völlig intakt sind. ich hatte im ersten halben jahr auch ein "sabberproblem", weil ich den linken mundwinkel nicht mehr korrekt schließen konnte. weiterhin fehlte mir ein viertel meines gesichtsfeldes, so dass ich beim essen alles, was links unten auf dem teller lag, einfach übersah. durch viel training habe ich nun den mund und auch die augen wieder vollständig unter kontrolle "nur" arm und bein funktionieren weiterhin nicht.

Wahrscheinlich steuert das Gehirn die Mimik nicht mehr ausreichend, so daß bestimmte Gesichtszüge einfach "hängen".

Durch Koma, schlaganfall, Gehirntumor etc, können die Steuerungen aus dem Gehirn nicht mehr so rübergebracht werden wie vorher, also arbeiten manche muskeln auch schlechter oder gar nicht mehr, das kann dann zu einseitigen Gesichtveränderungen führen oder aber auch für beide Gesichtshälften. Daher ändert sich dann die Mimik. Bei Frakturen im Gesicht ändert sich dann ja das Anatomische Grundgerüst, dann kann die Muskulatur auch nicht mehr richtig arbeiten.

das ist völlig korrekt!

Hallo, das ist eine wirklich sehr, sehr schwere Frage, die wohl keiner genauer beantworten kann. Wie bei fast allen Dingen in unserer Welt sind die Grenzen fließend! Ab wann ist jemand z.B. geistig behindert??? Ist es wenn man nicht sofort sagen kann wie viel 16 mal 13 ist??? Ist es wenn man nicht schnell auf die Frage antworten kann: Was ist 2x3 oder ist es irgendetwas dazwischen? Aber wo ist die Grenze? Genauso sieht es mit dem optischen Eindruck der Behinderung aus. Niemand kann sagen, wann die Grenze überschritten ist und es hängt oft auch von den individuellen Erfahrungen des Beurteilenden ab. Bei vielen Mongolidchen kann man die Behinderung leicht am Gesichtsausdruck erkennen. Durch den Genschaden (Trisomie 21) sind auch die Proportionen (untersetztes Kinn, untersetzte Wangenknochen, große Zunge, Große Lippe, …) und die Motorik nicht nur des Gesichtes verändert und stimmen nicht mit dem überein, was unser Gehirn als 'normal' interpretiert. Aber nun deshalb die Behinderung oder Intelligenz generell am Gesicht ablesen zu wollen, wird wohl kaum funktionieren. Dennoch: unser Gehirn ist darauf getrimmt, Gesichter zu erkennen und ist ein Meister dieser Kunst. Es hat eine Gewisse Vorstellung von einem ‘normal‘ erscheinenden Gesicht und dessen Mimik. Ja, und es reagiert höchst empfindlich auf jede Abweichung. Aber nur das eigene Gehirn weiß, warum es jemanden ggf. für behindert, oder weniger Intelligent hält. Es kann sich gelegentlich täuschen. Viele Grüße und viel Spaß beim Nachdenken ;-)

ich denke mal, dass wenn der unfall so heftig war, dass sich die knochen "verbogen" haben, oder die muskeln beschädigt wurden, zu einem veränderten gesichtsausdruck kommen kann.

Sollte ich meiner Großmutter in dem Fall die Meinung sagen oder besser schweigen?

Mir wurde vor einigen Tagen, nach langen Beschwerden, vom Neurologen eine unangenehme Diagnose mitgeteilt.

Mein Hausarzt meinte immer, er könne nichts erkennen und er könnte mir versichern, dass ich absolut gesund sei.

Ich habe aber gespürt, dass etwas nicht stimmt und mich von einem Neurologen als Selbstzahler behandeln lassen, da mir mein behandelnder Hausarzt sich geweigert hat, für unnötige Behandlungen Überweisungen mitzugeben.

Mir ist schon länger ein unangenehmes, nicht steuerbaren Zucken der Beine aufgefallen. Auch das ich nach 2 oder 3 km Gehen Beschwerden bekomme, wo ich früher kilometerlang gewandert bin.

Jedenfalls war ich beim Facharzt, der neben einem essentiellen Tremor auch eine fortschreitende Tetraspastik diagnostiziert hat. Seiner Meinung nach brauche ich aber langfristig keine Hilfsmittel, mit einer Verschlechterung sei aber zu rechnen.

Trotzdem wünscht er sich halbjährige Kontrolluntersuchungen (bei akuten Problemen oder Sorgen jederzeit) und hat mir auch dringend eine Physiotherapie empfohlen.

Ich habe außer meinem Vater keinen geeigneten Zuhörer für so etwas und habe heute mit ihm gesprochen, wir waren beide ziemlich bedrückt.

Meine Großmutter war auch da und beim Weg zur Haustür raus zurück zur Uni meinte sie, da hätte ich aber Glück, in ihrer Jugend, hätte es solche "Menschen" nicht gegeben. Ich war ehrlich so perplex, dass ich kein Wort rausbekam, während mein etwas älterer Cousin zu ihr meinte, sie hätte ein Rad ab.

Sollte ich ihr im Nachhinein die Meinung sagen oder besser schweigen?

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