Wie lange müssen Ärzte Patientenakten aufbewahren?

11 Antworten

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DEin Arzt kann die Unterlagen aus der Praxis anfordern. In der Regel werden Diese 30 Jahre aufbewahrt. Sollte es sich um eine vererbbare Erkrankung (auch bei Krebs) handeln, bekommt ihr sofort Auskunft, da Ihr Familienangehörige seit....LG

DH! 30 Jahre, korrekt! Zumindest was die gesetzliche Aufbewahrungszeit betrifft. In Zukunft wird das länger sein, da die Daten seit vielen Jahren elektronisch verarbeitet und gespeichert werden.

Gegebenenfalls würde ich mir bei begründetem Verdacht eine richterliche Verfügung besorgen.

@GoldenSilence

Nein, für ambulante Behandlungen nur 10 Jahre.

DH

Der Arzt darf euch nichts sagen/herausgeben (Schweigepflicht).

Ansonsten ''(3) Ärztliche Aufzeichnungen sind für die Dauer von zehn Jahren nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren, soweit nicht nach gesetzlichen Vorschriften eine längere Aufbewahrungspflicht besteht.''

§ 10 http://kurzlink.de/fLazS1Vmc

Tja, aber ab wann gilt denn eine Behandlung als abgeschlossen?

Egal wie lange die Akten aufgehoben werden müssen, Ihr werdet nichts erfahren. Es sei denn, Ihr habt eine Vollmacht des Vaters, dass dieser den Arzt von seiner Schweigepflicht entbindet.

Unser Vater ist schon 1977 gestorben, die genaue Ursache ist uns aber nicht wirklich bekannt. Unsere Mutter lebt auch nicht wo wir nachfragen könnten.

@kieljo

Das ist bedauerlich, aber abgesehen von der Aufbewahrungsfrist, darf euch der Arzt eh keine Auskunft geben, wenn eurer Vater nicht eine Entbindung von der Schweigepflicht euch gegenüber beim Arzt abgegeben hat.

Eine postume Entbindung von der Schweigepflicht läge auch dann vor, wenn ein mutmaßliches Interesse des Patienten bestehen würde (Kunstfehler, Straftat etc.). Allein die Neugierde von Angehörigen, auch wenn sie noch so gut zu verstehen ist, stellt jedoch keinen Grund zu Herausgabe der Akte dar.

Hallo und guten Anbend, soweit ich weiss, kannst du diese Akten zu jeder Zeit von deinem jetzigen Arzt herausfordern!! Hat nichts mit Schweigepfilcht zu tun, wenn dein jetziger Arzt diese Akten anfordert...

L.G.

''Hat nichts mit Schweigepfilcht zu tun,''

Selbstverständlich hat es das!

@bitmap

.....mit dem Tod endet die Schweigepflicht. Tote brauchen keinen Datenschutz mehr, schon gar nicht wenn Kinder ähnliche Erkrankungen haben...LG

@auchmama

''.....mit dem Tod endet die Schweigepflicht.''

Nö.

Siehe http://dejure.org/gesetze/StGB/203.html (Absatz 4)

@bitmap

...o ja, es geht hier um die Lebenden...den anderen kann keiner mehr helfen...LG

@auchmama

Was glaubst du wohl warum im StGB dann das geregelt wurde?

''(4) Die Absätze 1 bis 3 sind auch anzuwenden, wenn der Täter das fremde Geheimnis nach dem Tod des Betroffenen unbefugt offenbart.''

@bitmap

....sorry bitmap, das mag ja alles richtig sein. Aber mal ganz ehrlich, welcher tote Vater hätte ein Interesse daran, seine Kinder gerichtlich zu belangen, wenn es um deren Gesundheit geht??? Ich spreche auch hier aus eigener Erfahrung und Ärzte machen da einiges möglich, um den Verlauf von Erkrankungen in der Familie zu rekonstruieren! Klar sind diese Gesetze mit Sicherheit auch sinnvoll, man sollte aber nie den menschlichen Aspekt vergessen. Dann dürften ja auch Ärzte untereinander keine Gespräche über Patienten führen, ohne das sie von einer Schweigepflicht entbunden wurden. Zum Wohle ihrer Patienten tun sie es aber, weil jeder seine Erfahrungen einbringt und somit evtl. wirkungsvoller geholfen werden kann...bleib gesund...LG

@auchmama

@auchmama, Ärzte untereinander ist ja was anderes.

Und ja, es ist auch in manchen Situationen (wie in der gefragten) bestimmt sinnvoll davon Ausnahmen zu machen. Aber Ärzte wissen oft sehr intime Details ihrer Patienten (nicht nur deren Krankheiten) und könnten nicht nur nutzen, sondern damit den Hinterbliebenen schaden. Und deshalb find ichs grundsätzlich gut, dass die Schweigepflicht auch über den Tod des Patienten hinaus gilt.

Und du bleib auch gesund. :-)

So wollten wir das ja auch machen. Wir haben den Verdacht das unser Krankheitsbild ähnlich verläuft. Darum haben wir jetzt mal darüber nachgedacht.

Die Krankenakten von ambulanten Behandlungen, also in einer Arztpraxis müssen grundsätzlich nur 10 Jahre aufbewahrt werden. Nur BG-Fälle müssen 15 Jahre archiviert werden.

Die 30jährige Aufbewahrungspflicht gilt für stationäre Behandlungen.

http://www.trainergy.de/gesundheit/dokumentation/g_doku_aufbewahrungsfristen.htm

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