Wirken Medikamente irgendwann nicht mehr?

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Dass sie gar nicht mehr wirken, das ist nicht der Fall, aber an die meisten Dauermedikamente gewoehnt sich der Koerper mit der Zeit und deswegen laesst die Wirkung mit der Zeit nach. Schlaftabletten, Kopfschmerztabletten, Mittel gegen Verstopfung oder Beruhigungstabletten wirken dann nur noch, wenn man die Menge staendig erhoeht, was irgendwann zu starken Nebenwirkungen und Abhaengigkeit fuehrt. Weil man ohne dann gar nicht mehr schlafen oder aufs Klo kann.

Bei normalen Dauermedikamenten, wie Mittel gegen Diabetes oder Blutdrucksenkern muss die Medikation auch von Zeit zu Zeit angepasst und entsprechend erhoeht werden oder mit einem zusaetzlichen Mittel verstaerkt, aber das dauert seine Zeit, bis das passiert, oft erst nach langen Jahren.

Mit dem Insulin, das kommt drauf an, ob Diabetes I oder II. Bei Diabetes 2 kommt es auch zu Resistenzen, dass der Koerper eben auf Insulin nicht mehr so gut reagiert. (aufgrund zu hoher Zuckerzufuhr) Da gibt es zum einen Medikamente, die die Annahme von Insulin wieder erhoehen koennen und man kann mit Bewegung und Art der Nahrungsaufnahme viel tun.

Bei Diabetes I ist es ja so, dass der Koerper Insulin einfach nicht mehr herstellen kann und es daher entsprechend gespritzt werden muss. Da gibt es aber keinen Gewoehnungseffekt. Es ist ja ein Stoff, den der Koerper eh produzieren wuerde.

Es gibt zwar Medikamente, die bei langer Einnahme schwächer oder kürzer wirken. Das ist aber lange nicht immer so. Medikamente gegen zu hohen Blutdruck etwa, aber auch das von Dir genannte Insulin, kann man oft über Jahrzente anwenden, ohne dass sie schlechter wirken würden.

Bei Medikamenten, wo diese Gefahr besteht, sollte man es am besten vermeiden, sie zu lange einzunehmen bzw., wenn es nötig ist, zwischen verschiedenen Medikamenten wechseln. Im Einzelfall muss natürlich ein Arzt oder Apotheker klären, was angebracht ist.

Bei längerfristiger Einnahme von bestimmten Medikamenten wie z.B. Schlafmitteln, Morphium- abkömmlingen oder Antiepileptika kann sich der Körper an die Dosis gewöhnen, so daß immer größere Medikamentenmengen notwendig sind, um die gewünschte Wirkung zu erzielen - Mediziner sprechen dabei von Toleranzentwicklung.

Nein, das kann man so nicht sagen. Es gibt Medikamente, die ein Patient ein Leben lang einnehmen muß und die lassen in ihrer Wirkung selbstverständlich nicht nach.
Bei Schmerz- und Schlafmittel sowie Psychopharmaka ist dies allerdings so. Allerdings nur, wenn sie über einen langen Zeitraum regelmäßig eingenommen werden.

Ist es so, dass Medikamente bei zu langer Einnahme nicht mehr wirken, oder sagt man das einfach so?

Ja, es ist bei durchaus einigen Arzneimitteln der Fall, dass sich der Körper an den Stoff gewöhnt, und die Wirkung schwächer wird. Bei fast allen Psychopharmaka ist das beispielsweise so.

Was machen denn z.B. Schmerzpatienten oder Diabetiker wenn es irgenwann ihre Schmerztabletten oder ihr Insulin nicht mehr wirken soll?

Die Dosis erhöhen.

Wenn dem so ist, wie lange dauert es bis die nicht mehr wirken?

Wenn eine Gewöhnung eintreten kann, dann passiert das recht schnell innerhalb von 1-2 Wochen.

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