wie kann man mehr aus sich herausgehen?

3 Antworten

übung macht den meister und wovor hast du angst? keiner tut dir was wenn du etwas nicht gleich hinbekommst! ich hatte das problem auch lange beim tanzen doch seit ca. einem halben jahr lass ich einfach alle emotionen die mich überkommen raus und das st meistens sehr gut für die lestungen. entspann dich einfach,keiner lacht dich aus und lass dich nicht verunsichern wenns nicht auf anhieb klappt :) viel erfolg

Von jetzt auf morgen geht das natürlich nicht, das ist ein langsamer Prozess, der in kleinen Schritten funktioniert. Versuche, dich bei jedem Mal ein bisschen, ein kleines Schrittchen mehr zu trauen. Das heißt, von Mal zu Mal etwas lauter zu schreien, auch wenn es schwerfällt, und beim Tanzen zu versuchen, sich auf die Musik und das Gefühl zu konzentrieren, das man dabei hat. Dein Kursleiter versucht ja auch, dich etwas mehr zu fordern, um dir dabei zu helfen, das macht er ja nicht böswillig oder weil er denkt, der geb ich mal eine. Es ist jedes Mal eine Überwindung, aber die musst du leisten, und dann wird es von Mal zu Mal besser. Und wenn von euch eben verlangt wird, beispielsweise eine wütende Ente zu spielen, dann wird das von allen anderen auch verlangt. Und wenn du schon in Knie gehen musst, um eine Ente zu spielen, dann kannst du es doch auch wenigstens gut und überzeugend machen, oder? Denk dir dann halt: Du willst ne Ente? Ich geb dir ne Ente! :-) (Oder was auch immer er will.)

Beim Schauspiel muss man eben extrem viel von sich preisgeben und sich an das Gefühl gewöhnen, von anderen Menschen angeschaut zu werden, und das muss man ertragen lernen. Gerade wenn man unsicher ist, ist Schauspieltraining ja das Beste was man machen kann. Wenn du irgendwann eine Schauspielschule besuchen solltest, dann wirst du dort quasi 'deine Seele auf die Bühne k o***en' lernen, und das ist erstmal anstrengend und auslaugend, trainiert aber ungemein. Nutzt jetzt aber nichts, wenn du dir Druck ohne Ende machst. Weite einfach deine Grenzen Stück für Stück aus - es ist nämlich auch viel peinlicher, jemanden sehen zu lassen, dass einem etwas unangenehm ist, als einfach mal mit Pauken und Trompeten einen Fehler zu machen, diesen aber richtig überzeugend. Viel Glück!

dankeschön, das hat mich aufgebaut, so wie ich das herausgeesen habe, gehst du auf eine schauspielschule, oder? genau das hatte ich nämlich auch vor :) naja, ich hoffe, dass es klappt. du hast angesprochen, dass man sich daran gewöhnen muss, dass alle einen anschauen. und ich glaube, das ist das problem. es ist doch richtig, dass man beim schauspielern quasi die emotion in sich auf knopfdruck hervorrufen muss ( also sie in diesem moment wirlich selbst fühlen muss ), um authentisch un realistisch zu spielen.mann gibt also seine eigenen gefühle preis gibt in diesem moment, oder? also man spielt zwar jemand anderen, muss aber seine eigenen emotinonen dazu benutzen, oder? wenn diese theorie stimmt, müsste man doch die rolle in diesem moment " sein " und nicht spielen, oder? ist das richtig? bitte antworte mir, tut mir leid, dass ich das nicht in eine extra frage gepackt habe. und vielen dank nochmal für deine liebe, ausführliche und hilfreiche antwort!

