Wie verhalten sich Patienten beim ersten Besuch des Psychologen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Meine Erfahrung ist, dass die meisten Patienten in der ersten Sitzung erstmal ihr aktuelles Problem erzählen, deswegen auch oft unter Druck stehen und meistens ganz erleichtert sind, das erstmal los zu sein. Ich (selbst Psychotherapeut) frage auch nach, um einen Eindruck von der gesamten Lebenssituation zu bekommen (weitere Belastungen, aber auch Hobbys, soziale Kontakte, Beruf usw.) Im Kennenlerngespräch geht es also genau darum: Was ist das für ein Mensch, der mir gegenüber sitzt. Außerdem werden hier auch die Formalitäten geklärt (spätestens nach Ablauf der "probatorischen Sitzungen", also Konsiliarbericht, Antrag bei der Krankenkasse, Ausfallregelungen u.a.)

In den nächsten Gesprächen geht es dann oft um einzelne Situationen, die genauer besprochen werden. Das ist jedoch davon abhängig, mit welcher Therapieart (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse) behandelt wird.

Erstmal soweit. Sonst bitte noch weiter fragen...

Kompetente Antwort!

(Was bei dem Beruf auch kein Wunder ist, ich sag's aber trotzdem :)

@FrauRettich

Vielen Dank für diese sehr informative Antwort :-)

Das kommt doch ganz auf deren Persönlichkeit und die Art und Ausprägung ihres Problems an. Ich glaube nicht, dass es da ein typisches Verhalten gibt, was von dem anderer Menschen, die keine solche Probleme haben, gravierend abweicht.

Meist wird erstmal abgeklärt warum Sie überhaupt zum Psychologen kommen....viele sind unruhig...manche einfach nur traurig und fragen sich "naja bringt es mir wirklich was"....es is unterschiedlich...und man geht schon bei der ersten Sitzung direkt in die Probleme rein..... ich hatte vor kurzem auch meine erste sitzung..und musste dann irgendwann weinen wo es die ganze zeit um mein ex ging....

Meine Tante war letzetns beim Psychologen und hat erst abgewartet bis er sie etwas fragt. Er hat sie im allgemeinen nach ihrer lebenssituation und ihren problemen gefragt. daraufhin hat sie ihm erzählt, dass sie mit einem typen zusammen ist, der aber noch bei seiner ehefrau lebt. der psychologe hat einen bestimmten satz gesagt, um das eis zu brechen, er hat sie gefragt ob der typ noch mit seiner frau schläft. So direkt hattte das noch keiner auf den punkt gebracht und sie hat tatsächlich schon in der ersten sitzung angefangen zu weinen...

Man sitzt in einigem Abstand zum Psychologen, beobachtet diesen argwöhnisch und serviert ihm erstmal eine Geschichte, die man sich einfach so ausgedacht hat. Wenn sich mit der Zeit sowas wie Vertrauen aufbaut, rücken einige Patienten auch schonmal mit ihren wirklichen Problemen heraus.

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