Wie viele Schuheinlagen zahlt die Krankenkasse?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

"Einlagen" ist ein weitläufiger Begriff wie "Essen" oder "Auto". Es gibt die Tütensuppe für 29 Cent und das argentinische Rinderfilet für 10,--€ - beides ist Essen. Es gibt den alten Käfer und den dicksten Audi,- beides sind Autos...

Genauso verhält es sich bei dem Begriff "Einlagen". Es gibt spezielle Korrektureinlagen oder therapeutische Einlagen, die aus hochwertigen und super dünnen Materialien exakt nach Maß angefertigt werden und es gibt die einfachen "orthopädischen Einlagen" aus Weichschaum oder Kork Leder. Das Problem "Einlage passt in den Schuh, aber Fuß nicht mehr" ist dann etwas ganz normales. Obwohl auf den Rezepten "Einlagen nach Maß" steht, werden überwiegend Fertigeinlagen verwendet, die dann von unten etwas nachgeschliffen werden, um die Maßanfertigung zu belegen. Das wissen die meisten Patienten nicht,- ebenso wenig wissen nur die Wenigsten, was Einlagen für einen Zweck haben (siehe Film).

Zurück zur Frage: Die Kassen zahlen für Erwachsene zwei Paar Einlagen im Jahr. Es werden allerdings nur die einfachen Einlagen bezahlt,- im Bürokratendeutsch heißt das "die medizinisch Notwendige Versorgung".

Geht man davon aus, dass Kunde Patient mehrere verschiedene Paar Schuhe hat, Sport betreibt und zuhause Hausschuhe trägt, ist sofort klar, dass ein Paar Einlagen auf keinen Fall ausreichen. Im Regelfall braucht man mindestens vier Paar.

Bei jungen Menschen kann man mit therapeutisch hochwirksamen Einlagen erreichen, dass sich ein Fußverfall (Senk- oder gar Plattfüße) nach nur wenigen Jahren erledigt. Selbstverständlich funktioniert das nur, wenn "richtige" Maßeinlagen getragen werden und die vorgeschriebene Tagestragezeit nicht unterschritten wird. Dazu gehört auch die tägliche Fußgymnastik, die bei der Untersuchung gezeigt wird (sofern die Füße und Beine auch wirklich untersucht wurden - das dauert mindestens 20 Minuten).

Wie so oft im Leben ist billig nicht gleich gut und hilfreich. Darum kann ich nur empfehlen, dass man sich die Einlagen von einem Therapeuten oder auf Füße und Beine spezialisierten Privatorthopäden anfertigen lässt, der zuvor eine ordentliche Untersuchung anbietet (bei jungen Menschen unbedingt zu empfehlen).

http://www.youtube.com/watch?v=TVNr6PghUa4

Danke. Bei mir soll es laut Rezept eine Abrollsohle sein, da ich seit einer Fraktur hin und wieder leichte Schmerzen habe.

Das klingt als würde ich eine Menge Geld los werden....

@anousha

Eine Abrollsohle?- Schon wieder ein so weit reichender Begriff....

Man müsste sich die Füße genau anschauen, um erstmal festzustellen, warum und wieso die Schmerzen auftreten,- ob es direkt mit dem Bruch im Zusammenhang steht oder ob es eine Vorgeschichte gibt.

Eine ordentliche Untersuchung ist keineswegs teuer. Viele Leute glauben tatsächlich, dass der "Guten Tag Händedruck" beim Privatarzt schon 50,--€ vorab kostet - absoluter Quatsch!

Bei uns in der Praxis kostet die Fußuntersuchung maximal 30,--€ (bei Kindern noch weniger). Ein Berliner Kniefachmann, der im TV darüber berichtet hat, warum er die Kassenzulassung abgegeben hat, nimmt für die erste Untersuchung nur 40,--€.

Wegen Augenproblemen war ich vor einigen Monaten bei einer privaten Augenärztin - 40,--€ gezahlt und der Grund der Kopfschmerzen wurde nach 45 Minuten gefunden - beim Kassenarzt hätte ich nur die 10,--€ "Eintritt" gezahlt und wäre nach 10 Minuten wieder draußen gewesen....

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