Wie lange muss Rotwein "atmen"?

2 Antworten

Ich würde das gerne mal aufklären.

Man muss eigentlich zwischen Dekantieren und Karaffieren/Belüften unterscheiden. Zweiteres wird jedoch fälschlicherweise auch oft als Dekantieren bezeichnet.

Dekantieren bedeutet eigentlich nur, dass man eine Flüssigkeit von einem Bestandteil trennt (diesen Begriff gibts auch in der Chemie). In diesem Fall den Wein vom Depot, dieses Depot findet man häufig bei älteren Weinen. Wenn ausgereifter Wein belüftet wird läuft man aber gleichzeitig gefahr, dass dieser "kippt" und nicht mehr sein volles Potential entwickeln kann. Daher verwendet man beim Dekantieren einen Dekanter, diese haben eine sehr kleine Luftspiegelfläche, d.h. der Wein kommt nicht stark mit der Umgebungsluft in Kontakt. Jeder kennt auch sicher diese alten mechanischen Dekantierer. Diese haben den Sinn den Wein noch schonender in den Dekanter umzufüllen.

Das Dekantieren ist außerdem eine Herausforderung da darauf geachtet werden muss das Depot nich mit in den Dekanter zu gießen. Um durch die meist dunkle Flasche das Depot zu erkennen hält man die Flasche während dem einschenken vor eine helle Lichtquelle (ursprünglich Kerze).

Das Belüften bzw. Karaffieren hat den Sinn junge Weine, die noch nicht voll entfaltet sind, an der Luft "atmen" zu lassen damit sich ihr Aroma bestmöglichst entfalten kann. Eine dabei verwendete Karaffe hat eine möglichst große Luftspiegelfläche damit dieser Vorgang schneller passieren kann und einem gutem Schluck nichts mehr im Wege steht.

Ich hoffe ich habe die Verwechslungen zwischen Dekantieren und Karaffieren deutlich genug geschildert.

Prost.

Ich habe mal gehört dass das an der "Schwere" des jeweiligen Weines liegt, und das liegt wohl am Alter des Weines. Ein paar Stunden dürfen es schon sein, denn im Dekanter steht er ja auch eine Weile, was auch optisch schön ist.

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