Wie gefährlich ist eine Narkose?

5 Antworten

Die Narkose ist heutezutage ein sehr sicheres Verfahren. Es gibt so gut wie nie ernsthafte Komplikationen. Die Rate an Todesfällen durch Narkose und deren Komplikationen liegt bei 0,04 Promill, also 0,004%. Will heißen, dass 99,996% aller Menschen eine Narkose überleben. Die, welche es nicht tun, sind meist sehr kranke oder schwerst verletzte Menschen in akuten und nicht planbaren Notfallsituationen. Insgesamt heißt das: Wenn du die Wahl hast zwischen Narkose und dem Überqueren eines Zebrastreifens,  dann nimm die Narkose, wenn dir dein Leben lieb ist. Naja, ganz so ist es nicht, aber ich denke, du verstehst, worauf ich hinaus will.

Dennoch ist eine Narkose niemals ohne Risiko, ganz abgesehen vom Todesrisiko. Es könnenauch immer mal wieder Herz-/Kreislauf-Probleme auftreten, Probleme mit der erforderlichen künstlichen Beatmung, Allergien auf Medikamente, Aspiration (also Eindringen von z.B. Mageninhalt in die Lunge), Zahnschäden und Stimmbandverletzungen, etc. Auch diese Dinge sind sehr selten, ebenfalls bei weniger als 1%, wenn du gesund bist, aber warum sollte man es ristkieren, wenn es nicht nötig ist?

Man sollte also gründlich überlegen, was man tut. Bei dieser Entscheidung sollten nicht nur die Sicherheitsaspekte eine Rolle spielen, sondern auch andere Fragen geklärt werden: Warum wird Narkose empfohlen? Kannst du dir selber vorstellen, den Eingriff auch in örtlicher Betäubung zu machen, oder wirst du dann panisch? Wie ist deine Nachsorge-Situation? Wenn du allein zu Hause bist, ist beispielsweise ein ambulanter Eingriff in Narkose nicht sinnvoll, es sollte 24 Stunden jemand bei dir sein, der dich ein bisschen mit betreut, sollten doch mal Spätfolgen auftreten.

Lass mich noch mal einen kurzen Exkurs in die Begrifflichkeiten machen, falls ich dich gerade verwirre. "Narkose" oder "Allgemeinanästhesie" ist ein Koma-ähnlicher Zustand mit künstlicher Beatmung und medikamentös unterdrückten Reflexen. Bei kleineren diagnostischen Eingriffen bekommt man oft auch ein Medikament, von dem man ruhig wird oder schläft, aber noch selber atmet und jederzeit erweckbar ist. Dies ist dann eine "Sedierung" oder "Dämmerschlaf", aber keine Narkose. Kann man zum Beispiel bei Darmspiegelung oder Herzkatheteruntersuchungen machen. "örtliche Betäubung" wiederum bezeichnet die Betäubung eines kleinen oberflächlichen Hautareals. Damit kann man Wunden nähen, Zähne ziehen oder auch mal einen Herzschrittmacher einsetzen, weil dabei nur ein kleiner Schnitt erforderlich ist.  Soll z.B. zur VErplattung eines Bruchs der komplette Arm betäubt werden geht das auch (ist sogar sehr elegant), man bezeichnet das dann allerdings als "Regionalanästhesie", da eine komplette Körperregion betäubt wird und nicht nur ein kleiner Ort. Wird gar die ganze untere Körperhälfte betäubt, nennt man das "Spinalanästhesie", die berühmte "Rückenmarksspritze", die natürlich nicht ins Rückenmark selbst platziert wird, insofern ist der Begriff irreführend. Egal, die Methode ist sehr sinnvoll, wenn möglich.

Also, jetzt käme es darauf an, was dein Eingriff sein soll. Sollen Weisheitszähne gezogen werden? Doch irgendein größerer Eingriff gemacht werden? Ein eingewachsener Zehennagel gezogen werden? Wenn du magst, kannst du mir gern schreiben, was dein Eingriff sein wird, dann sage ich dir, was aus meiner Sicht das sinnvollste anästhesiologische Verfahren ist und warum.

Noch ein Wort zum Abschluss: Narkose ist heutezutage ein sehr sicheres und daher insbesondere bei Gesunden unproblematiches Verfahren. Da aber Restrisiken nie ausgeschlossen sind, macht es Sinn, wo möglich auf eine Narkose zugunsten eines weniger invasiven, also die Körperfunktionen angreifenden, Verfahrens zu verzichten. Klar gibt es auch bei örtlicher Betäubung Risiken, aber die schlimmstmöglichen Risiken sind sozusagen weniger schlimm. Aber überlege dir nicht nur das Risiko des Verfahrens, auch die Aspekte drumherum sollten in deine Überlegungen einfließen, wie ich oben ja schon angerissen habe.

Viel Erfolg!

Auch in der Anästhesie haben sich Technik und Sicherheit in den letzten Jahrzehnten extrem weiter entwickelt. Moderne Narkosen sind extrem sicher. Das Restrisiko ist minimal. Vor einer Vollnarkose brauchst du absolut keine Angst haben. Wenn dir eine Narkose empfohlen wird, solltest du diese auch annehmen, auch wenn die OP mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Ich selbst hatte in den letzten Jahren echt einige Vollnarkose und alle sind super und komplikationslos verlaufen.

Das Risiko einer Vollnarkose ist nur unwesentlich höher als bei einer örtlichen Betäubung. Allerdings schirmt Dich eine Vollnarkose wesentlich besser vom Operationsstress ab. 

Das Risiko ist sehr gering, vor allem bei jungen Menschen. Je älter man ist, desto höher das Risiko. Ich würde lieber eine Vollnarkose nehmen. Hab ich immer besser vertragen...


Die Anästhesisten machen eigentlich immer einen guten Job. Wenn du kerngesund bist, geht das Risiko einer Komplikation gegen Null. Probleme gibt es häufig nur, wenn Erkrankungen/Medikamente oder Allergien nicht vom Patienten angegeben werden und die Narkosemittel Nebenwirkungen dadurch zeigen. Bei einer Regionalanästhesie wird ein gesamter Nervenstrang betäubt um so das Gefühl auszuschalten. Die Gefahr den Nerv dabei zu beschädigen durch einen Fehler bei der Injektion ist größer als das erwas bei der Vollnarkose passiert.

Narkosen sind immer sicherer und fortschrittlicher geworden.Es kommt jedoch darauf an , was Du operieren lassen musst und welche Vorerkrankungen Du hast.

Der operierende Arzt klärt Dich ausführlich über die Operation und der Anästhesist über die bevorstehende Narkose auf.Des weiteren, sind deine Vorerkrankungen, gesundheitlichen Probleme , Zahnstatus,Allergien,eventuelle Röntgenbilder,  etc. sehr wichtig. Dann erfolgt ein Risikoeinschätzung ( ASA Klassifikation).

Letztendlich musst Du Dich für eine bestimmte Nakoseform entscheiden bzw. ablehnen .

Lass Dir alles genau erklären und frage nach, wenn Du bestimmte Begrifflichkeiten nicht verstehst. Das gilt besonders für lateinische Begriffe und deren Zusammenhänge!

Alles Gute 

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