Wieso gibt es so viele Jugendliche, die an selbstmord denken oder depressionen oder Essstörungen hab

5 Antworten

Die Art und Weise, wie sie heute aufwachsen sowie das moderne Erziehungsbild. Während früher die Kinder einen großen Teil der freien Zeit draußen ohne Aufsicht verbrachten, sind sie dank der neuen Medien und überbesorgter Eltern heute entweder zuhause oder in einem Hort. Und dort wird ihnen so gut wie alles abgenommen. So können sie kein eigenständiges Selbstbild entwickeln, weil ihnen wichtige Erfahrungen fehlen. Ich hab schon Kinder kennengelernt, die konnten sich mit 7 nicht selbst den Hintern abputzen oder mit 10 noch kein Brot schmieren. Außerdem gilt Autorität heute als unfein, doch Kinder brauchen zur Orientierung etwas Autorität. Die Kleinen sind schlichtweg überfordert, wenn die Eltern sie Sachen entscheiden lassen, die sie noch gar nicht durchblicken können. Bei vielen kommt noch ein außerordentlicher Leistungsdruck dazu, fast jeder will sein Kind heute auf dem Gymnasium sehen und Eltern idealisieren die eigenen Kinder oft, sehen sie nicht so, wie sie sind, sondern wie sie sie haben wollen. Ich kenne eine Mutter, die erzählt ihrem Sohn seit der ersten Klasse, dass er mal aufs Gymnasium geht und Abitur macht...und in der Grundschule war er der schlechteste in der Klasse, die zweite hätte er fast nicht geschafft. Jedem vernünftigem Mensch ist in so einem Fall klar, dass das Kind wahrscheinlich kein Abitur machen wird, aber der Elternwunsch wird dermaßen eingetrichtert, dass es für das Kind nur in einer Enttäuschung enden kann. Aber heute wird den Kindern großteils erzählt, dass sie die Tollsten sind und es hagelt Lob, aber keine ernsthafte Kritik. Dabei ist gerade auch die wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung, Menschen, die nicht kritikfähig sind, haben oftmals Probleme in sozialen Kontexten bzw. Beziehungen. Auch Erfolgserlebnisse fehlen, die sind heute vor allem virtueller Natur, aber wenn man den Kleinen alles abnimmt, nimmt man ihnen auch die Möglichkeit, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Bullimie oder Magersucht wird durch den heutigen Schönheitswahn begünstigt, früher wollten Kinder noch Feuerwehrmann, Lehrerin oder so werden, heute hauptsächlich Model oder Popstar...früher haben Kinder mit solchen Ideen zu hören bekommen, dass sie spinnen und was richtiges lernen sollen, heute fährt Mama mit zum Casting. Und ständig wird irgendwo gesagt, dass sie Leistung bringen müssen, dabei ist das Prinzip eh total bescheuert, weil die weichen Werte überhaupt nicht berücksichtigt werden, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit usw. sind heute nicht gefragt, dabei sind diese Werte fürs soziale Zusammenleben entscheidend. Wenn Kinder unentwegt übermäßige Aufmerksamkeit fordern, ist schon etwas schiefgelaufen, Kinder mit gesundem Selbstbewusstsein können sich durchaus auch allein beschäftigen und müssen nicht ständig im Mittelpunkt stehen, brauchen diese Bestätigung von außen nicht in dem Maße wie jene mit geringem Selbstbewusstsein. Außerdem gab's schon "immer" depressive Kinder, nur wurde das nicht medial aufgebauscht und statt extra Aufmerksamkeit gab's klare Worte, man hatte sich gefälligst "zusammenzureißen". Auch in früheren Zeiten haben Jugendliche Suizid begangen. Nur dass bis ins 19. Jh. hinein Selbstmord strafrechtlich geahndet wurde und zudem als Sünde galt, das ging sogar so weit, dass Selbstmörder nicht auf Friedhöfen bestattet wurden. Also wurde es eher vertuscht. Damals war es die übermäßige Autorität, die den Jugendlichen zu schaffen machte, heute ist es die mangelnde. Beides ist nicht gesund für die psychische Entwicklung, schon Aristoteles hat erkannt, dass die Mitte zwischen zwei Extremen der rechte Weg ist. Überbetüttelung ist ebenso schädlich wie Vernachlässigung.

Sehr gute Antwort, dem kann ich mich nur anschließen.

Nur zum Stichwort Aristoteles: dieser hat die Nikomachische Ethik entwickelt, in der der Mittelweg (ein Hybrid oder eine Mischung, wie man es nennen will) aus Selbsthingabe und Selbstaufgabe (im Sinne der eigenen Triebe) eine Tugend ist.

Ich kann hier nur aus eigener Erfahrung antworten und versuchen dir es etwas zu erklären.

Viele Jugendliche erleben zu früh einen Schicksalsschlag der sie lange beschäftigt, was auch verständlich ist. Oftmals reden sie nicht darüber, fressen alles in sich hinein und überschätzen den eigenen Verstand. Sie schieben die Schuld auf sich und kommen mit den Alltags situationen nichtmehr klar, daran ist die heutige Gesellschaft nicht ganz unschuldig.

