Wie kann man nach einem starken Schlafmittel fragen, ohne dass man gleich missverstanden wird?

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Zum Arzt zu gehen und direkt nach einem starken Schlafmittel zu fragen ist keine sehr vertrauenserweckende Taktik. Dies machen vor allem Menschen die von diesen Medikamenten abhängig sind und unbedingt (so schnell wie möglich) Nachschub brauchen.

Ich persönlich würde erst mal zum Arzt und ihm einfach deine Beschwerden schildern. Sag ihm, dass du starke Schlafstörungen hast und dies dich sehr belastet. Teile ihm auch mit, dass du es schon mit etlichen rezeptfrei erhältlichen Präparaten und ausrechend körperlicher Aktivität versucht hast doch dies auch nich wirklich helfe.

Anschliessend ist es am Arzt zu entscheiden wie er vorgehen will. Jedenfalls sind Schlafmittel als solche nicht ganz ohne. Unter den klassischen Schlafmitteln versteht man die Anwendung von Medikamenten aus der Gruppe der Benzodiazepine oder Z-Drugs.

Benzodiazepine wie beispielsweise Lorazepam oder Oxazepam wirken nicht nur schlaffördernd sondern auch angstlösend, beruhigend, spannungslösend, antiepileptisch und muskelrelaxierend. Z-Drugs wie Zolpidem oder Zopiclon hingegen sind spezifisch auf die schlaffördernde Wirkung ausgerichtet.

Sowohl Benzodiazepine als auch Z-Drugs wirken schnell, gründlich und fast ohne Nebenwirkungen. Sie sind hoch effektiv wenn man wieder mal einfach eine Nacht durchschlafen will, doch wenn man die Dinger zu häufig nimmt werden sie zum Albtraum. Die Tabletten machen bereits nach kurzzeitigem (regelmässigem) Konsum schwer körperlich und psychisch abhängig. Deshalb ist ihre Anwendung in der Regel auf max. 10 Tage beschränkt. Setzt man die Dinger ab, ist man in der Regel gleich weit wie vor der Einnahmeperiode bzw. treten die Schlafstörungen erneut auf. Denn diese Medikamente können nicht heilen, sie unterdrücken lediglich das Symptom der Schlaflosigkeit.

Ein weiteres Problem ist ein vergangener Suizidversuch. Schlafmittel werden bei solchen Patienten nur mit äusserster Vorsicht angewandt da eine Überdosis fatale Folgen haben kann.

Bei dauerhaften Schlafstörungen können also keine klassischen Schlafmittel eingesetzt werden. Deshalb werden zur Dauermedikation oftmals Medikamente anderer Wirkstoffgruppen "zweckentfremdet". Allen voran sedierende Antidepressiva (z.B. Mirtazapin, Doxepin, Trimipramin, Trazodon etc.) aber auch Neuroleptika (z.B. Quetiapin, Promethazin, Pipameron etc.). Der Vorteil dieser Medikamente ist, dass sie nicht abhängig machen, doch wirken sie etwas weniger zuverlässiger und haben einiges an Nebenwirkungen zu bieten.

Was dir der Arzt verschreibt (falls er es tut) dann ist also nicht garantiert, dass du klassische (starke) Schlafmittel bekommst. Ich würde einfach mal zu deinem Arzt gehen und ihm offen von deinen Beschwerden erzählen. Dann wird sich zeigen was für Optionen er dir anbietet.

Alles Gute!

Sprich mit deinem Arzt darüber, erzähle was du schon alles probiert hast und frage ihn was du noch probieren könntest. Frage ihn auch ob er dir eine Überweisung in ein schlaflabor ausstellen kann. Dort könnte dein schlaf untersucht werden.

Überlege auch was dich wach hält. Ist es dein Körper oder eher Gedanken? Psychische Probleme wirken sich fast immer auf den schlaf aus, von daher wäre es sinnvoll auch in diese Richtung zu beobachten.

Ich würde einfach mal ergebnisoffen Deine Beschwerden und eigenen Versuche, diese zu lindern, schildern. Und wenn Du auf den Suizidversuch angesprochen wirst, einfach klar schildern, wie Du Dich fühlst etc., wenn Du da ehrlich bist und keine Suizidgedanken hast, wäre das vermutlich kein Ausschlusskriterium, wenn es auch natürlich einen Grund darstellt, nochmal speziell vorsichtig zu sein.

Auf jeden Fall solltest du zum Arzt gehen, der Hausarzt ist für sowas ein guter erster Ansprechpartner. Wichtig wäre erst mal abzuklären was die Ursache für die Schlafstörungen ist, Schlaftabletten sind da üblicherweise der letzte Schritt wenn gar nichts anderes hilft.

Was du brauchst, ist kein stärkeres Schlafmittel, sondern eines, was genau die Ursache für das Schlafproblem behandelt. Jemand, der nicht durchschlafen kann, braucht ein anderes Medikament als jemand, der abends nur den Kopf nicht abschalten kann.

Am besten gehst du zum Arzt und erklärst ihm, das du nicht erholsam schlafen kannst. Wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, wird der Arzt mit dir zusammen überlegen, warum du nicht schlafen kannst und dir dann dementsprechend ein Medikament geben.

Ich muss ehrlich sagen: ich hatte ungefähr in dem Alter auch schwere Schlafprobleme. Nächte mit mehr als 4 Stunden Schlaf waren selten. Meine Ärztin hat dann mit mir überlegt, warum ich nicht schlafen kann. Mein Kopf hat sich einfach abends nicht abgeschalten sondern immer weiter gearbeitet. Die Lösung war dann kein Schlafmittel, sondern etwas, was die Gedanken stoppt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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