Wie saniert man ein verschimmeltes Schlafzimmer richtig?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Mach bis zur Sanierung an der betroffenen Stelle die Tapete runter. Bei mir hat am besten Schimmelentferner vom Mellerud (in Baumärkten) geholfen, halte ich auch für am wenigsten schädlich. Habe anschließend im Schlafzimmer die neue Farbe (gibt es als Bad-und Küchenfarbe auch schon fungizid) noch mit Mellerud Schimmelschutz behandelt. Obwohl auch Kältebrücke und manchmall sogar von Kondenswasser regelrecht feucht, kam kein neuer Schimmel mehr.

Die eigentliche Frage ist doch, warum sich dort die Feuchtigkeit absetzt.

Klar, es ist die kälteste Stelle im Raum, wo Luftfeuchtigkeit kondensiert. Aber vielleicht muss das nicht sein und es reichen kleinere Verhaltensänderungen, neue Feuchtigkeit zu vermeiden.

Mögliche Fehler:

  • Vor dem Zubettgehen wurde nicht gelüftet
  • Das Schlafzimmer wird weniger geheizt als die anderen Wohnungsteile oder eben zu wenig geheizt
  • Es wurde falsch gelüftet (Fenster auf Kipp oder langanhaltende Dauerlüftung)
  • Es stehen Möbel an der Wand oder Wandvorhänge

Die Rettung:

a) Wenn ihr das Schlafzimmer weniger beheizt:

Schlafzimmertür geschlossen halten, da sonst Raumfeuchtigkeit aus wärmeren Räumen zuströmt. Mehrmals täglich, besonders vor und nach dem schlafen eine Stoßlüftung (Fenster weit auf) für 5 - 10 Minuten durchführen.

b) Einfacher, wenn ihr eine "Einheitswohnungstemperatur" habt

Stoß- + quer lüften. Also zwei gegenüberliegende Fenster der Wohnung weit öffnen, so dass die feuchte, verbrauchte Luft schnell aus der Wohnung zieht. Mit diesem Verfahren findet in sehr kurzer Zeit ein äußerst effektiver Luftaustausch statt, und nach 5 Minuten (bei Wind mitunter noch eher) können die Fenster wieder komplett geschlossen werden.

Grundsätze:

Je mehr Luft während des Lüftens ausgetauscht wird, desto mehr Feuchtigkeit gelangt aus der Wohnung. (Aber: Man kann nicht mehr als die komplette Luft austauschen, weshalb Dauerlüften nichts bringt)

Je länger die Fenster offen sind, desto mehr Energie geht verloren.

Je wärmer es drinnen und je kälter es draußen ist, desto mehr Feuchtigkeit kann man pro Lüften aus dem Haus bringen. (Also gerade jetzt im Winter gute Karten!)

Mit b) habt ihr optimale Feuchtigkeitsabfuhr und geringe Energieverluste. Nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen lüften, und dazwischen ab und an je nach Anwesenheit und Aktivität (kochen, backen, duschen...). So könnt ihr noch einmal den Schimmel entfernen, und neuer wächst mangels Feuchtigkeit nicht nach.

Viel Erfolg!

Vielen Dank für die ausführlichen und richtigen Erklärungen. Die Ursachenklärung und die Verhaltensänderung war dem schon zuvor gegangen. Die fraglichen Bereiche haben wir mit Hygrometern ausgestattet, um bei bestimmten Werten entsprechend reagieren zu können. Das Lüftungs- und Heizungsverhalten war also schon angepasst worden und trotzdem ist der Schimmel wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich war er nie ganz weg (er ist nicht durch die Tapete nach außen gedrungen, sondern war an der Rückseite der Tapete und an der Wand) und hat sich unbemerkt weiter ausbreiten können. Wir haben alles ausgemessen, uns wurde von Fachleuten mitgeteilt, dass die Wand für die Himmelsrichtung zu dünn ist und der Heizkörper zu klein dimensioniert und überdies an falscher Stelle angebracht ist, um für eine hinreichende Beheizung der Außenwand sorgen zu können. Uns wurde jetzt auch durch die Nachbarn bekannt, dass die Wohnung schon seit 30 (!) Jahren an diesen Stellen schimmelanfällig ist und die Bewohner immer damit zu tun hatten. MIr ging es jetzt darum, dass ich kurzfristig eine Maßnahme brauchte, um das Zimmer schimmelfrei zu bekommen und da unsere letzte Entfernungs- und Übermalaktion offenbar nicht richtig geglückt war. Gestern haben wir große Teilbereiche der Tapete entfernt und mit der Behandlung begonnen. Die langfristige Maßnahme steht noch aus.

@Nimju

Naja, der Schimmel kann sich ohne Feuchtigkeit nicht weiter ausgebreitet haben. Ohne Wasser ist die Wand für ihn eine Wüste. Wenn jetzt nach euren Maßnahmen die Wand also trocken ist, wächst da nichts und es handelt sich nur um neu entdeckte Altbestände.

Bekommt ihr im Sommer eine Außendämmung? Oder handelt es sich um eine Innendämmung?

Da ihr ja im Frühjahr sowieso eine Außendämmung aufbringen wollt, würde ich jetzt nur die Tapete entfernen. Also mit Antischimmelspray einsprühen, abziehen, entsorgen. Die Wand dann auch nochmal dünn mit Antischimmelspray behandeln. Alternativ geht auch Chlorreiniger, dann aber stark lüften und etwa 2 Tage nicht im Zimmer schlafen.

Die Wand dann erst im Sommer oder herbst, nach aufgebrachter Außendämmung fertig machen.

Das Geld für den Profi ist derzeit nicht vorhanden

Ich denke mal, dass dann auch kein Geld dafür da ist, falls was falsch gemacht wird. Man muss es ja nicht komplett machen lassen, es gibt ja auch beratende Leute in dieser Sache.

Man kann als Laie nie genau sagen, wie sehr der Schimmel in der Wohnung, Im Boden, In den Wänden oder sogar in den Möbeln ist. Dazu braucht es jemanden mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung. Ich würde mich nicht auf Erfahrungsberichte anderer hier im Internet stützen. Es mag bei manchen gut gegangen sein. Allerdings hatten die dann wohl Glück und es war kein Härtefall.

Solltest du es trotz allem selbst machen wollen, dann würde ich dir raten, bevor du tapezierst, die Wand mit einer speziellen Schimmelabweisenden Folie zu behandeln. Gibt es auch im Fachgeschäft und ist erschwinglich. Das kann eventuelle Rückstände vor dem Ausbreiten bewahren.

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