Ein weiterer Grund kann die Familie der Betroffenen sein, wie es unter anderem bei mir war. Ich wohne nun seit 2 Jahren im Heim und absolviere bald ein Sozialpädagogisches Studium um genau solchen betroffenen zu helfen. Es ist selten leicht zu erklären was in den Jugendlichen vorgeht, jedoch bilden Eltern normal eine Vorbildsfunktion die sie nicht immer gut erfüllen können und die Kinder so nicht richtig auf's eigentliche Leben vorbereiten.

Mobbing oder der falsche Freundeskreis wird dir nicht neu sein. Vorallem starkes Mobbing lässt Kinder/Jugendliche oft so an sich selbst zweifeln, dass sie nichtmehr damit umgehen zu wissen und keine andere Lösung mehr vor Augen sehen. 

Es gibt sehr viele verschiedene Gründe, trotzdem trägt jeder Selbstmord oder jeder Schnitt in die eigene Haut eine eigene Geschichte.

.nJa...also es sind psychische Krankheiten So wie auch ads borderline oder zwangsstörung...die machen das ja nicht freiwillig und konnen es auch nicht kontrollieren...manche sind vererbt, manche werden von Ereignissen ausgelöst: Vergewaltigungen, familiäre probleme...es.ist bei jedem ist es anders...es ist halt eine Krankheit. Es liegt nicht am charakter (meistens) sondern daran, dass die chemie im kopf  einfach nicht stimmt. 

Natürlich können Auslöser auch  druck der gesellschaft und weiters sein. 

Was das ritzen bei vielen an Depressionen erkrankten jugendlichen betrifft: selbstverletzung wird von vielen als Befreiung gesehen. Es fühlt sich für betroffene oftmals gut an. aandere sehen es als hilferuf und wollen dass es jemand bemerkt und hilft. Bei jeden fall anders wie gesagt. Ritzen wegen "Aufmerksamkeit" ist meistens auch ein hilferuf oder wenigstens oft und sollte meistens ernst genommen werden.

Magersuch und anderen esstörungen  ist es so, dass die betroffenen manchmal einen ausweg aus ihren problemen darin sehen. Andere wollen dünn werden weil sie sich unwohl fühlen wie sie sind. 

die meisten psychischen Erkrankungen sind keine wahl, nicht immer kontrollierbar und betroffene benötigen hilfe und  meistens eine Therapie.  Jeder Krankheitsfall ist verschieden.

Um deine frage wieso zu beantworten:  Es ist keine wahl es ist eauch nicht ihre Entscheidung so zu handeln oder zu denken.und wenn du jemanden kennst der selbstverletzend handelt oder sonstiges geh auf die person zu und versuch zu helfen.

Informier dich mal. Denk drüber nach. Ich glaube ein wenig Verständnis psychisch erkrankten gegenüber kann nie schaden...

Ich denke mal als jugendlicher ist man natürlich sensibler und kann manche sachen nicht verarbeiten.wenn du jugendlich bist verändert sich so vieles.schule,freunde,erlebnisse usw dass alles passiert in der jugend.Aber auch die gesellschaft übt SEHR viel druck(mehr als früher )auf jugendliche.aussehen,schule usw alles wird härter.wenn man schon ein paar kilos mehr hat(was ja gar nicht schlimm ist)wird man gemobbt.und außerdem werden manche geschlagen,vergewaltigt,gemobbt,jmd wichtiges gestorben usw und damit kommen jugendliche meist nicht klar .für einen erwachsenen ist es MEISTENS(also niht immer) sowas leichter zu verarbeiten.der körper und der charakter ändert sich stark in der jugend(also mehr als wenn du erwachsen bist).dadurch fangen manche ja an sich zu hassen.ja es gibt leute die sich beispielsweise ritzen wegen aufmerksamkeit aber ich glaube viele haben psychische probleme und deshalb sollte man helfen anstatt weiter zu drücken und runter zu machen.selbst meine psychologin hat gesagt dass die zahl der erkrankten jugendlichen in den letzten 10jahren gestiegen ist.

Die Selbstmordrate nimmt mit steigendem Alter zu - Jugendlich begehen statistisch am seltensten Suizid (!).

Zu den Gründen für Suzid bei Jugendlichen wurden folgende Zusammenhänge gefunden:

Dagegen fanden sich in dieser Studie acht Faktoren, die mit einem höheren Risiko für Suizidversuche bei Jugendlichen einher gingen:

  • weibliches Geschlechteine 
  • ärztlich gestellte ADHS-Diagnose
  • aktuell ein Raucher zu sein
  • innerhalb der letzten 4 Wochen Rauschtrinken betrieben zu haben
  • Schulverweigerung
  • Migrationshintergrund
  • elterliche Trennungserlebnisse, wie z. B. Scheidung sowie
  • ein vernachlässigender Erziehungsstil in der Kindheit.

Steht übrigens auf Wikipedia :P

Gruß Chillersun

 - (Gesundheit, Psychologie, Psyche)

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