@cleo004

Im Idealfall sollte man die Emotion, die gespielt werden muss, auch fühlen, weil die eigene Gefühlswelt dafür benutzt wird, eine Rolle auszufüllen. Man bekommt eine Figur vorgeschrieben, und dieser Figur gibt man ein Gesicht, eine Stimme und einen Körper, man füllt sie gewissermaßen mit Leben. Natürlich ist das nicht immer einfach, da man auch Rollen bekommt, die vielleicht völlig anders sind als man selbst und für einen schwer nachvollziehbar. Dann bemüht man sich, einen Zugang zu ihr zu finden. Es kann helfen, sich immer wieder die Frage zu stellen: Was müsste mir passieren, dass ich so werde wie diese Figur? Du kannst zu einer Rolle eine ganze erfundene Biographie schreiben, die niemals jemand kennen muss, aber die dir persönlich an die Rolle heranhilft. Selbstverständlich gibt es immer Charakter, an die man einfach nicht rankommt, vielleicht auch weil sich der Regisseur nicht klar ausdrückt oder weil sie einfach nicht nachvollziehbar ist. Dann gilt es, ganz technisch heranzugehen, also eine Körperlichkeit entwickeln, wie sich die Figur bewegt, wie sie spricht, etc. , und es eben so glaubwürdig wie möglich rüberzubringen, auch wenn man vielleicht jetzt nicht die größte Innerlichkeit hat. Schließlich zählt auf der Bühne, was das Publikum sieht, und nicht was du fühlst. Große Schauspieler können die herzergreifendste Szene spielen, sodass jeder feuchte Augen bekommt, und denken dabei insgeheim über Kochrezepte nach, ums mal krass auszudrücken. Andersrum nutzt es gar nichts, wenn der Zuschauer nichts von dir wahrnimmt, du aber sagst: 'Also, wow, das ging mir eben ganz nah, ich habs eben total gefühlt.' Letztendlich geht es um die Wirkung, die dein Spiel hat; Bühnenwirksamkeit ist das wichtigste, und wenn du dabei echte Gefühle hast und die dann auch noch mit guter Technik und eben bühenwirksam rüberbringst, ist deine Rolle schon gelungen.

Generell gilt: du erfüllst die Figur, bist sie aber nicht. Du darfst dich also niemals in ihr verlieren, sondern musst auch im heftigsten Spiel die Kontrolle über dich selber haben, also einen stillen Beobachter, der aufpasst dass du dich nicht vergisst. Das ist sehr wichtig, denn so hast du sich stets im Griff, was fatal wäre wenn es nicht so wäre, da es passieren könnte, dass du dann allein nicht mehr aus einem Gefühl rauskommst. Schauspiel ist sozusagen eine Mischung aus Loslassenkönnen und die Kontrolle nicht verlieren.

Man muss die nötigen Emotionen auf Knopfdruck hervorrufen können, das stimmt. Schließlich kann man sich nicht aussuchen, wann Vorstellung ist oder den Drehtermin ändern weil man sagt: ich fühl mich heute nicht in Stimmung. Aber du lernst eben Methoden und Mittel, in jeder noch so stressigen Situation einen Zugang zu finden und in die Rolle reinzukommen. Es gibt dazu zwei Methoden, um es mal grob zu umreißen: die 'kalte' Spielweise, wo du dir eine Körperlichkeit suchst o.ä., um reinzukommen, eben das Gefühl von außen erzeugst, um die Innerlichkeit herzustellen, oder die sog. 'heiße' Spielweise nach Stanislawski, wo du erst das Gefühl in dir erzeugst und dann nach außen gehst. Da gibt es kein richtig oder falsch, du musst für dich herausfinden, was dir am meisten weiterhilft.

Ich hoffe, der Kommi kam nicht zu spät und ich konnte dir helfen. Du kannst dich gern an mich wenden, wenn du noch Fragen hast, sobald ich mal wieder hier reinschaue, beantworte ich sie gern.

hallo cleo,

das klingt für mich, als wenn dein Schamgefühl dich hier stark beeinflusst. Das kannst du sehr gut mit einer Gestalttherapie ändern. Es geht darum deine Gefühle durch Würdigung anzunehmen und die Ursachen zu erkennen. Hast du das geschafft, kannst du viel freier dich verhalten, da du dann weist, woher das Gefühl, ich nenne es mal nicht willkommen zu sein herrührt.

Es hat auch etwas besonderes schüchtern zu sein. Ich heiße dich herzlich willkommen und wünsche dir, dass du dir das auch selbst geben kannst.

Viele Grüße

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