Wieso wird es Frauen so schwer gemacht, sich sterilisieren zu lassen?

7 Antworten

Die Sterilisation einer Frau ist ein ziemlich schwerwiegender Eingriff, der nicht zur Notfallmedizin gehört und den deswegen kein Arzt durchführen muss. Genauso wie kein Frauenarzt gezwungen werden kann Abtreibungen durchzuführen.

Eine Sterilisation beim Mann ist im Vergleich dazu ein kleines Schnittchen, das innerhalb von ein paar Tagen verheilt. In einer stabilen Partnerschaft ist das deshalb das Mittel der Wahl. Kostet auch viel billiger.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 18.04.2020, 16:39

Ja, da macht es tatsächlich mehr sinn, wenn sich der Mann sterilisieren lässt.

Es gibt aber beispielsweise auch Frauen, die momentan nicht in einer Partnerschaft sind aber sich sterilisieren lassen wollen, damit sie auch bei One night Stands oder zukünftigen Beziehungen sozusagen sicher sind.

Aber danke für die Antwort erstmal

Altersweise  18.04.2020, 16:43
@Nickiistdaa

Eine Sterilisation für die Verhütung bei One night stands ist - verzeih! - barer Unsinn, denn hier ist nicht die Verhütung einer Schwangerschaft das zentrale Thema, sondern die Verhütung sexuell übertragbarer Krankheiten. Und da hilft eine Sterilisation absolut nicht weiter.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 18.04.2020, 16:48
@Altersweise

Ja ich meinte mehr, dass es frauen gibt, die sich trotz fehlender Partnerschaft für eine Sterilisation entscheiden, einfach um es grundsätzlich mal auszuschließen, Kinder bekommen zu können. Natürlich würde ich selber niemals auf Kondome verzichten, wenn ich den anderen nicht kenne, ich hab wirklich keine Lust auf Geschlechtskrankheiten :)

Aber ich denke, dass ein Großteil der Frauen die sich sterilisieren lassen wollen, in einer Partnerschaft sind, also ist die Vasektomie wie du gesagt hast wahrscheinlich wirklich die einfachere Lösung

Naja, es wird halt immer noch allgemein angenommen, dass jede "normale" Frau sich irgendwann Kinder wünscht und wenn sie das nicht tut, dann stimmt mit ihr etwas nicht oder sie hat den falschen Partner.

Als ich schon mehrere Jahre kinderlos verheiratet war, wurde ich öfters mal gefragt "Oh, ihr habt noch keine Kinder, warum denn nicht, woran liegts denn" - so als müsse ein medizinisches Problem vorliegen, weil man ja mit knapp über 30 sonst schon ganz sicher welche hätte.

Zwar kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sich das mit dem Kinderwunsch ändern kann - war bei mir auch so - aber das einfach pauschal anzunehmen, finde ich nicht richtig.

Natürlich kann es passieren, dass sie es bereut,

Ich würde mal sagen, das ist ein allgemeines Lebensrisiko, die eine oder andere Entscheidung irgendwann zu bereuen. Genauso kann man auch die Entscheidung FÜR Kinder bereuen oder für den Beruf, den man hat oder die Entscheidung zur Abtreibung mit 16 oder dass man den Traummann mit 20 verlassen hat, weil der nie seine Socken aufräumen wollte oder dass man ohne Abschluss die Schule verlassen hat oder dass man sich bis zum Abi gequält hat, nur um dann doch nicht zu studieren...

Wie auch immer. Frei zu entscheiden heißt, manchmal eine Entscheidung zu bereuen. Oder auch nicht.

Genau die gleiche Unterhaltung hatte ich vorhin mit meinem Partner auch, da mich meine Periode derzeit wieder an den Rand der Verzweiflung bringt. Ich sehe es wie Du und verstehe nicht, wieso Frauen immer noch leiden müssen (ich darf die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel nicht nehmen, weil ich Risikopatientin für Brustkrebs bin) obwohl ich persönlich mir seit Jahren sicher bin, dass ich keine Kinder möchte.

Dann sollen sie mich halt psychologisch auf den Kopf stellen, bis sie sich sicher sind, dass meine Entscheidung aus guten Gründen feststeht, aber wenigstens diese Problematik wird nicht einfach als "ja, das kommt schon noch!" abgetan.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 18.04.2020, 16:33

Danke für die Antwort, tut mir leid, dass du wegen deiner Periode leiden musst :(

Das versteht ehrlich gesagt keiner so wirklich. Vor allem, weil für Männer ja nicht dasselbe gilt. Ein 20jähriger Mann könnte zum Urologen gehen, nach ner Vasektomie fragen und könnte bei den meisten Urologen ohne Diskussion einen Termin bekommen. Also... Wahrscheinlich Sexismus, veraltete Vorstellungen von Beziehungen usw. Das Männer eben die einzigen sind, die eine Meinung zu Kindern haben dürfen, und von Frauen erwartet wird, dass sie freiwillig Gebärmaschinen sind und sich auch alleine um die Kinder kümmern usw.

Es gibt aber gute Frauenärzte, die einem zuhören und das auch tun, wenn man es will.

Wenn man in einer Beziehung ist, ist es aber wirklich sinnvoller, wenn der Mann sich für diese Art der Verhütung entscheidet. Weil eine Vasektomie unter lokaler Betäubung möglich ist, kaum Risiken hat usw. Aber, eine Frau darf das natürlich trotzdem auch machen und sollte auch die Möglichkeit bekommen.

Kugelflitz  18.04.2020, 17:09

Das stimmt so aber auch nicht wirklich, eine Vasektomie wird ebenfalls nicht einfach so durchgeführt, meistens erst ab Ende 30 oder eben wenn Kinder vorhanden sind.

Frauen wird allerdings eher der natürliche Reproduktionswunsch zugesprochen als Männern - wohl aus hormonellen Gründen.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 18.04.2020, 16:41

Danke für die Antwort

Ja in einer Beziehung ist die Vasektomie einfach besser, die Frage ist ob der Mann das auch will (ich meine nicht den keine-Kinder Aspekt) sondern halt einfach den Eingriff an sich

Es ist generell gegen das Wesen des Menschen, die Fortpflanzung unmöglich zu machen.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 18.04.2020, 20:40

Wie meinst du das? Das es gegen das Wesen von Menschen ist, keine Kinder zu bekommen? Oder eine Sterilisation durchzuführen?

B3n2002  18.04.2020, 20:41
@Nickiistdaa

Das ist so ziemlich das selbe. Der Grundgedanke eines Lebewesens ist es sich fortzupflanzen.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 18.04.2020, 21:22
@B3n2002

Ja, aber es gibt nun mal Menschen (wie mich) die das nicht wollen also halt einfach nicht diesen Wunsch verspüren. Keine Ahnung was da quasi „falsch“ läuft, aber es ist ja so

B3n2002  18.04.2020, 21:22
@Nickiistdaa

Ich verspüre ihn auch nicht, trotzdem ist es gegen die Natur eines Lebewesens.

Nickiistdaa 
Beitragsersteller
 19.04.2020, 00:00
@B3n2002

Ja, das stimmt